Teneriffa 1995

Adventure Tour in Teneriffa mit REHAbility und Plan-X

Reisen macht Spaß. Tauchen macht Spaß. Parasailing macht mega Spaß.

Na und? Eben, na und. Für Rollstuhlfahrer und erst recht den ungeübten und weniger sportlich talentierten war die Reise nach Teneriffa zusammen mit alten Hasen eine Erfahrung, die sie ihr Leben lang nicht mehr vergessen werden.

Wo bitte gehts denn hier zum Schalter. Wie komm ich denn an Bord und was zum Teufel ist denn ein Jet-Ski waren die einfachsten Fragen, die die Crew um Eckard Kirsch und Rolf Mertens beantworten mussten, denn so macher Teilnehmer unter den 18 Rollstuhlfahrern war zum ersten mal mit dem Flugzeug unterwegs. Zumindest im Rollstuhl. Aber wer es bis zur Entscheidung, mitzumachen gebracht hat, ließ sich durch solche Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen. Denn am Ankunftsort warteten nicht nur Sonne, Strand und Meer, sondern ein Actionplan, der sich sehen lassen konnte.

Gleich am ersten Tag war Tennis und Handybike-Tour vorgesehen. Die Gegend um den Playa de las Americas sollte erkundet werden, während die nächsten Ziele Parasailing und Jetski angegangen werden sollten. Aber der Reihe nach.

Morgens um 05.30 Uhr ging die Handybike-Tour los. So früh, weil an einer Tour tagsüber nicht zu denken war. Welch ein Glücksfall. Das Gebiet um den Vulkan……..war in gleißendes Rot und Orange getaucht, der Sonnenaufgang ein ganz besonderes Erlebnis und während die Crew die Handybikes, die mit Kleintransportern auf den Berg hinaufgebracht worden waren, zusammengebauten, freuten sich die „Youngster“ auf eine ca. 7 km lange Abfahrt hinunter zum Meer. Bei dieser Abfahrt wurde klar, etwas vergleichbares an Freiheit, Erlebnis in der Natur, Geschwindigkeit und Fahrtwind ist ohne die neue Technik der Rollstuhl-Fahrräder oder kurz Handybike nicht denkbar.

Das war die richtige Einstimmung für die nächste Action. Aber erst Frühstück und ab aufs Boot.

Parasailing oder Parascending heißt die völlig abgefahrene Sportart für weniger zimperliche, die hinter einem Boot am Schirm hängend in etwa 70 – 100m Höhe pures Glücksgefühl erleben. Oder einen kleinen Anflug von Panik. Aber dann gings eben genauso gemächlich wieder runter wie vorher hoch. Spätestens dann wollte keiner mehr runter und konnte nicht genug vom „Freiflug“ ohne Risiko bekommen. Tag zu Ende?

Denkste. Jetski heißt das Gerät für die Freedom-Rider der See. Kawasaki sei Dank konnten vor Ort 3 Geräte zur Verfügung gestellt werden, die etwa so aussehen wie Motorräder nur eben ohne Räder sondern einem Board als Fahrgestell. Mit 40 PS und bis zu 60 km/h lassen sich die „heißen Öfen“ auch artistisch und mit Sprüngen über die Wellen reiten. Na ja, zumindest für Könner. Für uns als Einsteiger war zunächst erst mal die Balance und Sitzstabilität zu erlangen. So manche Eskimorolle leider alle unvollendet und spaßige Kletterversuche waren zu meistern. Übung war erst mal angesagt.

Den Streß am ersten Tag wollte man mit Tauchen von sich abstreifen. Dies war aber leider nur den Taucherfahrenen möglich, die völlig schwerelos die wunderbare Unterwasserwelt vor der Küste erkundeten. Traumhaft der Fischreichtum und die Korallen. Ein Erlebnis ganz anderer Art.

Leider mußte Wasserski ausfallen, da der Seegang zu hoch war und an ein herauskommen aus dem Wasser nicht zu denken war. 7 Tage Aktion pur und jede Menge Ausflüge mit Boot und Pkw ließen auch die kulturell interessierten zu ihrem Recht kommen. Höhepunkt war ein Ritterfest mit mittelalterlichen Bankett und Bänkelsänger.

Klar, daß die Tour mit einem Kamerateam gefilmt wurde. Klar daß für 1996 bereits die nächste Tour geplant ist. Und zwar über Sylvester. Und klar natürlich auch, daß wir auf die Unterstützung der Sponsoren zählen können, das macht das Ganze noch interessanter.

Zur Info: die Freiburger Fa. Rothfuß bietet Wasserski und Jetski-Kurse zusammen mit Rehability und X-Plan in Deutschland, Tessin und Florida an.

Über den Autor

David Stähle

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