Spielbericht: USC -Köln

Ernüchterung, Teil 2

Auf Enttäuschung folgt Blamage: USC zeigt gegen die Köln 99ers eine desaströse Vorstellung und verliert zuhause unnötig, aber verdient.

Im USC-Lager war die Enttäuschung nach dem vergangenen Spieltag, an dem man bei der 72:78-Niederlage gegen die Rhine River Rhinos in Wiesbaden nahezu alle Playoff-Chancen verspielt hatte, groß. Da nach einer dennoch bislang ordentlichen Saison auch die Abstiegsplätze in weiter Entfernung waren, ging es fortan nur noch um die „Goldene Ananas“. Dennoch wollten die Zuschauer beim anstehenden Heimspiel gegen die abstiegsgefährdeten Köln 99ers eine Trotzreaktion sehen – und wurden bitter enttäuscht: Die Münchner brachten ihre Qualität in keiner Phase des Spiels aufs Parkett, ließen keinen Willen zur Wiedergutmachung erkennen und verloren völlig unnötig gegen überdies ersatzgeschwächte Domstädter.

Trügerische USC-Führung

Kim Robins, Sebastian Magenheim, Suad Sutic, Taz Capasso, Wayne Boardman: Die Starting Five, mit der der USC gegen die Köln 99ers antrat und die im bisherigen Saisonverlauf zwar schwankende, aber insgesamt ordentliche Leistungen gezeigt hatte, barg keine Überraschungen. Und auch die ersten Minuten verliefen wie erwartet, schließlich gingen die Münchner zunächst in Führung und schienen ihrer Favoritenrolle gerecht werden zu wollen. Die ca. 100 Zuschauer, von denen die meisten auch dem ansprechend gestalteten Infostand unseres Partners Rehability einen Besuch abstatteten, konnten sich entspannt zurücklehnen.

99ers erteilen USC Lehrstunde

Was jedoch folgte, war nicht nur eine faustdicke Überraschung, sondern eine Lehrstunde darin, dass nicht nur Namen und individuelle Qualität, sondern vor allem Wille und Einsatz Rollstuhlbasketballspiele entscheiden. Sich nach einer bitteren Niederlage und angesichts eines quasi vorgezeichneten Saisonverlaufs zu motivieren, fällt jedem Sportler schwer – dennoch erwartete keiner, dass die Gäste eine ernsthafte Bedrohung für die Münchner darstellen könnten – zu groß schien der qualitative Unterschied. Doch zu den – ärgerlichen, aber verständlichen – Motivationsproblemen kam offensichtlich, dass man den Gegner, der bislang eine enttäuschende Saison gespielt hatte, unterschätzte. Das sollte sich schnell rächen, denn die Rheinstädter gaben von Anfang an Gas, kamen nach dem anfänglichen Rückstand schnell in Fahrt und überrollten indisponierte USCler, die sich mit den Köpfen offensichtlich noch in Wiesbaden befanden und bei denen lediglich Taz Capasso mit insgesamt 22 Punkten an seine Normal-Form anknüpfen konnte.

Defense katastrophal, Offense uninspiriert und abschlussschwach

Die Defense löste sich beinahe völlig auf, übte keinen Druck auf die gegnerische Offense aus und ließ die 99ers, die unter anderem auf die japanische Nationalspielerin Mari Amimoto verzichten mussten, agieren, wie sie wollten. Da auch das Spiel nach vorne von Lethargie, Kreativitätsmangel und einer unterirdischen Trefferquote geprägt war, verlor man die ersten drei Viertel völlig verdient (11:13; 12:17; 18:21) – da durfte auch nicht als Entschuldigung gelten, dass Suad Sutic in der ersten Hälfte kurzzeitig mit einem Rollstuhldefekt ausfiel.
Neues Saisonziel: 5. Platz

Immerhin: Die Chancen, die Saison dennoch auf dem 5. Platz beenden zu können, stehen gut, da der ärgste Verfolger, die Doneck Dolphins Trier, überraschend bei den BSC Rollers Zwickau verloren (85:75) – der erste Saisonsieg der Sachsen. Außerdem bleiben dem Team zwei Wochen Verschnaufpause, um die Enttäuschungen der vergangenen beiden Spieltage verdauen zu können, da das ursprüngliche Match gegen die Roten Teufel aus Kaiserslautern aufgrund deren Liga-Rückzug nicht stattfindet.

Nächstes Heimspiel: USC III ab 11 Uhr, USC I um 18 Uhr

Beim nächsten Spiel, das zuhause gegen die BG Baskets Hamburg auf deren Wunsch ausnahmsweise um 18.00 Uhr – und nicht wie üblich um 17.00 Uhr – beginnt, stehen die Chancen nicht allzu gut, die dritte Niederlage in Serie zu vermeiden, zu konstant und hochwertig besetzt sind die Hansestädter in dieser Saison. Doch Taz Capasso wird sein Team in der Vorbereitung sicherlich bei der Ehre packen und versuchen, eine Topleistung aus den USClern herauszukitzeln. Doch nicht nur deshalb lohnt sich das Kommen auf jeden Fall: Bereits ab 11.00 Uhr gibt sich die dritte Mannschaft bei zwei Heimspielen in der Säbener Halle die Ehre: Dann nämlich geht es für das Team von Jan Wimmer gegen die Dribbling Zombies BSG Rummelsberg und die Rollactiv-Baskets Oberpfalz II (Tipoff: 15.00 Uhr). Wir freuen uns auf spannende Begegnungen und hoffentlich drei USC-Siege!

 

Foto: Uli Franke

Textquelle:USC Rollstuhlsport

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Alexa Heinzmann

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