Nachbericht Handbike Trainingslager Portugal 2009

Tavira – Portugal 2009-03-28

 

Hab ich schon erwähnt, dass schon alleine der Anflug nach Faro ein besonderes Erlebnis ist? Trotz meiner mittlerweile doch recht vielen Flügen in alle Teile der Welt hat dieser Flug immer noch nichts von seiner Faszination eingebüsst, als ich zusammen mit 12 Teilnehmern zum ersten mal 2005 auf Vermittlung von David Player und seiner Roll around the Algarve – Company diese wunderbare Landschaft besuchte. Auch dieses mal war das Wetter auf unserer Seite, denn der Slogan „Trainieren in der Sonne, wenn andere frieren“ macht ja nur Sinn, wenn Zuhause noch Schnee liegt und wir uns beim Fahren mit Sonnencreme einschmieren müssen. Und dieses mal haben wir besonderes Glück: statt wochenlang auf Regen warten zu müssen, hat es die letzten Wochen gegossen und die Landschaft wirkt grün und satt, so wie es sein sollte, während in Deutschland noch –8 ° C herrschten. Welch ein Unterschied zu unseren 25 °.

 

Am Start sind diesmal 19 Teilnehmer und eine gute Mischung aus alten Hasen und fast blutigen Anfängern, wenn man mal davon absieht, dass Peter als Leichtathlet in den 80ern genügend Wettkampfpraxis gesammelt hat, um zumindest nicht als Ahnungsloser zu gelten. Trainiert hat er freilich nicht vorher, schließlich ist sein Bike ja auch erst ein paar Tage alt. Auch zwei Österreicher haben wir diesmal dabei, vielleicht konvertiert ja einer und macht zukünftig bei uns mit?

 

Unterstützt werden wir auch diesmal von Andre Leman und seinem Team, der vom Flughafentransfer über Vorort-Toubleshooting bis hin zu Trainingsbegleitung und Abendprogramm uns zur Verfügung steht.

 

Und weil keiner das auspacken nach der Landung erwarten kann, sind die Bikes schon 10 min nach der Ankunft im Hotel in der Nähe von Tavira ausgepackt und fahrbereit. Bis auf einen. Manfred aus Österreich hat sich in seiner Wiener Herkunft besonnen lassen und macht den Sonnenanbeter. „Heute auspacken? Ach ne, dass hat Zeit bis morgen.“ Und so sollte es auch bleiben bis zum Rückflug. Alle anderen sitzen schon in den Bikes und erkunden die Region für die nächsten Tagestouren.

 

Kein Hotel dieser Welt kann es einem Haufen Rollstuhlfahrer recht machen und wird vorbehaltlos als geeignet akzeptiert. Da wir ja keinen Erholungsurlaub planen, sind die Hotelzimmer eben nicht unbedingt rollstuhlgerecht. Also müssen die Türen ausgehängt werden, da diese nach innen aufgehen und somit kein rangieren im Bad möglich ist. Dass man seinen Zimmergenossen morgens bei der Morgentoilette ungern beim Zähneputzen die Neuigkeiten des Tagesplanes vermitteln möchte, ist einsehbar. Also sitzen bald alle in Einzelzimmern und das Problem ist somit gelöst.

 

Letztes Jahr waren ja noch die Leichtathleten in unserem Zimmer, diesmal müssen wir leider mit ein paar Touris vorlieb nehmen, die nicht unbedingt zur Gattung Sportler gehört. Damit ist der Anbandelungsversuch in Verbindung mit Frühlingsgefühlen ziemlich eingeschränkt. Also können wir uns voll auf das Training konzentrieren.

 

Nachdem wir schon in der ersten Woche unseren 100er abgequält haben, und kein Tag unter jeweils 2 Tageseinheiten zu je 50 km zu Ende ging, ist am Wochenende Pause und da hat sich Hollister als neuer Teamsponsor angemeldet. Claudia Riedel und Angelika Gregor Fliegen extra aus Deutschland ein, um uns die neuen Teamtrikots zu überreichen. Natürlich gehört auch ein Abendessen dazu und weil die Portugiesen Weltmeister im Planen sind, haben die das Ganze auch gleich im Freien geplant. Nachts – wohlgemerkt. A….kalt und mit reichlich Verspätung kommen selbst die gerade aus dem Ölbad gezogenen Pommes kalt auf den Teller.

Aber was solls. Die Stimmung ist trotzdem gut und wer will, kann den Rest des Abends noch in die Disco. Das kriegt gerade noch die Hälfte der Helden hin und der Rest landet platt im Bett.

 

Kein Unfall, kein Platten, das kann nicht sein. Irgendwas muss ja noch kommen. Stimmt, Manfred hat sich schon 4 mal in den 10 Tagen ins Bike gequält und sogar seine Fallschirmhosen gezähmt, sein Ehrgeiz liegt wohl eher im Powerrelaxen. Dafür erwischt es ausgerechnet unseren Servicemann Alex, dessen Bike die Luft aus geht. Wäre ja auch noch schöner.

 

Ach ja: Glück ist ein Rindv…. Und sucht seines Gleichen?! Hat doch Christian Reeb, unser Superpfälzer beim Bingo nicht nur von 3 Preisen gleich das Hotelsweetshirt abgeräumt. Nein, auch seine Freundin gewinnt die Madeiraflasche. Bleibt halt in der Familie.

 

Frank hat nach 1300 km noch immer nicht genug und kurbelt bereits morgens vor dem Frühstück mit Johannes die ersten 20 km herunter. Peter hat sich sein Bike erst vor dem Trainingslager besorgt und bei der Wahl der Kurbellänge optimistisch daneben gegriffen. Sein etwa tellergroßer blauer Fleck am Bauch läßt darauf schließen, dass er 3 Möglichkeiten hat:

 

1. Abnehmen (unwahrscheinlich)

2. Kürzere Kurbel (schlecht für den Hebel – sauschwer)

3. Sitzbespannung rauslassen – oh ja!!!

 

Peter muß sein Training am nächsten Tag leider abbrechen, weil seine durchhängende Sitzbespannung leider durchgebrochen ist. Also doch 1. ?

 

Nach und nach müssen die Jungs wieder nach Hause. Einer nach dem anderen fehlt am Training und letztlich sind alle bedient. Jetzt noch ne Woche Urlaub in der Sonne, daheim wartet Regen und Minusgrade.

 

Nächstes Jahr sollte das Trainingslager auf internationale Ebene ausgebaut werden. Mehr Österreicher – na ja ; )) und Schweizer, Holländer, Franzosen würden dem Event mehr Flair, größere Gruppen in den jeweiligen Leistungsstärken und spezifische Dienstleistungen wie Puls- und Bergtraining, lange Strecken, Sprint und Kurvenfahren usw. ermöglichen und so allgemein wäre das auch für alle Fahrer eine anspruchsvolle Abwechslung, in verschiedenen Sprachen und kulturellen Unterschieden einander kennenzulernen.

 

Wer mag, meldet sich schon mal an.

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