09.05.2010 – Marathon Mainz

Wechselhaft, bewölkt. Gelegentlich Schauer.

 

Muß einen ja nicht unbedingt treffen, wenn man um 7 Uhr aus Heidelberg nach Mainz fährt, um beim Halbmarathon mit dem Team Rehability ne gute Figur zu machen. Die besten Handbiker der Welt am Start, Merklein, Malouf, Jeffre, Purschke usw. Nix Bummeln war angesagt. Trocken die Witterung bei der Hinfahrt, leichte Tropfen beim Aussteigen, Nieselregen bei der Anfahrt zum Start und Regen beim “Warmfahren”. Ja so ein Mist. Wir sind mit 13 Fahrern gemeldet. Also gut 25% des Starterfeldes, das nach rund 2 Aufwärmrunden den Platz unter einer Brücke vor dem Start suchte, um – sich aufzuwärmen. Scheißkalt, völlig durchnäßt und 8.45 Uhr. Start 09.20 Uhr. Da warten wir nun. Die Moderatoren haben Mühe, sich einzureden, dass das doch ein toller Tag werden wird. Der Regen geht gleich weg und die Zuschauer auf die Strecke. Nach 20 Min. sind die Jungs auf der Tribüne doch etwas verwirrt, dass da der Haufen Handbiker immer noch bewegungslos vor dem Start steht und sich nicht warmfährt. Aber das wär ja auch völlig unsinnig. Alleine vom Stehen frieren wir und langsam kommt der Schüttelfrost. Wie soll das gehen? Es schüttet, die Muskeln sind steif und die Lust, jetzt gleich das volle Programm Wasser von oben, unten, vorne und hinten gleichzeitig abzubekommen, ist gleich null. Und weil sich jeder unter der Brücke nicht von “seinem” Stammplatz verjagen lassen möchte, ist die Startaufstellung ein völliges Chaos. In der ersten Reihe stehen 2 Anfänger und die werden das Feld auch noch gleich auseinander reissen. Und wo steh ich? Logisch, direkt dahinter!!!

Start

Wie vorauszusehen geht es gleich mit 40 km/h los. Die Muskeln völlig verschreckt ob der plötzlichen Anstrengung, vom Schüttelfrost warmgezittert versehen unwillig ihren Dienst. Dazu kommt die befürchtete Dusche aus allen Richtungen. Fahrer vor mir versuchen, den Wasserlachen auszuweichen, was zu einem unguten Zickzack führt. Überholen ist nicht, selber ausweichen oft zu spät und letztlich geht das auf die Zeit. Ich bin es nach 1 km leid. Lasse abreissen. Das wird eh nicht mein Tag. Fahr lieber mit dem Team und versuche die Jungs zu unterstützen. Mit Johannes Weidner, den beiden Jörgs, Andy Lehmann, Christian Reeb, Alex Bersch bilden das Mittelfeld. Thomas Weinsheimer, der es dieses Jahr wissen will, Frank Wirth in seinem Windschatten und unsere Youngster Max Hauch, der grade letzte Woche seine Lehrlingsprüfung absolvieren mußte sollen einem zeigen, wie´s geht.

 

Unser Kücken, Noel Weingut, gerade 15 Jahre alt geworden, kommt in Fallschirmjägermontur an den Start. Will sagen, in Ermangelung geeigneten Regenzeugs hat er eine Regenjacke an, die ihn wie einen überdimensionalen Luftsack aufbläht. Das als Kniebiker – das wird nix. Also die Jacke unter das Kurzarmtrikot gesteckt, sieht zwar wie eine aufgeplatze Rindswurst aus, aber immerhin erfüllt es ein wenig seinen Zweck. Die Truppe hat sich hinter mir gesammelt. Die Spitze nach meinem “Ausstieg” uneinholbar weg, die Gischt ist noch zu sehen. Also ein Teamrennen ohne große Konkurrenzberührung. So war das nicht geplant. Aber die 22 km wollen trotzdem gefahren werden. Nicht lange, da hätten wir ein unvorhergesehens Erfolgserlebnis.

 

Vico Merklein, amtierender Weltbestzeitfahrer über 1:00:03 h über den Marathon, ehemaliges Team Rehability Mitglied trudelt vor sich hin. Ein Platten machte dem Rennen ein Ende.

Bernd Jeffre überschlägt sich, kann aber trotzdem noch weiterfahren, holt später den 2. Platz und zeigt so, dass er zu recht zur absoluten Spitze zählt.

Auch unseren Jörg Rehbein holt es von den Rädern und macht in einer rutschigen Rechtskurve eine wunderbare Rolle.

Alex, der tapfer mitfährt muss ebenfalls mit einem Platten aussteigen und zwei davon hat sogar Christian Reeb. So kannste nix gewinnen und trotzdem haben sich die Jungs vom Team Rehability mit 6 Fahrern unter den ersten 15 tapfer gehalten.

Max Hauch, Nachwuchsfahrer und hoffentlich bestandener Kaufmann fährt als erster vom Team mit sensationllen 37.29 min über die Ziellinie – Chapeau- knapp vor Frank und Thomas, die ebenfalls in der Spitzengruppe mitfahren und viel Führungsarbeit geleistet haben. Aber von allen hat einer den größten Respekt verdient: Noel kommt knapp hinter Andreas Lehmann und Michael Heil, nur 5 Minuten hinter dem Sieger ins Ziel. Für das erste Rennen, seine fehlende Erfahrung und einem Bike, das ächzt und knarrt, eine phantastische Leistung. Bestzeit des Siegers: 37.19 min.

 

Zuhause ist das Warmwasser ausgegangen…

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