Kids-Trophy 12.-18.08.2007

Sonntag, 12.08.07

 

Um 8.00 Uhr geht in Weinheim bei Rehability das Große Sammeln und Packen los. VW-Bus, Kia-Van und Anhänger werden aufs Maximum mit Kindern, Rollstühlen, Handbikes, Fahrrädern, Gepäck beladen. Die Fahrt wird zwar lang, aber die Stimmung ist prima. Fast zufälligerweise ist der Kia zum Mädels-Auto und der VW-Bus zum Jungs-Auto geworden, was sich freilich in den Gesprächsthemen, der Musik – und CD-Wahl bemerkbar macht. Der Ruf „ ich muss mal…“ kommt jedenfalls in beiden Autos so oft vor, dass man die Pausen gemeinsam macht und auch im Konvoi fährt. Christina Stürmer gibt mit ihrem Lied: „Ich kriege nie genug vom Leben…“ das Motto der Woche schon mal klar vor und Hape Kerkelings Hörbuch „ich bin dann mal weg“ lässt die Lust auf die kommende Woche steigen.

 

Gerade rechtzeitig zum Abendessen erreichen die Abenteurer die Bundessportschule in Obertraun, und das riesige Buffet lässt keine Wünsche offen – kulinarisch brauchen wir uns keine Sorgen machen – die Verpflegung hier ist perfekt.

 

Nach dem Essen gibt’s die obligatorische Vorstellungsrunde in unserem Dachsteinzimmer – wo uns schon ein 2 Meter großes Pappmachée – Kunstwerk erwartet. Christina, Kathrin und Alicia sind direkt aus dem Allgäu gekommen und schon seit einigen Stunden hier – ein tolle Gelegenheit, die ersten Bastelkünste zu demonstrieren. Nach und nach sind auch die 7 Obertrauner Fußgänger-Kids in die Sportschule eingezogen und haben beim Basteln geholfen.

 

Für die ganze Woche steht uns eine Turnhalle zur Verfügung und so können wir uns mit „Namensspielchen“ noch ein wenig austoben, bevor es in die Betten geht.

 

 

Montag, 13.08.07

 

Nach dem Frühstück geht es erst mal in die Turnhalle, wo alle Kinder im Rollstuhl durch die Halle fetzen können. Kippen üben, d.h. auf den zwei großen hinteren Antriebsrädern balancieren, ist besonders wichtig, wenn es darum geht, ein Hindernis oder eine kleine Stufe zu bewältigen. Die Rolli-Kids zeigen, wie man über die Matten kommt – schnell ankippen, mit Schwung hoch, Gewicht erst nach hinten, dann nach vorne verlagern.

Beim Hindernisparcours werden die Teams gebildet und die ersten Staffeln sausen durch die Halle. Teamgeist ist jetzt schon gefragt, wenn bei großen Hindernissen die Fußgänger den Rollis helfen – ankippen und auf „Hopp“ eine Stufe nach oben ziehen.

 

Nach dem Mittagessen geht`s dann raus in die Natur – zum Glück ist der Wettergott uns hold und schickt ein paar Sonnenstrahlen. Die Teams haben inzwischen schon ihren Schlachtruf kreiert – die „Roten Rocker“ stehen am Start und es schallt durch den Wald „die roten Rocker legen los – die andern gucken bloß…“ Beim Rolli-Race über Stock und Stein der rauschenden Traun entlang geht es nicht um Wettkampf. Die Zeit wird zwar genommen – aber weder der erste noch der letzte siegt. Vielmehr sollen alle darauf achten, dass die Durchschnittszeit erreicht wird. Gar nicht so leicht, denn die Gruppen gehen gestaffelt an den Start.

 

Max – ein Fußgänger-Kind aus Weinheim- hat es besonders schwer, denn er hat einen Rolli erwischt, der für Basketball mit ganz kleinen Vorderrädchen ausgestattet ist – ein Alptraum auf diesem Schotterweg, da man immer mit den Rädern stecken bleibt. Wie leicht doch so ein Weg erscheint, wenn man ihn zu Fuß „erschlendern“ kann. Wem fallen da schon die vielen Wurzeln und Steine auf, die den Rollstuhl immer wieder blockieren. Das vorher geübte Ankippen ist dabei unabdingbar. Nach exakt 48 Minuten sind die Teams an der ersten Versorgungsstelle. Hier hat Bergführer Harry Saft und Kekse parat gestellt und die Fußgänger-Kinder lassen die Rollis hier am Ufer stehen. Jetzt geht`s nämlich steiler weiter und da ist Zupacken und Helfen angesagt. Die „Dachstein-VIPs – die Nummer eins in Sachen Teamwork“ kommen verdutzt an einen reißenden Fluss. Etwas unterhalb ist zwar eine Brücke, doch die darf nicht genutzt werden- „Flying Fox“ heißt die extra für das Rolli-Race erbaute Seilbahn. Jeder erhält Gurt und Helm und 4 Meter über dem Bach geht es hinüber zum anderen Ufer. Ein bisschen möchte den einen oder anderen ja vielleicht der Mut etwas verlassen, wenn man so hochgezogen wird und auf einmal frei schwebend über den Fluss saust, die Jauchzer und Jubelschreie zeugen aber davon, dass der Spaß doch siegt.

 

Kurz darauf kommen die Teams wieder an einen Bach – nicht sehr tief und reißend, aber doch nicht ohne nasse Füße zu überwinden – und mit Rolli schon gar nicht. Doch da liegen Querbohlen im Bach und am Ufer lange Lattenbretter. Brücke bauen heißt die Devise, die Bretter müssen exakt der Radbreite angepasst verlegt werden. Einer vorne, einer hinten, Rolli in der Mitte, so kommt man trockenen Fußes ans andere Ufer, wenn man von dem einen oder anderen Fehltritt absieht.

 

Ein kleiner Schauer ganz groß macht die Sache noch etwas spannender, Trekking hat ja auch was mit Dreck zu tun und die Regenjacken sind ja nicht umsonst dabei. Und falls beim kleinen Outdoor-Geschäft die Übung noch nicht den Meister geschaffen hat, fällt das wenigstens beim Regen nicht weiter auf.

Mit den Autos geht`s zurück in Basislager, wo mal wieder eine riesige Speisenauswahl wartet. Das Schatzorakel am Abend lobt die Teamarbeit, denn alle haben prima zusammengearbeitet. Für den Pappmaschee-Berg gibt’s Geschenke – er wird angemalt und mit Steinen und Gipfelkreuz verziert. Moos und Laub lassen ihn immer mehr zum Ebenbild des großen Dachsteins werden.

 

 

Dienstag, 14.08.07

 

Heute geht`s mit Fahrrädern und Handbikes zum Hallstätter See. Die meisten Rolli-Kinder, so wie Anna, haben gar kein eigenes Handbike für ihren Rollstuhl und sind daher total begeistert, mit 15 km/h neben den Teampartnern dahinzusausen.

 

Am See angekommen erwartet die Teams eine große Aufgabe. Zwei echte 5 Meter hohe Indianer-Tipis gilt es aufzubauen. Es gibt Schnüre, ein riesiges Lining, und 12 5 Meter lange Latten für jedes Zelt. Die Black Bulls sortieren erst die Latten und binden 3 davon zusammen – wichtig den richtigen Knoten an die richtige Stelle und die Latten im richtigen Winkel – wie viel sind eigentlich 45 °?? Die „Fantastischen 4“ breiten erst mal das Lining aus und die Mammuts befestigen das Lining mit einer „Tür-Stange“.

 

Das Dreibein wird aufgestellt und die übrigen Latten vorsichtig dazwischengelegt, jeder hält eine Stange, denn es muss alles stabil und symmetrisch aufgebaut werden. Jetzt gilt es, das Stangengerüst auch richtig fest zu machen. Sarah hat das Ankerseil sortiert und muss damit nun 4 mal um das ganze Tipi herum. Mit dem Rolli in der Wiese gar nicht so leicht. Daher kommt ihr Kathi zu Hilfe und saust mit ihr um den Stangensalat. Gut festzurren und dann kommt das Lining mit Stange dran. Auf einmal steht da tatsächlich ein richtiges Tipi-Zelt. Keiner dachte vorher daran, dass es mal so groß wird, dass alle in den beiden Zelten schlafen können, doch nun richten sich die Mädels und Jungs in ihren jeweiligen Zelten schon häuslich ein.

 

Am Nachmittag geht es aber erst noch einmal auf den See. Mit den Outsite-Booten können die Kids teamweise lospaddeln. Das Lachen schallt über den ganzen See – ein erstes Päuschen auch für die Betreuer, denn Maskottchen durften nicht mit ins Boot, dafür haben die Paddellehrer schon gesorgt. Die Schwimmpause wird genutzt, den Schatz für den heutigen Tag zu versenken – das schwimmende Paddel zeigt den Weg. Doch bis die Schatzsucher wieder da sind, muss das Schwimmpaddel verteidigt werden, denn alle hilfsbereiten Seebesucher wollen das herrenlose Paddel gerne bergen. So entsteht die sagenumwobene Geschichte vom Stöpsel des Hallstätter Sees. Und alle Touristen und Badefreunde lassen das Paddel nun tunlichst in Ruhe. Wer will schon das riesige Gegurgel und anschließend einen leeren See?

 

Als die Teams wieder am Ufer sind und Leo von den „Fantastischen 4“ auch den Schwimmschatz geborgen hat, macht sich der Hunger breit.

Grillen ist angesagt und die Küchenfeen und –zauberer der Sportschule haben alles gerichtet. Wetterstation und beide Bergführer sind der festen Überzeugung, dass das Wetter halten wird, und wir lernen einiges über Zugrichtung der Stratobewölkung und Hochdruckströmungen. Der zaghafte Einwand, dass einfach der Abstand Sonne – dunkle Wolkenwand kontinuierlich kleiner wird, wird mit einem Lächeln quittiert. Doch vorsichtshalber denkt Bergführer Harry immer an Dinge, die eigentlich überhaupt nicht passieren können, und bringt ein paar dicke Planen zum Abdecken der Tipis. Mit Bubenleitern werden die Tipis erklommen und wetterfest gemacht. Sollen wir jetzt das Feuer machen? Die Frage wird mit einem dumpfen Grollen aus westlicher Richtung beantwortet. Im nächsten Moment fegt ein Wind die Plane weg, die Antwort ist klar – zurück ans leckere Buffet. Kinder alle in die Autos und Shuttle ins Sportzentrum. Die Maskottchen kümmern sich im Regen ums Gepäck und die Fahrräder und sind fast mehr enttäuscht als die Kinder, die die Aufregung eher spannend finden.

 

Doch das Schlafen in den Zelten hat keinen Wert mehr, obwohl nach einer Stunde wieder die Sonne scheint. In der Turnhalle bauen wir ein großes Mattenlager auf. Hier zu übernachten hat auch seinen ganz besonderen Reiz. Aber vorher legt das Orakel noch eine Aufgabe fest: den Spuren des Lichts soll gefolgt werden und eine Nachtwanderung führt zu einer unheimlichen Waldlichtung, auf der eine wundersame Erzählerin die Geschichte vom Dachsteinkönig und den bösen Bergstutzen erzählt. Morgen geht es auf den Berg, und um sich vor den Bergstutzen zu schützen, müssen die Teams einen Dreikreuzknüppel bauen. Was das ist und wie das aussieht – das müssen die Teams schon selber rausbekommen.

 

 

Mittwoch, 15.08.07

 

Am Vormittag wird noch gebastelt und geprobt, denn neben den Knüppeln gab es für einige Teams noch weitere Aufgaben: die Cats müssen eine Jonglage-Show für den letzten Abend einstudieren, während die Black Bulls mit den Mammuts eine Akrobatik proben.

 

Gegen Mittag geht`s zur Gondel. Die große direkte Gondelverbindung zum Krippenstein wird renoviert und so heißt das Abenteuer mit den kleinen grünen Eiern der Bundesheerbahn in 2 Abschnitten erst einmal zum „Oberfeld“ zu gelangen. In jede Gondel passen 4-5 Menschen. Rollstühle, Paramounties und das gesamte Gepäck für 2 Tage wird portionsweise nach oben geschleust. Wir sind die Attraktion hier, leider nicht zur Freude für einige Touristen, denen wir eine ziemliche Wartezeit bescheren. Doch die Mitarbeiter der Dachsteinseilbahn ermöglichen uns trotz Feiertag in Österreich unsere Bergtour, dafür gebührt ihnen eine große „La Ola“ des ganzen Teams. In der Gondel schaut Sarah fasziniert nach unten: „ich bin noch nie in einer Gondel gefahren…“ Die ansonsten so redselige Sarah genießt stumm die Aussicht in die Bergwelt, die bei jedem Höhenmeter faszinierender wird. Ein „boah“ geht durch die Gondel, als der Dachstein mit seinem Gletscher hinter der Bergkuppe sichtbar wird.

Es klappt alles perfekt und reibungslos – umsteigen –umpacken.

 

Oben angekommen erwarten die Trekker zwei riesige Kisten mit Lunchpaketen der Sportschule. Wir sollen ja nicht darben auf unserem Trek. 7 Paramounties, spezielle Bergbobs, warten ebenfalls auf die Teams. Mit dem beigelegten Werkzeug müssen sie zuerst einmal die Griffstangen am Bob montieren, dann vorne Zugseile und Karabiner einhängen und nach ausgiebiger Rast geht`s los zur Gjaidalm. Auf diesem kürzeren Trek wird schon mal erprobt, wie die Füße fixiert, das Kissen positioniert werden muss. Ob die Anschnallgurte so passen, ob die Beine noch gepolstert werden müssen. 2 Rollen Klebe-Tape werden verbraucht, doch dann passt alles. Die Teams sind komplett, je zwei Fußgänger an einem Paramounty, die Maskottchen helfen mit, wo’s nötig ist. Auf der Gjaidalm geht es dann zur nächsten Gondel, diesmal bis ganz hoch auf den Krippenstein, wo wir von Moni auf der Lodge erwartet werden. Nach ausgiebiger Pause, beziehen wir die Zimmer und besuchen die Huskys, die hier bei Toni und Moni auf der Lodge wohnen. Wie in Schlumpfhausen stehen die Hundehütten auf der kleinen Anhöhe hinter der Lodge und das Schmusen mit den Tieren tut wohl jedem gut.

 

Doch der Tag hat noch ein Abenteuer zu bieten. Versiert, wie die Teams jetzt sind, geht es noch mit den Paramounties zu den „Five-Fingers“. Auf der Nordseite des Krippensteins sind 5 lange Stege waagerecht über den Abgrund rausgebaut. Nach unten durch eine dicke Glasscheibe kann man hunderte von Metern in die Tiefe schauen. Christina schaut minutenlang nur sprachlos nach unten und nach vorne auf das Abendpanorama der Berge. Im Fernsehen würde das bei einem Heimatfilm als Kitsch abgetan, aber diese Kulisse raubt uns allen den Atem. Etwas verunsichert schaut Jule, die Leiterin der Trophy, nach ihrem Schützling. Nicht dass Christina in stiller Panik über diesem Abgrund steht und sich nicht traut, ihre Angst zuzugeben. Doch sie gesteht: „Seit ich einmal Bilder von Bergen gesehen habe, wünsche ich mir so sehr, dass ich sie mal selber sehen darf. Sie sind noch viel schöner, als ich sie mir vorgestellt habe…“ Christinas Mama, Helena, bestätigt diesen Herzenswunsch der Tochter. Doch als alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, eines davon auf einen Rollstuhl angewiesen, konnte sie sich einen Bergurlaub niemals vorstellen.

 

Zurück auf der Lodge wird die Kids-Trophy-Tradition des letzten Jahres zum Leben erweckt. Die Kinder tanzen auf der Terrasse, singen selbst erdachte Strophen zur Melodie des bekannten „Holly-Polly-Doodle – all the day-Liedes“ Spontan-Dichten wird zur herausfordernden Disziplin. Anna möchte gerne auch im Stehen mitsingen, ist aber sehr unsicher auf den Füssen, doch bevor sie sich nach ihrem Maskottchen umschauen kann, steht ihr Ines, ein Obertrauner Mädchen, schon zur Seite. Arm in Arm lässt sich’s besser stehen und schunkeln.

 

 

Donnerstag, 16.08.07

 

Zum Frühstück auf der Lodge kommt uns Jörg Wolkenhaar aus Hamburg besuchen. Als Geschäftsführer der Aeterna Lichte GmbH hat er sich dazu entschieden, diese Kids-Trophy mit zu ermöglichen. Mit großem Applaus wird er begrüßt und alle freuen sich sehr, dass er uns beim Bergtrekking zum Heilbronner Kreuz auch unterstützen wird.

 

Mit den Paramounties geht`s bald los und die eingespielten Teams lassen ihre Schlachtrufe erschallen. Als Nebenaufgabe gilt es heute noch, ein paar „Herzsteine“ zu sammeln. Steine, die die Form eines Herzens aufweisen, sollen die Schatzgeister besänftigen. Paul und Harry, unsere Bergführer trauen allerdings dem Wetterbericht nicht so ganz; denn es türmen sich graue Wolkenberge am Himmel auf. Die Ansage, dass es erst zum Nachmittag schlechter wird, beruhigt nicht wirklich, und bevor wir das Heilbronner Kreuz erreichen, entscheiden wir uns zu Umkehr. Hüttenwirtin Moni kommt auf dem Quad zu uns gefahren und jeder kommt so in den Genuss auf dem 4-rädrigen Crossfahrzeug hinter Moni zur Gipfelbahn zu fahren. Ein Erlebnis der besonderen Klasse, und enttäuscht oder traurig ist hier sicher niemand über die Extra-Einlage an Abenteuer. Mit der Gondel geht’s zur Gjaidalm und mit dem Quad shutteln Moni und Toni alle zur Mittelstation. Das Juchzen der Kinder möchte das laute Motorknattern übertönen.

 

Nach kurzem Anruf im Sportzentrum bekommen wir auch dort am Nachmittag außer der Reihe eine Stärkung. Nachmittags gibt’s für die Teams noch mal Gelegenheit, an ihren Darbietungen zu feilen und die 3 übrigen Teams meistern nach kurzer Spieleinführung ein bravouröses Rollstuhl-Rugby-Turnier. Anstatt der Gute-Nacht-Geschichte präsentieren die „Roten-Rocker“ und die „Black-Bulls“ noch ihren selbst einstudierten Krimi in einer Freilichtaufführung.

 

 

Freitag, 17.08.07

 

Ein Highlight der Woche steht auf dem Programm: Höhlentrekking.

 

Mit den Autos geht`s zur Koppenbrüller Höhle. Den steilen Zustiegsweg meistern die Teams schon routiniert. Die Maskottchen müssen kaum noch schauen, ob das auch klappt mit dem Schieben und Ankippen. Am Höhleneingang wird die Schutzausrüstung angelegt: Overall, Klettergurt, Helm, Stirnlampe. Die Höhle ist nicht selbstständig beleuchtet. Feuchte kühle Luft schlägt uns entgegen und ein Rauschen kündigt und an, dass in dieser Höhle noch wilde Wasser tosen. Tief hinein geht der Weg, zu anfangs ist er breit ausgebaut und über unzählige Treppen gelangen wir tief in den Berg hinein. 1000 Meter Stein liegen über uns. Als Höhlenführer Rudi über die Entstehung der Höhle erzählt, schalten wir alle die Stirnlampen aus, es ist mucksmäuschenstill. Wasser tropft auf eine installierte Trommel und das regelmäßige „pong“ macht eine unheimliche Atmosphäre. Hinter der nächsten Ecke erleuchten Aeterna-Kerzen eine riesige Höhlen-Kathedrale und die Stimmung ist fast feierlich. Doch der Schrecken kommt, als sich Höhlenmonster Gollum aus der Tiefe meldet und die Teams dazu auffordert, den sicheren Weg zu verlassen und in die Tiefe abzuseilen. Beim Anseilen steigt die Spannung, doch die Augen werden groß, als jeder über das Geländer in die Tiefe abgelassen wird.

 

Für die Rolli-Kids warten Schutzkissen und so können die Teams sich gruppenweise sammeln. Wer nicht alleine gut sitzen kann, der wird einfach in den Arm genommen, was in dieser dunklen Tiefe sowieso immer hilfreich ist. Doch Gollum entpuppt sich als zahmes Höhlenmonster, das von jedem Team eine Höhlenmalerei mit den Fingern verlangt. Mit „Hauruck-Verfahren“ schweben alle Kinder anschließend wieder nach oben und beim Hinausgehen fällt auch das bunt leuchtende „Kids-Trophy“ auf, dass in einer Seitenhöhle mit Knicklichtern installiert ist. Gut gelaunt mit etwas Lehmspuren auf der Wange gibt’s am Höhlenausgang erst einmal fette Lunchpakete, bevor es fröhlich wieder ins Basislager geht.

 

Am Nachmittag hat das Orakel aber noch eine besondere Aufgabe: Schatzmonster müssen mit Pfeil und Bogen erlegt werden – und da die Schatzmonster noch niemand gesehen hat, werden sie kurzerhand kreiert. Mit Werkzeug werden die großen dicken Styropor-Platten bearbeitet bis bizarre Kreaturen entstehen. Die Turnhalle sieht bald aus wie eine tief verschneite Eisbahn. Kein Problem, denken die Großen, die sich diesen Spaß ausgedacht haben – Besen her und fertig. Doch an die elektrostatische Aufladung der Styropor-Krümel hat keiner gedacht. Überall weiße Kügelchen, die sich nicht einmal abbürsten lassen. Der Spaß ist unbeschreiblich, denn da hilft nur der Bau einer Absaug- und Abbürst-Straße.

 

Mit Pfeil und Bogen wird anschließend das Schießen erst mal auf normale Zielscheiben geübt. Und nach kurzer Zeit hallen schon die ersten Schreie für die Zieltreffer durch die Halle. Beim Turnier sammeln die Teams die Punkte und ausnahmsweise dürfen die Maskottchen auch mit 2 Pfeilen für ihre Teams Punkte sammeln. Böser Fehler für die Fantastischen vier, denn Jule vermacht mit ihrem verschossenen Pfeil dem Team den einzigen Null-Punkte-Schuss.

Nach dem Abendessen geht’s in die Turnhalle, wo schon 2 Bühnen und Zuschauerbänke parat stehen zur Akrobatik und Jonglage-Show.

 

Atemberaubend wird mit Musikuntermalung eine Artistennummer vorgeführt, die seinesgleichen sucht. Über Raphael und Jonas im Rollstuhl hinweg fliegen Daniel, David und Kathi mit einer Flugrolle. Ebenso bilden die zwei Rollis die Basisstütze für die Menschenpyramide. Der tosende Applaus will kaum enden. Dann kommen die Jonglierer und mit Bällen und Keulen wird im Rollstuhl eine Tanzshow gezeigt.

 

Zurück im Gruppenraum beim Dachstein eröffnet das Orakel, dass der Schatz geborgen werden darf. Der Teamgeist war so beeindruckend, dass nicht wirklich ein Siegerteam ermittelt werden konnte. Den Spuren des Lichts folgend finden die Trekker die sagenumwobene Schatztruhe und mit fröhlichem Singen und vielen „La Olas“ für die Helfer und Kinder geht die Trophy zu Ende. Auf der Heimfahrt am nächsten morgen wird noch sehr oft gesungen: Ich kriege nie genug vom Leben…

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