Nachbericht: Monoskikurs am 17.03.2012

Gegen 8.00 Uhr am Sonntag morgen, den 17.03.12 verlassen wir die heimatlichen Gefilde und brechen bei frühlingshaftem Wetter auf in Richtung Österreich, Obertauern. Wir haben prima freie Fahrt und erreichen nach knapp 600 km unser Hotel “Montana”.

Auf über 1700 Metern Höhe erwartet uns eine traumhafte Bergwelt. Wir beziehen unsere Zimmer, schauen uns im Hotel um. Auf der Terrasse gibts erst mal einen Kaffee und man spürt gleich die volle Kraft der Sonne. Nach und nach trudeln die ersten Protagonisten ein. Zusammen sind wir 8 Teilnehmer. Flo, Pana und ich sind Anfänger, Waldemar und Karl-Heinz Fortgeschrittene, Tobias und Michael Profis. Genau wie Stephanie und Kristine. Am Nachmittag dann offizielle Begrüßung durch Stephanie von rehability, die den Kurs leitet und Martin Braxenthaler unseren Skilehrer. Jeder darf nun in seinem Monoski probe sitzen. Mein erster Eindruck: Ich sitze gut aber sehr unstabil.

Beim Abendessen ein erster Austausch, wir haben Glück alle Mitstreiter schwimmen auf einer Wellenlänge.

 

Erster Skitag

Monoski 5Der Himmel hat sich zugezogen, leichter Schneefall und Nebel. Das Wetter spielt heute zum Glück keine große Rolle. Jeder ist mit sich und der neuen Situation so beschäftigt das man kaum nach oben schaut. So üben wir am Vormittag erst mal das Einsteigen und angurten im Monoski. Hier lernt man gleich mal die geübten Helfer zu schätzen. Ohne sie wäre man aufgeschmissen. Mir gehen Stephanie und Kristine zur Hand. Kristine weiß worauf es ankommt, ihr Mann Michael hat die gleich Lähmungshöhe und damit auch die gleichen Anfangsprobleme. So weiß sie immer gleich wo es schwierig werden könnte. Michael präpariert meinen Monoski noch mit einem Zusatzgurt, der mir mehr Halt geben soll. So verbringen wir die ersten Stunden mit ebenmäßigem hin- und her schieben, Drehversuchen und einen kleinen Hang hinunter zu rutschen. Man versucht mit den beiden Krückenskiern an den Unterarmen sich zustützen und hoch zu drücken.

Ich kann mir noch nicht vorstellen das man damit den Berg runter fahren kann – aber es wird nicht lange gefackelt. Ein paar Gleichgewichtsübungen und mit den Helfern im Rücken geht es den ersten Hang runter zum Sessellift. Schon ein mulmiges Gefühl mit nur einem Brett unter dem Hintern – aber es fährt. Dann geht alles so schnell das keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Es geht durchs Drehkreuz in Richtung Einstieg. Habe schon etwas Respekt vor der ersten Liftfahrt. Jetzt heißt es einen Verriegelungshebel unter dem Monoski zu lösen, damit die Druckfeder freigegeben wird. Man drückt sich mit den Skikrücken nach oben und steht leicht nach vorne gebeugt. Natürlich immer gesichert durch einen Betreuer. In dieser Haltung lockert man die Rückenschale und bewegt sich Richtung Einstieg. Nun wartet man bis der Sessellift kurz vor dem Monoski ist und dann “hopp” nach oben drücken und nach hinten fallen lassen – schon sitzt man im Lift. Beim Ausstieg ähnlich, etwas hoch drücken, Krückenski öffnen und nach vorne weg fahren. Bei der ersten Fahrt im Lift schaue ich skeptisch nach unten und hoffe bloß nicht raus zu fallen. Geht auch gar nicht aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste und das besonders 10 Meter über dem Boden.

Nun stehen wir vor der ersten Abfahrt. Jürgen ist nun mein Coach, der man kennt sich aus er arbeitet auch als Begleitfahrer für Blinde. Wie wir runter gekommen sind? Keine Ahnung. Jürgen drückt mich und den Monoski mal nach rechts mal nach links und so gleiten wir ins Tal. Nach zwei Abfahrten in denen wir weitere Instruktionen erhalten gehts zurück zum Hotel. Jeder hat noch Martins Anweisungen im Kopf: Bergschulter vor Blick ins Tal, Skikrücke raus – Alpines Fahrverhalten.

Alle sind erledigt aber auch beeindruckt die Bergwelt so zu erleben. Gegen 17.00 Uhr rollen wir vom Hotel zu einem Skihändler vor Ort. Cooler Typ, der Junge, jeder kriegt erstmal ne Büchse Bier und eine Kappe geschenkt. Nun erfahren wir mal was über Skitypen, Kleidung, und Helme. Für mich als Laie schon hart wie viele verschiedene Skiarten, Schleiftechnik etc. es gibt.

 

Dienstag 2.Skitag:

Monoski 4Ab heute haben wir nur noch Kaiserwetter, Sonnenschein und absolut herrliche Sicht. Wir starten wieder um 9.00 Uhr mit dem Einsteigen in den Monoski. Hier sind wieder alle Helfer gefragt, Popes rein, Gurte zu, Sitzposition und Füße ausrichten. Bei diesem Gezerre kann auch mal was schief gehen. “Flo zieht blank”, d.h. beim Umsetzen vom Rolli in den Monoski zeigt er uns seinen Allerwertesten. Irgendwie wollte seien Hose einfach nicht mit in den Mono. Ein guter Start, alle Jubeln -Gaudi halt. Wir sind eben eine tolle Truppe.

Nun geht es mit den Helfern den Hang runter zum Lift. Es ist schon einiges an Kraft und Konzentration nötig um auf alle Hinweise zu achten die man während der Fahrt erhält. So fahren wir zweimal die Edelweisspiste runter. Am Nachtmittag wird angeseilt gefahren, d.h. der Monoski wird mit einem flexiblen Band angeseilt. SO kann man relativ selbstständig unterwegs sein und der Betreuer durch Seilzug gegebenenfalls Gegenlenken. So ziehen wir an der “langen Leine” unsere Bahnen. Immer mit Martins Anweisungen “Bergschulter vor, Blick ins Tal, Krücken weg vom Ski”. Alle geben ihr Bestes.

Bei mir hapert es mit den Rechtskurven. Links komme ich relativ gut rum (Schokoladenseite), rechts herum dagegen küsse ich bei jeder zweiten Kurve den Schnee.

Ich weiß zwar theoretisch was ich zu tun habe aber der Knoten will einfach nicht platzen. Flo und Pana fahren zu diesem Zeitpunkt schon alleine. Die haben es schon drauf, super Leistung, doch bei mir will es einfach nicht hinhauen. Dieser Abend steht ganz unter dem Motto “Österreich”, leckeres Essen vom Buffet und einen Alleinunterhalter der sein Bestes gibt. Mir tut alles weh daher gehe ich etwas früher ins Bett. So ausgelaugt kenne ich mich gar nicht.

 

Mittwoch 3. Skitag:

Monoski 1Wieder Kaiserwetter. Am Morgen geht es wieder ab in den Monoski. Ich fühle mich nun schon etwas sicherer und manches geht auch schon alleine.

Heute platzt auch mir der Knoten. Die leichteren Abfahrten gehen nun alleine auch die Rechtskurve ist kein Problem mehr. Aber trotzdem lande ich noch regelmäßig im Schnee. Aber mit jeder Abfahrt wird man sicherer auch beim “liften”. Am Nachmittag ist Regeneration angesagt. Ist auch bitter nötig um neue Kräfte zu tanken. Einige nutzen die Sauna oder auch das Schwimmbad. Man nimmt ein Bad in der Sonne oder geht Bummeln. Am Abend analysiert Martin mit uns unser Fahrverhalten. Wir wurden gefilmt und fotografiert.

 

Donnerstag 4. Skitag:

Jeder verbessert sein Fahrverhalten auf unterschiedlichen Pisten. Ich bleibe auf der Edelweisspiste, da ich noch nicht so sicher bin wie der Rest der Gruppe. Heute begleitet mich Kristine. Macht echt Spaß. Wir fahren 3-4 Mal zusammen die Piste runter. Kristine gibt mir ständig Tipps: Krücke raus, Blick ins Tal. Alles klappt, bin zufrieden das es jetzt auch bei mir läuft. Dann haut es mich beim Lifteingang auf die Nase. Irgendwie falle ich unglücklich auf die rechte Schulter. Die Schmerzen und die Bewegungsunfähigkeit nimmt zu – leider ist für mich erstmal Schluss. Am Nachmittag geht es zur Materialkunde, Martin erklärt uns worauf es beim Monoski ankommt. Bei Ramazotti und Kirschlikör erhalten wir alle wichtigen Informationen. Abends wie gewohnt gutes Essen und lustige Unterhaltungen.

 

Freitag 5.Skitag:

Monoski 2Ich muss leider pausieren die Schulter verweigert ihren Einsatz. Stinkt mir schon, ich bin aber froh das bereits eine leichte Besserung zu spüren ist und ich alleine im Zimmer klarkommen.

Heute fährt die Truppe Schlepplift und feiert am Nachmittag vor der letzten Abfahrt auf einer Skihütte den Abschluss. Das wird bestimmt sehr lustig.

Es war eine tolle Woche. Ich selbst als überzeugter Winterhasser hätte mir nicht vorstellen können, dass Schnee soviel Spaß machen kann. Eine Erweiterung für den Horizont. Als Rolli ist halt nichts unmöglich – selbst das Skifahren geht.

Also traut euch, ich selbst mit TH4 einer der höheren Paras konnte hier mithalten.

 

 

Der nächste Kurs wartet schon …!

 

 

 

Ein Bericht des Teilnehmers Ralf Ullrich

Über den Autor

David Stähle

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