Leichtgewicht für den Citytrip: Das Zuggerät „MySlave“

Der Kleine wiegt nur 8,4 Kilo, sein Preis ist ebenfalls erstaunlich klein und das Design fällt aus dem Rahmen. Damit ist das Rollstuhl-Zuggerät MySlave eine der interessantesten Neuheiten der Rehacare 2014.

Ab Januar 2015 kann der e-Antrieb MySlave für den bemerkenswerten Preis von 2.199 Euro (ohne Extras) bei der Heidelberger Rehability GmbH bezogen werden. „Wir möchten damit die urbane Mobilität fördern“, sagt Projektleiter Michael Schwarz von Rehability Heidelberg und ergänzt: „Der MySlave will ein Lifestyle-Produkt sein.“ Das könnte dem City-Flitzer auch gelingen, denn er ist einfach anders: Sein Akku hat lediglich die Größe einer großen Thermosflasche und sieht mit seiner in mattem Silber beschichteten Hülse auch so aus (Akku in zwei Größen erhältlich). Der Unterbau wird in zehn verschiedenen Farbkombinationen geliefert, aber auch er bleibt schmal und handlich. Man kann das Teil mit einer Hand heben.

Während der MySlave in der Stadt seine Vorteile voll entfalten kann, muss er bei einer Landpartie auf unebenem Waldboden passen. Viel Gewicht hat er nicht, d. h. sein Vorderrad dreht relativ schnell durch. „Da sind andere Geräte stabiler, aber dafür ist er auch nicht gedacht“, so Schwarz. Gedacht sei das Gerät nach einer Idee seines Kollegen Michael Heil für den Citytrip und den unkomplizierten Transport; etwa das schnelle und leichte Verladen in den Kofferraum, wo er nur wenig Platz für sich beansprucht.

 

Die Daten:

  • Motor: 200 Watt
  • Reichweite: ca. 20 km je nach Akugröße
  • Geschwindigkeit: max. 15 km/H
  • Steigung: ~ 18° je nach Untergrund
  • Auszugslänge: 130 mm
  • LED-Display
  • Beleuchtung nicht inklusive

Ein interdisziplinäres Projekt

Gemeinsam mit dem Fahrradhersteller Mitteldeutsche Fahrradwerke AG – MIFA setzte Rehability innerhalb von zwei Jahren Projektlaufzeit einen Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie um. Die Mission: Ein Zuggerät, das dem Wirtschaftlichkeitsgebot gerecht wird und dessen Entwicklung Arbeitsplätze schafft oder erhält. „Wir haben bewusst mit der MIFA kooperiert und nicht mit dem Reha-Markt, um preislich im Rahmen zu bleiben“, erklärt Schwarz. Ein weiterer Partner war von Beginn an die Firma Constantin GmbH in Berlin mit dem Part Design und Controllerauslegung. Und der Name? Schwarz ist darauf schon öfter angesprochen worden: „Das ist keine Wertung – es ist ja kein Mensch. Es ist ein untergeordnetes Gerät, ein Diener.“

… losfahren!

Für die Handhabung des MySlave braucht es Oberkörperkontrolle und Armkraft. Die Koppelstange wird in Knöchelhöhe befestigt und das Gerät daran adaptiert, was schnell und mühelos gelingt. Bei der Lenkung fällt ein Widerstand auf, der von der jeweiligen Einstellung der Geschwindigkeit abhängt. Für Tetras bietet Rehability einen Daumengasring / Drehgriff mit Carbon-Gabel als Extra an, ebenso eine spezielle Bremse oder stabilisierende Elemente. „Eine Hilfsmittelnummer werden wir nicht beantragen, aber aufgrund seines Preises wird der MySlave für die Kassen trotzdem interessant sein“, sagt Schwarz voraus. Überhaupt seien sie jetzt erst mal mit einem Basisgerät gestartet

Über den Autor

Alexa Heinzmann

Eine Rückmeldung an “Leichtgewicht für den Citytrip: Das Zuggerät „MySlave“”

  1. Thomas Wagner

    Feb 26. 2015

    Cooles Teil! Wenn es so funktioniert, wie beschrieben und dann noch zu diesem Preis. Genau richtig für Shopping und Urlaub.

Hinterlasse eine Nachricht

Du musst angemeldet sein um eine Kommentar zu verfassen

WP-Backgrounds Lite by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann 1010 Wien