Bericht eines Teilnehmers: Mobikurs in Schönau

Rollstuhl-Mobilitätstraining in Schönau in der Pfalz
Wer seine ersten Erfahrungen im Umgang mit dem Rollstuhl macht, und nicht gerade in einer Reha gründlich darauf vorbereitet wird, stellt sehr bald fest, dass es noch einiges an Wissen und Erfahrungen braucht um die neue Mobilitätshilfe richtig zu beherrschen. Schließlich soll der Rollstuhl ja nicht zur Belastung werden, sondern er soll helfen, sich im Alltag wieder zurecht zu finden und am gesellschaftlichen und beruflichen Leben aktiv teilnehmen zu können.

Genau dafür gibt es die Mobilitätskurse mit Thomas Weinsheimer und seinem Team von Rehability in Heidelberg. Ich war in der Zeit vom 17.11. bis 19.11.2017 dabei und wusste anfangs noch nicht, was mich erwartet. Aber schon der Veranstaltungsort, abseits jeder Hektik im südlichen Pfälzer Wald, ist sehr ansprechend. Die Zimmer für die bis zu 10 Teilnehmer sind rollstuhlgerecht eingerichtet. Im ganzen Haus wurde Barrierefreiheit vorbildlich umgesetzt und die große Turnhalle bietet den idealen Raum, um in der Gruppe das Rollstuhlfahren zu erlernen. Auf mich machte all das einen hervorragenden Eindruck.

Als erste Übungen haben wir die Fahrtechniken kennengelernt. Es ging unter anderem auch darum möglichst kräfteschonend zu fahren, zu beschleunigen und abzubremsen und sowohl vorwärts wie rückwärts zu fahren. Auch das einhändige Fahren, wenn eine Hand mal zum Festhalten eines Gegenstandes gebraucht wird, wurde erlernt und geübt. Da wir natürlich draußen nicht so ideale Bedingungen vorfinden, ist es wichtig Hindernisse wie z.B. Bordsteinkanten überwinden zu können. Dazu war ein Parcours mit Rampen und Stufen aufgebaut worden an dem diese Fähigkeiten erlernt werden konnten. Auch im Freien an Steigungen und Gefällstrecken, die auf dem Gelände vorhanden sind, konnten wir die erlernten Fahrtechniken erproben. Und das Überwinden von Bordsteinkanten konnte hier natürlich auch gleich ausprobiert werden. Wer in der Lage ist, allein auf den Antriebsrädern des Rollstuhls zu fahren, ist beim Überwinden anspruchsvollerer Hindernisse klar im Vorteil. Und so wurde ausgiebig das Kippen geübt. Hier kam es darauf an, die Balance um den Schwerpunkt zu erfühlen und sich kontrolliert angekippt zu bewegen, um z.B. auf engem Raum zu drehen bzw. Gefällstrecken oder (mit längerer Erfahrung) gar Treppen herunter fahren zu können.

Um hier perfekt zu werden bedarf es natürlich mehr als nur eines Wochenendes, aber es ist schon sehr hilfreich erste Erfahrungen zu machen und die erworbenen Fähigkeiten im Alltag anzuwenden und nach und nach zu perfektionieren. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass ich sehr viel Wissen und neue Fertigkeiten vom Mobilitätskurs mitgenommen habe. Und so ganz nebenbei war natürlich auch der Austausch unter Betroffenen in geselliger Runde von großem Wert. Auch dafür war genug Zeit und Raum vorhanden. Die neuen Kontakte, die ich knüpfen konnte, haben mein Leben ebenso bereichert wie das konzentrierte Wissen über den Umgang mit dem Rollstuhl. Diese Mobilitätskurse sind uneingeschränkt empfehlenswert. Weiter so!
Georg Dahlhoff

 

Zum Mobilitätstraining im August geht es hier

Zum Mobilitätstraining im Oktober geht es hier

Zum Mobilitätstraining im Dezember geht es hier

 

 

Über den Autor

Alexa Heinzmann

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