Mobilitätskurs in Schönau in der Pfalz vom 6.8.2010 bis 8.8.2010

Aller Anfang im Rollstuhl ist schwer…und gerade aus diesem Grund machte ich mich auf die Suche nach Rollstuhlkursen für Erwachsene. Nachdem ich über einen Tipp von Freunden und die Suche im Internet auf die Homepage von Rehability gestoßen bin und die Erfahrungsberichte der letzten beiden Mobilitätskurse gelesen hatte, stand mein Entschluss zur Teilnahme fest.

 

Natürlich war ich auch etwas skeptisch, aufgrund der sehr positiv geschriebenen Berichte. Schließlich gilt es ja auch immer, Marketing in eigener Sache zu betreiben. Aber im nach hinein muss ich zugeben, dass die Erfahrungsberichte absolut zutreffend sind und genau das wiedergeben, was einen erwartet – nämlich eine tolle, wenn auch sehr ländliche Umgebung, nette Leute, jede Menge Spaß sowie ein anstrengendes aber sehr kurzweiliges Wochenende, das sich definitiv lohnt!

 

Die Bildungs- und Begegnungsstätte Heilsbach eignet sich sehr gut für einen Rollstuhlkurs, denn es gibt dort alles, was man für einen solchen Kurs benötigt: angefangen von rollstuhlgerechten Zimmern, guter Verpflegung, kurzen rollstuhlgerechten Wegen,… bis hin zu den vielen Übungsmöglichkeiten, sowohl draußen (Treppen mit Geländern, diverse Rampen, Abhänge mit den unterschiedlichsten Neigungsgraden,…) als auch drinnen (es gibt dort eine riesige, sehr gut ausgestattete Sporthalle). Aufgrund der Halle, vielen Matten und eigens angefertigten Podesten (die als Rampen- und Borsteinersatz dienen) ist man völlig unabhängig vom Wetter, wenngleich wir natürlich auch von dieser Seite absolutes Glück hatten und die meiste Zeit im Freien Üben konnten.

 

Insgesamt waren wir eine bunt gemischte Gruppe mit unterschiedlich langer Rollstuhlerfahrung, die, so denke ich, zusammen viel Spaß hatte und auch sehr viel gelernt hat. Wesentlich dazu beigetragen haben natürlich die „Trainer“ Thomas und Anja sowie Ihre „Assistentin“ Silke. Die Drei haben es geschafft, auf jeden von uns individuell einzugehen und das Beste aus uns herauszuholen. Sie halfen uns, die eigene Angst zu überwinden und mit sehr vielen Tipps und Tricks und vielen Übungen, Treppenstufen alleine, zu zweit oder zu dritt zu bezwingen, im Rollstuhl zu kippeln, Bordsteine zu überqueren, Hügel hoch- und kontrolliert wieder herunterzufahren, … Immer wieder wurden wir zum Üben ermuntert, aber es wurde auch sehr darauf geachtet, dass wir Pausen einlegen und dass auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Auch unserer Rollstühle wurden kritisch beäugt und wenn möglich, direkt vor Ort mittels einer mobilen Werkstatt verbessert. Mehr als einmal wurden wir positiv überrascht. Das Training fand dann abends einen gemütlichen Ausklang vor dem Kamin bzw. beim gemeinsamen Tanzen in der Halle. Letztendlich war es eine gelungene Mischung und jeder von uns profitierte von dem Training, sowohl die Rollstuhlfahrer als auch die Begleitpersonen.

 

Dass das Ganze natürlich auch ganz schön anstrengend sein kann, merkt man spätestens, wenn man am Sonntag wieder nach Hause kommt. Aber es lohnt sich definitiv, ein großer Schritt in Richtung Unabhängigkeit ist gemacht. Nun gilt es, weiter zu üben und das Erlernte auszubauen. Vielleicht auch in einem der nächsten Kurse.

 

Nochmals ein großes Lob und Dankeschön allen Beteiligten!

 

Beate Kopf

Über den Autor

David Stähle

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