Erste integrative Otto Bock Rolli-Kids-Trophy

OttoBockRolliKidsTrophy1Eine Abenteuer-Woche der ganz besonderen Klasse…

 

„Christopher, Ihr könnt mit dem Rollstuhl den Aufzug nehmen!“

„Nein – wir gehen zu Fuß“, sagt Daniel, Christophers neuer Freund und Teampartner bei der Otto Bock Rolli-Kids-Trophy, die von der KSG Rhein-Neckar e.V. unter Leitung von Julia Heil organisiert wurde. Schnurstracks schiebt Daniel den Rolli auf die Treppe zu, und das Team der „Rolli-Racer“, in dem Christopher ist, lässt ihn samt Rollstuhl professionell die Treppe runter. Der strahlt und gibt gelassen das Kommando mit an: „ eins – zwei – hopp“.

„Zu Fuß gehen“ hat in dieser Woche eine neue Bedeutung für viele bekommen.

 

Julia, 12 Jahre alt und eine der 14 Schülerinnen und Schüler der Welterbe-Hauptschule Bad Goisern, die als Fußgänger-Teampartner bei der Rolli-Kids-Trophy dabei sind, bekennt: „ Es macht voll Spaß, im Rollstuhl Sport zu machen, aber ich bin froh, dass ich auch laufen kann.“

 

Im 1 ½ stündigen Rolli-Parcours quer durch den Wald mussten alle Trophy-Kids im Rollstuhl sitzen, und nicht einer stand auf. Über Wurzeln, Stock und Stein kämpften sie sich und da waren die 5 „echten“  Rollstuhl –Kinder eine wahre Hilfe. Hilfe geben, Hilfe annehmen, im Team agieren, egal ob mit Rollstuhl oder ohne, das war vom ersten Tag an eine Selbstverständlichkeit. Und der Spaßfaktor stand erst mal ganz oben bei den Abenteuern der einwöchigen Schatzsuche von Obertraun.

 

Da konnten auch die bösen Mächte nichts tun, die die Schatzsuche von Obertraun verhindern wollten, indem sie tagelang die Himmelschleusen öffneten. Trekking hat ja auch etwas mit Dreck zu tun und beim Paddeln mit den Outside-Booten konnte man sich wieder richtig putzen. Jeden Tag galt es, einen Hinweis über den Schatz von Obertraun zu finden, mal war er tief in einer Höhle versteckt, mal im Hallstätter See versenkt oder hoch droben am Berg, wo es mit speziellen Trekking-Paramountys auch für die Rolli-Kinder ganz alpin zur Sache ging, freilich im Team. Beim Ziehen, Schieben, Drücken, Heben entstand dann auch der Rolli-Kids-Trophy-Song zur Melodie von „Country-Roads“. Laut schallte es fast bis zum Hohen Dachstein:  „…null problemo, wir sind da, ist doch klar – wunderbar“.

 

Hüttenübernachtung im Matratzenlager oder Zeltlager – bei prasselndem Regen in der Turnhalle mindestens so gemütlich wie auf der Alm – waren ebenfalls Highlights der Trophy-Woche und die Erwachsenen waren bald nicht mehr gefragt.

 

Da lässt es sich das Team um Orlando nicht nehmen, ganz alleine ohne Hilfe der „Großen“ den steilen Anstieg zur Gondel zu meistern: „Geh fort, nit anfassen, wir machen ois aloan…“ schimpft Johannes, als Bergführer Harry Höll, der das Outdoor-Programm ausgearbeitet hat, mal hilfsbereit einspringen will. „Mir san nämlich a Team!“ bestätigt Alex.

 

Nebenbei gilt es, noch viele andere Aufgaben zu lösen: Wie bastelt man sich einen Dreikreuzknüppel, der böse Geister vom Schatz abhalten soll? In den Bergen muss man „Herzsteine“ sammeln, um die Schatzfee zu beeindrucken. Das „rote Team“ muss mit Trommeln einen Sonnentanz demonstrieren, „Gelb“ brilliert mit einem Rolli-Rap der zu Ehren der Sponsoren Coloplast und Otto Bock jeden Abend zum Besten gegeben wird, und die „Grünen“ weihen dem Schatz von Obertraun sogar eine ganze Seifenblasen-Show.

 

Hemmschwellen wegen eines Rollstuhls kennt hier keiner mehr und so mancher Erwachsener kann sich nur ein Beispiel nehmen, wie selbstverständlich wahre Integration gelebt werden kann. Freilich gibt es noch mehr Schätze zu heben, und so plant Julia Heil in Zukunft wieder eine Rolli-Kids-Trophy und dank der Unterstützung von Rehability, Coloplast und Otto Bock wird dieses einzigartige Integrationsprojekt im nächsten Sommer auch wieder stattfinden. Interessierte Rolli-Schatzsucher zwischen 8 und 13 Jahren sollten sich baldmöglichst schon melden.

Die Rolli-Abenteuer der Schatzsuche von Obertraun…

OttoBockRolliKidsTrophy2Zwei Rollstühle berichten von einer einzigartigen integrativen Kinder-Outdoorwoche

 

Sie waren dabei…..

 

Rolli1: Falcon, Hersteller Otto Bock, 10 Jahre alt, Farbe lila, Zustand: etwas aus der Spur…, im Nachfolgenden Falco genannt.

Rolli2: Voyager Teen, Hersteller Otto Bock, 1 Jahr alt, Farbe: Sparkle-Rot, Zustand: liebevoll gepflegt, im Nachfolgenden Teeny genannt.

 

Falco: „Also für mich war ja schon der Anfang superstressig, nachdem ich dreimal ein- und wieder ausgeladen wurde, fuhr ich total eingequetscht mit 5 Trekking-Paramountys und 9 anderen Rollstühlen nach Österreich. Das Schlimmste für mich war: ich musste stundenlang auf meine Räder warten, die kamen erst mit Service-Wagen von Otto Bock. Und das alles mir, wo ich doch schon 10 Jahre alt bin…“

Teeny: „Also ich wurde zwischen Handbike und Kuscheltier sanft verladen und fuhr bequem mit Klimaanlage bei Christopher im Auto. Denn dem gehör ich nämlich.“

Falco: „Du hast`s gut, ich werde dauernd nur ausgeliehen und gehöre niemandem so richtig, aber bei der Otto Bock Rolli-Kids-Trophy war`s total klasse, Romana hatte mich beim Rugby-Turnier unter dem Po und wir sind vielleicht rumgefetzt, waren sogar auch in der Siegermannschaft!“

Teeny: „Ich bin immer beim Christopher, und beim Mattenfahren haben wir allen anderen Kids gezeigt, wie`s geht: mit Anlauf, Ankippen und Hochfahren haben wir glatt 4 Matten geschafft.“

Falco: „Ach ja, da saß der Johannes in mir drin und wir sind ziemlich oft umgekippt, au weia, aber mit viel Übung ging`s dann. Einmalig war`s auch mit Kristina beim Rolli-Race durch den Wald, über Stock und Stein und mitten durch den Matsch ging`s dabei. Und alle 22 Kinder sind die ganze Zeit im Rolli sitzen geblieben. Die 5 echten Rolli-Kid`s konnten den anderen auch prima helfen, der Nico zum Beispiel hat die anderen am Berg sogar angeschoben…Da kam richtiger Teamgeist auf.“

Teeny: „Aber auch als wir in der Höhle waren, da haben die Fußgänger-Kids so richtig mit zugepackt bei den vielen Stufen und Steigungen.“

Falco: „Jaja, da standen wir völlig verdreckt im Keller und konnten nicht mit. Dafür war auf der Bergtour ja gar kein Rollstuhl dabei, und auch ihr musstet auf der Hütte warten…“

Teeny: „Der Christopher hat voll begeistert erzählt, wie er mit dem Trekking-Paramounty so richtig zum Alpinisten wurde, in 2000 Metern Höhe, bei Super Bergpanorama, und dann ging`s im Team mit seinen Trophy-Partnern durch die Bergwelt. Abends haben wir dann den Rolli-Kids-Trophy zum Besten gegeben, der beim Wandern entstanden ist. So ein richtiger Gitarren-Hütten-Zauber-Abend! Da wollte dann so keiner richtig schlafen und im Matzratzenlager bei den Mädels war noch lange Tumult.“

Falco: „Aber wie ich gehört habe, war das ja `ne total wichtige Sache: denn Nora wollte den Österreichischen Fußgänger-Kids nachts noch unbedingt die Deutsche Nationalhymne beibringen…“

Teeny: „Ach so, war jedenfalls voll aufregend, aber cool fand Christopher auch das Zelten, vor allem mal so ganz ohne die Eltern…“

Falco: „Da waren wir auch dabei, denn die Indianer-Zeltstadt haben wir ja in der Turnhalle aufgebaut, sogar mit Marterpfahl, und da gab`s kurz vorm Schlafengehen noch eine kleine Rolli-Basketball- Runde“

Teeny: „Puh, wir haben echt viel erlebt, Wildwasser-Paddeln waren die Kids ja auch, und die ganze Woche über haben sie in ihren Teams so viele Punkte gesammelt, dass sie schließlich den großen Schatz von Obertraun entdecken konnten. Stell Dir vor, eine riesige Schatztruhe war das….“

Über den Autor

David Stähle

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