Heidelberg Marathon 9. Oktober 2011

Der Termin lag schon ziemlich ungünstig. Die Strecke auf der Ziegelhäuser Seite das ganze Jahr gesperrt und ob das was wird, nun ja. So war nach dem Berlin Marathon irgendwie die Saison im Kopf abgeschlossen und das Wetter ist ja nun auch nicht grade im Oktober so, dass es einen jeden Tag nochmal zum Endspurttraining rauszieht. Aber siehe da, der schnellste Marathon der Welt, der nur alle 2 Jahre stattfindet, hatte alle Bedenken Lügen gestraft. Die Strecke mit neuem Belag war rekord- und bestzeitverdächtig rechtzeitig fertig geworden, das Wetter die ganzen 5 Wochen vor dem Start traumhaft und selbst am Renntag zwischen Regen und Kaltfront ideal. Also keine Ausreden und Alibis für schlechte Zeiten.

So stellten sich denn auch ca. 200 Handbiker aller Schadens-, Leistungs- und Geräteklassen am 9. Oktober um 11 Uhr an die Startlinie. Für die meisten galt es die persönliche Bestzeit nach oben zu schrauben. Wer in diesem Feld eine gute Gruppe findet, kann seine Marke um 3-4 Minuten verbessern. Leider ist Heidelberg auch bekannt dafür, den wohl schmalsten Parcour zu bieten, was durchaus anspruchsvolle bis gefährliche Situationen für Fahrer und parallel verlaufenden Straßenverkehr bedeutet. Die Straßenbreite speziell auf der neu asphaltierten Zielstrecke ist gerade mal breit genug für 2 Handbiker, die bei Tempo 40-45 km/h und teilweise darüber Hindernissen wie den überrundeten Einhängefahrern und hohen Tetras kaum ausweichen können, wenn nicht auf die Fahrbahn der Autofahrer, oder eben ausgebremst werden. Aber das war schon immer so und ist eben vielleicht auch das ganz Besondere an Heidelberg. Nirgendwo sonst kann man das Windschattenfahren so perfektionieren, dass man an Geschwindigkeiten heran kommt, die im Training unmöglich scheinen. Störende Kurven oder steile kurze Anstiege, die das Feld auseinanderreissen, sind nicht vorhanden und so kann ein eingespieltes Team das Tempo leicht bei über 38 km/h halten, ohne an die Schmerzgrenze gehen zu müssen.

Der Rekord war vorprogrammiert, gewonnen hat denn auch der Sieger des vorangegangenen Berlin-Marathon, Vico Merklein, der seine Handbike Karriere beim Team Rehability begann und neben dem Gewinn der Vize-Weltmeisterschaft in Dänemark nun auch den Heidelbergmarathon verbuchen konnte. Aber leider war die Konkurrenz vor allem an der Spitze gar nicht interessiert, den Rekord zu brechen und so kam die Spitzengruppe, in der auch Fahrer wie Knecht, Skrzypinski, Jeffre und Franek mitfuhren, im Wimpernschlagfinale und mit über 50 km/h ins Ziel, das allerdings über 1 min langsamer war als vor 2 Jahren. Etwas abgeschlagen Thorsten Purschke, der sich sicher gerne im Duell mit der Spitzengruppe gemessen hätte. Aber es reicht ja eben schon eine Engstelle, an der man hinter einem “langsamen” Überrundeten hängenbleibt und die Gruppe ist weg. Beeindruckend aber vor allem die Fahrer unter 1.10 min. Selbst der 45. war noch unter der für ambitionierte Freizeitfahrer geltenden Schallmauer. Vor 2 Jahren wurde man damit noch 15. Alleine mit besserem Straßenbelag ist das nicht zu erklären und wenn man den Trainingsaufwand bedenkt und vor allem die Entwicklung des Materials, so ist schon sehr leicht erkennbar, dass man wie früher mit etwas Training und wenig Rennpraxis nichts mehr gewinnen kann. Teamgeist und auch Disziplin sowohl im Training auch in der Ernährung und Lebensführung gehört mit dazu und Grundlage ist sicher auch der Start in die Saison, der wie jedes Jahr im Team Rehability in Portugal beginnt und gerade den Interessierten Hobbyfahrern, Anfängern und ambitionierten Wettkampfteilnehmern das Rüstzeug für die anstehende Saison bietet.

 

Termine werden Ende Oktober bekannt gegeben und soviel kann versprochen werden: Programm und Region an der Algarve werden deutlich verbessert und gleichzeitig lernt man auch noch Land und vor allem Leute kennen.

 

Auf Wiedersehen in der ´Saison 2012.

 

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