Handbike: Lob für Lobbach-Rennen – das hat internationales Format

Foto: Unser 17-jähriges “Teamküken”, der 17jährige Kniebiker Joel Weingut (rechts)

Am 4. August 2012 fand in Lobbach der 2. Manfred-Sauer-Stiftungs-Cup mit 130 Teilnehmern aus 15 Ländern statt. Eine Nachbetrachtung von Frank Wirth, der selbst am Start war – und sich den Fuß brach.

Schon am Morgen des 4. August 2012 störte kein Wölkchen die Sonne, die jetzt noch angenehmes Wohlbefinden hervorrief. Aber es war schon klar, dass die enormen Temperaturen ab Mittag und die anspruchsvolle Strecke des zweiten internationalen NHC (National Handbike Circuit)/EHC (European Handbike Circuit) Handbike-Rennens der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach den Fahrern alles abverlangen würde.

Deutschland rief zum Abschlussrennen der EHC-Serie, bei der acht Rennen in sechs Ländern ausgetragen wurden, und 130 Athleten aus 15 verschiedenen Nationen gehorchten, kamen – und sie brachten die Räder in Lobbach zum Glühen.

Von den einheimischen Lokal-Teams waren elf Fahrer vom Team Rehability, acht Fahrer des Otto-Bock-Teams, jeweils vier Fahrer vom Team Medica und des ProActiv-Teams am Start.

Unglaubliche Hitze

Ich selber stand um 14 Uhr in der ersten Startgruppe der Klasse MH3 am Start. Der „Planet“ drückte von oben, und es war unglaublich heiß. Vom Start ab setzte sich kontinuierlich der polnische Paralympics-Teilnehmer Rafael Wilk vom Verfolgerfeld ab und gewann auch nach 7 Runden in 01:03:47 mit großem Vorsprung.

Unser “Teamküken”, der 17jährige Kniebiker Joel Weingut, ist zur Zeit der stärkste Fahrer im Team und trägt momentan als Führender der NHC-Serie das gelbe Trikot. Er startete im Startblock der Kniebiker eine Minute nach dem MH3-Feld. In einer furiosen Aufholjagd rollte er in super Teamarbeit mit der deutschen Kniebikerin Andrea Eskau, die ebenfalls an den Paralympics teilnehmen wird, fast das komplette MH3-Feld von hinten auf und beendete das Rennen, Hand-in-Hand mit Andrea, als erster männlicher deutscher Fahrer. (Anm.d.Red.: Andrea Eskau hat bei den Paralympics am in London die dritte deutsche Goldmedaille im Zeitfahren gewonnen. Sie setzte sich in ihrer Behindertenklasse H4 vor Landsfrau Dorothee Vieth durch. Rehability gratuliert!).

Bei 40 km/h den Fuß gebrochen

Ich kämpfte mit den heißen Temperaturen, meiner schlechten Kondition wegen mangelndem Trainingspensums und dem jede Runde steiler werdenden Berg vor der Manfrad-Sauer-Stiftung!

Einziger Lichtblick waren die aufgestellten Wasserduschen bergauf, die für Kühlung sorgten und die steile Abfahrt nach der Steigung, bei der man Schwung holen konnte, um mit 35 bis 40 km/h durch eine Rechtskurve auf die Start-Zielgerade einzubiegen und dem Ziel, trotz leichter Steigung, “entgegen zu schießen”….

Dieses Manöver gelang mir fünf Runden lang hervorragend, da die nagelneuen ForceR- und ForceX-Bikes unseres Sponsors TopEnd, mit denen das komplette Team Rehability inzwischen unterwegs ist, wie ein Go-Kart auf der Strasse liegen. Allerdings in der letzten Runde, als Konzentration und Kraft gen Null gingen, verschätzte ich mich um zirka 10 Zentimeter, was verheerende Folgen hatte.

Ich blieb bei etwa 40 km/h mit meinem linken Fuß im letzten, zum Schutz aufgestellten Strohballen hängen und brach mir den Fuß. Damit war das Rennen für mich beendet. „Toll“ dachte ich noch, „hätte das nicht in der ersten Runde passieren können… dann hätte ich mir die ganze Quälerei gespart…“

Drittes erstklassiges Rennen in Deutschland

Aber das ist Murphys Law und kann jedem passieren! Nun kuriere ich meinen lädierten Fuß und weiß, dass ich beim nächsten Rennen ganz bestimmt etwas vorsichtiger in den Kurven bin! Alles in allem habe ich das toll organisierte Rennen mit dem großen und hochkarätigen Starterfeld und der ganzen Party drumherum als “megageil” in Erinnerung und finde, dass Deutschland neben Berlin und Heidelberg mit Lobbach ein drittes erstklassiges internationales Handbike-Rennen hat!

Da war der Fuß noch heil: Autor Frank Wirth mit Victory-Zeichen

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