Michael Heil

Michael Heil beim Karneval in Rio

Michael Heil beim Karneval in Rio Rio hat angeblich ca. 6 Mio Einwohner (ohne Umland) und so viele Narren, dass Carneval auch ohne Touristen funktionieren würde – angeblich.

Tatsächlich kann man durchaus hier genauso Muffel erleben, wie in Köln, bei der die Bevölkerung durchaus auch auf den noch verbliebenen Gletschern dieser Welt zu finden ist und lieber Hüttengaudi jagert, als sich dem Gutelaunezwang zu ergeben. Also reihe ich mich unter all die Touristen dieser Erde, ob von London oder New York, aber auch aus Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens, die als Retortenstadt im Dschungel offensichtlich noch keinen Narrenstatus hat.

Größtes Problem gleich am Flughafen: Bus hat ne Drehtür, Hotel 20 Stufen (trotz Voranmeldung, dass ebenerdiger Zugang gewünscht ist) und die Copacabana ist gar nicht mehr das Kleinod karibischer Strandglückseeligkeit, sondern wohl vor allem ein großer Puff. Nun, so schlimm ist es nun doch noch nicht, aber wenn einem Eingeweihte bei jeder Chika etwas von „professional“ faseln, dann bleiben nicht mehr viele übrig, die dem 4 km langen Strandoldie noch etwas romantisches verleihen sollen.

Aber schon am Flughafen hab ich gar keine Chance, einer Teilzeitrioanerin zu entkommen, die grade mal aus ihrem Zweitwohnsitz in Kalifornien kommt und mal so nach ihrem Anwesen an der Copacabana schaut. Zum Carneval!!! Also Urlaub vom Hüttenzauber, sozusagen. So rum geht’s auch. Sach- und fachkundig abgeliefert an der Uferpromenade übergibt sie mich auch gleich der nächstbesten Chika auf Fahrrad, mich zum Hotel zu geleiten. Und tatsächlich, Awena aus London, hier verheiratet seit 10 Jahren, Malerin und Lehrerin, packt ihr Malzeug zusammen und erzählt mir in den nächsten 2 Stunden ihr Leben. Dazwischen wechseln wir das Hotel (wegen den Stufen) und knacken ihr Fahrradschloss, das sich nicht mehr aufschliessen lässt, holpern die 4 km zum anderen Ende über portugiesisches Kopfsteinpflaster (mit Gepäck) und fachsimpeln über Gott, die Welt, ihren eifersüchtigen Ehemann (der alle 5 Minuten anruft, Awena geht nicht dran) und sie verabschiedet sich dann mit dem Zusatz: „…….Schade auch……..“

Nun, wenn das so weitergeht, dann fängt Carneval ja schon mal gut an.

Der zweite Tag war zur Orientierung gedacht, die Copa ist ja ein ganzes Stück weg vom Centro und das eigentliche Leben findet eh in den Favelas statt, da wo kein Tourist des Nachts alleine rumturnen sollte, wenn er mit seinen 7 Sachen wieder nach Hause kommen möchte. Da aber die Sambaschulen, die sich am Sambadrome 3 Tage lang mit 16 Konkurrenzen kollapsfördernde Tanz- und Kostümschlachten liefern, alle aus den Favelas sind, und diese an ihrem Standort kurz vor der Entscheidung ihr Viertel aus zugehörigkeitsfördernden Gründen zum Mitmachen stimulieren wollen, muss der interessierte Tourist eben diese Kröte schlucken und in die Höhle des Löwen. (Saublöder Ausdruck, die Tiere leben gar nicht in Höhlen…..)

Ich lass mich also in die Avenua Venezuela bringen und staune, dass da nichts los ist. Das Reisebüro, das mir dringend davon abgeraten hat, zum größten Favelafest der Stadt zu gehen, weil es da zu eng ist, dafür aber auf das Straßenfest der Bohemios da Lapa zu gehen, hat sich im Dschungel des Carnevals wohl verirrt, denn die Fete hat schon letzte Woche stattgefunden. Zum Zurückfahren oder Kartenbesorgen für den Megaball ist es aber schon zu spät und Hunger hab ich auch. Ich lass mich also absetzen, eben allein in der Nacht in einer berüchtigten Favela auf der Suche nach ner Kneipe. Nun, Lapa ist glücklicherweise ein mit Restaurants, Lifemusik und Diskos gesegnetes Viertel, das gar keinen Eindruck von Slum oder berüchtigtes Viertel hat. Bei so vielen Leuten, die an Tischen im Freien sitzen, während drinnen teilweise richtig historische, ja sogar burleske Einrichtungen selbst anspruchsvollen europäischen Geschmäckern genügen, kommt gar kein Gedanke an Gefahr oder Risiko auf. Lapa sollte man auf keinen Fall verpassen.

Ich hab noch keine Karten für den Sambadromo. Nur im Centro befindet sich die einzige Verkaufsstelle für die Zona 4, bei der man einen ebenerdigen Zugang zum Stadion hat (mehr dazu später). Nicht im Internet, nicht an offiziellen Verkaufsstellen für Touristen, eben nur da und persönlich. Ich geh da also hin und will ne Karte. Bei 3 Veranstaltungen a` 82 Tsd. Zuschauern ist das ja kein Problem und so hoffe ich, eine Karte ganz unten an der Basis zu bekommen, da wo man am nächsten dran ist.

„Sorry, no more tickets available, why do you come so late?“ (Nix gibts mehr, wer zu spät kommt, den ……)

Fassungslos starre ich in das Gesicht einer recht freundlichen, mich aufs „tiefste“ Bedauernde an, die mir gerade sagen will, dass ich die 20000 km (ok, hin und zurück) von Deutschland nach Rio wegen einigen Strassenfeten gekommen bin und die legendäre Show verpassen soll??? Schimpfen hilft jetzt nicht, jetzt sind Schleimspuren, Honig und Trübsal angesagt. Ich muss verdammt gut sein, eine Kollegin, die gar kein englisch spricht, hat meinen Bühnenauftritt beobachtet, zieht meine Kassandra zur Seite und redet auf sie ein. Diese nickt und kommt wieder auf mich zu: „You are lucky, I´ve got one more ticket, but you have to be alone and its 450 Rial).” Also: “Du kannst froh sein, dass ich meinen guten Tag habe, ich hab noch eine Karte gefunden, aber dafür zahlste ne extra Gebühr, am liebsten 450 Rial, und deine Chika kannste zuhause lassen!” Nun, das sind in Rial immerhin noch 180 Euro, aber das ist jetzt auch egal, immerhin ist der Sambodrome so etwas wie das Finale im Champions League. Und die Chikas an der Copacabana werden einen Abend ja wohl mal ohne mich auskommen.

Zuvor spricht mich eine dunkelhäutige Schönheit an. Sie hat Urlaub und wenn ich möchte, zeigt sie mir ein wenig die Stadt. Na, wenn das kein Angebot ist. Ich möchte zu einem der Blocos, berühmte Straßenfesten, die überall auf der Stadt verteilt zu Sambarythmen das Volk zum Feiern in die jeweiligen Favelas einlädt. Wir gehen nach einem recht überschaubaren Umzug auf der Copacabana zu dem viel aufregenderen Strandviertel Ipanema. Und dort ist gerade Transvestitenparty. Und weil die Jungs, die eigentlich Mädchen sein wollen (oder umgekehrt?) die phantasievollsten Kostüme zeigen, ist das ein Muß! Aber dort sind noch andere auf den Trichter gekommen und es ist so voll, dass an ein Durchkommen gar nicht zu denken ist. Beim Verweilen an einer vollbesetzten Bar werde ich wieder angesprochen. Diesmal wohl eher aus Mitleid, zumal ich grade Gefahr laufe, erdrückt zu werden. Eine Dame lädt uns ein, doch an Ihrem Tisch Platz zu nehmen, geschützt hinter einem Gitter. Interessant wird das Ganze, da keine der Mädels, auch meine Stadtführerin, deutsch oder englisch und ich kein portugiesisch spreche. Aber mit französisch, italienisch, spanisch und englischen Brocken kommt doch eine etwas langwierige aber doch interessante Konversation zustande.

Derweil ist der Bloco kein Carneval mehr sondern nur noch eine Müllhalde. Aber morgen wird’s besser. Schließlich bin ich im Sambadromo…..

Das Taxi will schon mal das Doppelte. Carneval ist insgesamt in Rio nicht nur die Zeit der Narren sondern auch der Halsabschneider. Doch schon die Ankunft ca. 1 km vor der eigentlichen Arena entlohnt alles. Schon das Vorfeld, bei dem man sich die riesigen Wagen ganz nah anschauen kann, sind schon die Anfahrt wert. Da stehen schon die Wagen für die heutige Präsentation, von denen es an 3 Tagen jeweils die schon erwähnten 16 Schulen gibt, die um die Krone des brasilianischen Carnevals konkurrieren. Der Sieg ist nicht nur wirtschaftlich äußerst interessant, sondern auch eine nationale Ehre. Die Champions Leaque ist nicht höher einzuschätzen. So ist denn auch das Stadion nicht einfach ein umfunktioniertes Fußballstadion, sondern ein extra für diesen Event gebautes Ensemble von Tribünen, Pressezentren, VIP Logen usw entlang einer etwa 600 m langen geraden, ca. 10 m breiten Straße. Nicht weniger als jeweils 82 Tsd. Zuschauer verfolgen denn auch jeden Abend die etwa 4-5 Tsd. Akteure mit ca. 7-8 Wagen, die alle für sich Kunstwerke auf Rädern sind, auf denen bis zu 100 Personen eine schweißtreibende Show abziehen und nicht wenige von den Sanitätern von der Strecke geschleppt werden müssen. Viele der Teilnehmer sind nämlich gar keine Brasilianer. Touristen können sich mindestens eine Woche vor der Show bei den einzelnen Schulen bewerben, sich ein Kostüm anpassen lassen, dieses mit 200 Euro bezahlen und nach einem Choreographie-Crashkurs am Defilee teilnehmen. Bei ca. 2000 solcher „Gastteilnehmern“ kommt für die Schulen eine hübsche Summe zusammen, die zusammen mit der Beteiligung an den Eintrittsgeldern (zw. 180 und 500 Euro) die Kosten für die Wagen, die Kostüme und die Logistik mehr als aufwiegen. Dazu kommen Einladungen zu Veranstaltungen über ganz Brasilien und ins Ausland, Fernseheinnahmen, Videoverkauf usw. Carneval ist für Rio der wichtigste Wirtschaftszweig. Sao Paulo ist ähnlich verrückt, aber eben nicht so erfolgreich. Gewertet werden verschiedene Kategorien. Da ist erst mal der Aufbau, d.h. wie kommt die Schule daher, dann die Choreographie, die Kostüme, Musik und Text (wobei nur ein Stück über 1 ½ Stunden echt auf den Wecker gehen kann), und natürlich die schönsten Wagen. Punkte gibt es auch für den flüssigen Ablauf, wer dauernd stehen bleibt, bekommt Punkte abgezogen.

Meine Befürchtung, ich muss nehmen, was ich noch als Nachzügler bekommen kann, sind nicht ganz unbegründet. Ich finde erst mal den Eingang für die Zone 4 nicht, muß mit dem Taxi um den kompletten Komplex herumfahren, weil der Eingang auf der anderen Seite des Defilees ist und ein Tunnel gibt es nicht, nur eine Überführung mit ca. 200 Stufen. Drinnen tobt schon die Masse im Sambafieber, die Schulen werden mit einem eigenen Feuerwerk begrüßt, also 6 mal heute abend. Wer hier her kommt, muß ausgeschlafen sein. Beginn ist um 21 Uhr und geht bis morgens um 6 Uhr!!!

Endlich bin ich da und sehe ….. eine fast leere Tribüne. Nur für Rollstuhlfahrer und deren Begleitung. Da drängeln sich ca. 15 Leute, davon 6 im Rollstuhl, und ich trau meinen Augen nicht, so viel Theater und jetzt das. Überall sonst treten sich die Leute auf die Füße und hier haben wir nicht nur einen Platz in der ersten Reihe, also direkt auf Handschüttelabstand. Gegenüber ist auch noch der VIP Bereich und da steht eine, die ich schon mal gesehen habe. Da fragt mich mein Nachbar, ob ich weiß, wer das ist!? Und supercool klär ich ihn auf, was er eh schon weiß: Gisele Bündchen. Ein schmächtiges, blondes Persönchen, die abgeklärter und professioneller nicht sein kann. Weiß sich in Szene zu setzen, in jede Kamera zu lächeln, zu winken und zu tun, als ob ihr das alles nur Spaß macht. Ich mach ne Wette mit ihr. Sie geht mindestens eine halbe Stunde vor mir. Kameralächelstreß gegen mangelndes Sitzfleisch. Das ist fair.

Mittlerweile kommt die erste Schule an uns vorbei. Die ersten Gruppen sind am beeindruckensten. Phantasievolle Kostüme, ca. 10 kg schwer werden von oft mehr als 60 jährigen über die mehr als 1 km lange Piste (mit Vorlauf) und wieder zurückgetragen. Themen wie die Eroberung Amerikas durch die Spanier und Portugiesen, dann die Franzosen, die auch hier eine Zeit lang das Sagen hatten, werden immer wieder mit sehr viel teils krotesken Übertreibungen dargestellt. Aber auch das Thema Seefahrt, was ja mit der Besiedlung durch die Europäer zu tun hatte und auch die Ägypter sind ein beliebtes, ein beeindruckendes Thema, vor allem in der Umsetzung mit den teilweise gewaltigen Wagenaufbauten, die oft über 10 m hoch sind und bei uns durch keine Straße passen würden. Die Wagen sind mit Besatzung das Beste, was ich seit der 200 Jahrfeier in Paris 1989 gesehen habe. Und als totaler Kontrast die Mädels, bei denen es für ein Kostüm nicht mehr gereicht hat. Die müssen dann eben nackt auf dem Wagen stehen und sich von den Zuschauern mit teils mehr als 100 m Entfernung begaffen lassen. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, die Chickas geniessen das, werfen uns (mir?) mit Augenzwinkern Kusshändchen zu und betonen kurz und bewusst, was andere mit ständigem Zurechtrücken der Robe zu verdecken suchen. Dazu das unvermeidliche Samba-Po-Wackeln. Zuhause hat es noch 0 ° C, da dürfte der Karneval etwas weniger erotisch ablaufen. Aber ich bin ja nur hier, um mir die Kostüme anzuschauen…..

23.30 Uhr. Gisele macht sich aus dem Staub. Ich hab noch 4 Schulen vor mir. Aber die Kleine hat das ja auch schon ein paar mal gesehen und ich bin noch Novize. Manche Defilees hören überhaupt nicht mehr auf. Wenn man denkt, das wars jetzt, schaut man nach links und stellt fest, da kommen noch immer Wagen aus ca. 400 m Entfernung.

Um 4 Uhr 30 geb ich auf. Die Tribünen sind noch voll, ich hab noch ne Stunde Taxi vor mir und mittags wollte ich zu einer Stadtfahrt aufbrechen. Schließlich hat Rio ja noch was anderes zu bieten.

Als 3. Alternative im Carneval haben sich die Hotels zu wahren Hütern gehobenen Sambapartys gemacht. So hat das Sofitel die Mädels vom Moulin Rouge eingeladen, um mal von den echten Sambagirls gezeigt zu bekommen, was echte Erotik ausmacht. Leider bin ich am Mittwoch schon wieder zu Hause. Meinen Smoking hatte ich ja auch nicht dabei. Dann eben demnächst in Paris. Mal sehen, was die so gelernt haben in Rio. Dafür mach ich mich auf den Weg zur 4. Alternative. Im Nachtclub an der Copacobana soll es am heftigsten zugehen und die schönsten Mädchen Rios den Samba von seiner schönsten Seite zeigen. Das möchte ich nicht verpassen, zumal meine Bleibe keine 100 m entfernt ist. Vor 24 Uhr geht man da nicht hin, ich hab also noch Zeit, das eine oder andere Bloco anzuschauen. In der Innenstadt in der Rue Branca soll der Teufel los sein. Leider auch wieder alles so voll, dass es keinen Spaß macht, sich von den Mengen erdrücken zu lassen. Stimmung ist so schlecht möglich und verdirbt eher das Ganze. Also ab in „Help“. Ein sehr bezeichnender Name….

Der Club ist eine riesige Disko mit einer sehr zentralen Tanzfläche. Galerien von oben lassen das Geschehen dort unten ganz entspannt, hrm, beobachten und man ist noch kaum drin, ist man auch schon umringt von sambabegeisterten Nachtschwärmern. Das Besondere heute: alles ist erlaubt. Sogar topless mit einem Netztopp getarnt und wer ohne was drunter hier ist, lässt das auch gerne wissen. Man weiss gar nicht, wo man hinschauen soll. Und kaum eine oder einer verlässt die Tanzfläche, die einem nicht noch einen Kuß oder eine Bemerkung mitgibt. Es gibt einem schon einen Flash, wenn man von 20-30 Astralathleten umringt ist und nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll. Dass der Abend nicht auch vor 5 Uhr zu Ende ist, versteht sich von selbst. Aber leider ist heute auch wieder der Rückflug angesagt. Schöner kann der Trip nach Rio aber auch nicht beendet werden.

Fazit: wer bereit ist, mitzumachen, hat garantiert Spaß und Erlebnisse, die zusammen mit ca. 30 C Sommerwetter die triste Kälte zu Hause vergessen machen. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen.

Damit die Kosten im Rahmen bleiben, ist es wichtig, dass einige Tipps bei der Flugplanung berücksichtigt werden.

Wochentag und Uhrzeit wählen

Früh mit den Hühnern oder ganz spät ist am günstigsten. Wer fliegt, wenn alle fliegen, muss eben mehr zahlen. Übrigens sind Dienstags, Mittwochs und Samstags die Flüge durchschnittlich billiger als an den anderen Tagen. Selbstverständlich Feiertage oder Schulferien meiden.

Preise vergleichen

www.expedia.de, www.Skyscanner.de, www.tuifly.com, www.airberlin.de

Um Geld zu sparen, sollte man vor der Buchung unbedingt die Preise in einem Reiseportal wie Expedia.de, Cheapflug.de usw. vergleichen. Gerade wer zeitlich und bezüglich des Urlaubsziels flexibel ist, findet hier die besten Angebote für einen preiswerten Flug. Expedia.de hat hierzu auch eine interessante Infografik zum Thema „Europäische Hauptstadtflughäfen“ veröffentlich.

Je nachdem, wo gerade Ferien sind, können hier preislich große Unterschiede entstehen. Die Flugpreise variieren auch in Abhängigkeit vom Buchungstag. Während die Flüge meist am Dienstag günstiger zu bekommen sind, steigen diese im Laufe der Woche immer mehr an. Auch über den Tag können die Preise unterschiedlich ausfallen.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst…

Gefundene Schnäppchen sollten sofort gebucht werden, bevor sie weg sind. Die besten Flug-Angebote sind in der Regel als erstes ausgebucht.

Newsletter & Co.

Auch wenn es manchmal nervt… Newsletter oder Twittereinträge sind hier beispielsweise gute Möglichkeiten, um die aktuellen Angebote der Airlines frühzeitig zu erfahren. Hier lassen sich teilweise wahre Schnäppchen ergattern. Auch Twitter wird von vielen Airlines mittlerweile zur Verbreitung von Sonderangeboten genutzt, Air Berlin beispielsweise nutzt Twitter unter http://twitter.com/#!/airberlin

Frühzeitig und flexibel buchen

Besondere Frühbucherangebote machen es möglich und flexible Urlaubszeiten bringen zusätzlich Ersparnisse ein. Je früher man einen Flug bucht, desto größer sind die Chancen, hier ein Schnäppchen zu machen. Bis zu drei Wochen vor dem Abflug sind die Preise relativ günstig, danach steigen sie dann kontinuierlich an. Wer beim Abflug- oder Rückflugdatum (+/- 1 oder 2 Tage) noch etwas variiert, kann oft zusätzlich Kosten einsparen.

Umkreissuche nutzen

Von Baden-Baden oder Frankfurt/ Hahn, Stuttgart oder München….

Wer mobil ist, kann auch durch die Nutzung der Umkreissuche einen günstigeren Abflughafen finden. Gerade die Billigfluglinien, wie beispielsweise Ryanair, sind auf preiswerte Flugangebote außerhalb der Hauptflughäfen spezialisiert. Die Flüge sind hier in der Regel deutlich günstiger, allerdings muss die Anreise zusätzlich eingeplant werden.

One-Way-Tickets besser als Hin-/Rückflug buchen?

Man kann statt Hin- und Rückflug die Flüge auch selber zusammenstellen, um Geld zu sparen. Durch die Buchung von Einzeltickets, das kann auch von verschiedeneren Airlines sein, lassen sich oft Kosten einsparen. Auch die Kombination verschiedener Ab- und Anflughäfen ist möglich und bietet eventuell ein Preisvorteil für Reisende.

Nicht nur beim Essen aufs Gewicht achten…..

Umpacken oder gar am Flughafen deponieren müssen…? Wer zu viel Gepäck dabei hat, muss bei einigen Airlines kräftig draufzahlen. So kann das vermeintliche Schnäppchen schnell zur Kostenfalle werden. Gerade Billigairlines langen hier bei den Zusatzgebühren für Extragepäck ordentlich zu. Natürlich kostet auch die Anreise an den Flughafen Geld, weshalb man den Abflughafen möglichst nah am Wohnort buchen sollte. Einige Reiseanbieter bieten hier jedoch auch kostenlose Bahn-Tickets zum Abflughafen an, so genannte Rail & Fly Tickets. Getränke und Mahlzeiten sind ebenfalls nicht bei allen Airlines inklusive.

Hilfreiche Links:

billige Flüge im Internet recherchieren

um die ganze Welt fliegen

www.tuifly.com

Michael Heil

Michael Heil in Ghana

p1020622 Ich wollte immer schon als Turnschuh in den Himmel fahren. Oder als Minijet, oder vielleicht doch als Delphin , Bierflasche oder Milchtüte??? Als ich von den Phantasiesärgen aus Accra, der Hauptstadt Ghanas gehört habe, war ich sofort hellwach. Der Totenkult dort ist etwas ganz Besonderes, aber mit so viel Kreativität habe ich nicht gerechnet, als ich mich im Reisebüro für eine Region entschieden habe, die ich bisher noch nicht kannte. Ostafrika schon, auch Südafrika (siehe Vuvuzela und Weiße Haie), aber die Region südlich der Sahara an der Goldküste eben nicht.

Und weil ich schon immer mal Interesse hatte an der sagenhaften Lehmstadt Timbuktu, die allerdings im benachbarten Mali liegt, war mir das zumindest eine Überlegung wert. Aber bei islamdominierten Ländern weiß man nie, wie die ticken und just ein paar Tage nach der Zusendung der Unterlagen wurde ein Deutscher beim Versuch, ihn zu entführen, ermordet und das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung abgegeben und ich mußte kurz entschlosssen umbuchen.

Sklaven, Gold und Kakao

p1020634 Ghana, das Land, das mit Sklaven, Gold und Kakao zumindest regen Handel getrieben hat, das eher zu den wohlhabenderen Staaten in Afrika gehören soll, ist also mein nächstes Reiseziel. Zusammen mit Togo und Benin und einer internationalen Reisetruppe aus Österreich, Russland, Italien und 2 Deutschen. Gemixter geht es nun wirklich nicht und unser Reiseführer, Roberto, ein ehemaliger Priester aus Norditalien, hat sich vor 15 Jahren in eine Togolesin verliebt, sein Gelübde abgelegt, seinen Priester an den Nagel und als Reiseführer sich ne Menge Streß an den Hals gehängt. Diese Tour wurde vor 2 Jahren von National Geographic zur besten Native Tour gewählt. Na denn…..

“Noch nie habe sich ein Rollstuhlfahrer zu so einer Tortour über 3 Länder in den Busch gewagt” und hat daher zur reinen Vorsicht einen einheimischen Deutschlehrer aus Togo angeheuert, der mir fortan zur Seite stehen sollte. Neben dem Fahrer und dem mitgebrachten Koch also 3 Helfer zusätzlich. Allerdings hat Yves noch nie mit einem Deutschen gesprochen, nur eben aus Büchern gelesen und wenn er, der ja eigentlich togolesisch und französisch spricht, sich mit mir unterhalten wollte, hat er leider am Anfang nichts verstanden. Ich sprech doch ganz normal!!!!! Ein kleiner Ausflug in die Umgangssprache, Dialekt oder Abkürzung – nix verstaan. Nun, die Italiener sprechen dazu fast kein englisch, darunter eine Richterin aus Mailand. Anwälte aus Rom, ein Ehepaar aus dem Ural, und zwei Entwicklungshelferinen aus Wien machten die Tour komplett. Italienisch lernen war angesagt.

 

Entwicklungshilfe

p1020621 Eines der ersten Reisepunkte war eine unscheinbare Schreinerei, die auf dem Dach eines Kühlmittelhändlers eine kleine Ausstellung der ungewöhnlichsten Särge bereithielt, die ich je gesehen habe. Nicht Eingeweihte würden eher von einer lustigen Möbelhandlung ausgehen. Aber die Ghanaer sind da mit ganz anderem Ernst bei der Sache. Unter die Erde gewurschtelt wird da nicht. Bei einer hohen Kindersterblichkeit, zu erwartendem Lebensalter von ca. 58 Jahren und mittlerem Familienhaushalt von ca. 9 Personen wird eben auch häufiger gestorben und soll mal keiner sagen, man habe sich mit dem Andenken seiner Angehörigen keine Mühe gegeben. Ganz im Gegenteil: weil eine Beerdigung gleich hinter einer Hochzeit, vom Aufwand gesehen, kommt, läßt man die Schwerkranken lieber ohne Medikamente oder helfende Behandlungen, damit das dafür benötigte Geld später nicht für die Beisetzung fehlt. Die Logik hat was (auch immer)! Und wie eine “Trauerfeier” so aussieht, werden wir später live erleben….

Accra hat ca. 2-5 Mio Einwohner, je nachdem, wen man fragt und ist Sitz des Präsidenten, übrigens erst der Zweite in Afrika, der freiwillig zurückgetreten ist. Nach Mandela. (Lassen wir Mugabe mal außen vor, der ja wieder zurück kam und nun auf einer nekrotischen Schleimspur an seinem Stuhl in Simbabwe klebt).

Welch ein demokratisches Juwel!! Und weil kürzlich neben den hauptsächlichen Einnahmenquellen Gold und vor allem Kakao vor der Goldküste Öl gefunden wurde, geben sich die Staatsoberhäupter der USA (Obama) und Chinas die Klinke in die Hand, wer denn hier den Schatz heben darf. Braucht also Il Presidente einen neuen Palast – simsa – der Schlüssel liegt auf dem Tisch und hat chinesische Bambusmöbel. Braucht das Volk ein neues Fussballstadion – labim – wieviel Ränge sollen es denn sein und braucht ihr nicht auch noch nen amerikanischen Trainer?? Und übrigens, man kann da auch Baseball spielen…. so, so. Tja, Echte Entwicklungshilfe geht halt anders.

Ansonsten ist der Wohlstand klimatisch bedingt. Man braucht keine warmen Klamotten, das subtropische Land bringt genügend Lebensmittel hervor und an jeder Ecke hat es Frisörgeschäfte auf der Straße. Und weil das offenbar ghanaischer Volkssport ist, hat man den Mädels, die zur Schule gehen wollen, die Haare komplett abgeschnitten. Wer nämlich statt zu lernen sich dauernd Rastalocken knüpfen läßt, kann ja nichts werden. Selbst in Afrika. Echt spaßlos.

Der Küste entlang, genannt Goldküste, da in den Flüssen und Bächen, die zum Meer fließen, noch heute mit teilweise primitiven Mitteln nach Gold geschürft wird, ist es dann so, wie man sich einen Südsee-Urlaub vorstellt. Viele Palmen und Sandstrände. Leider ganz unromantisch eben auch als Arbeitsplatz für Fischer, Händler und Abfallableger ge- und mißbraucht. Wir erreichen die Cape Coast, daneben Elmina, eine Stadt mit Festung, die im 17. und 18. Jahrhundert leider unrühmlichen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Zunächst von den Portugiesen, dann Holländern gegründet wurde diese Festung dazu genutzt, Sklaven aus dem Hinterland Ghanas bis nach Burkina Faso und Togo zusammen zu treiben und von der Goldküste aus in die Neue Welt, sprich Amerika und Caribik zu verschiffen.

Dazu muß man wissen, dass Sklaven ja nicht als solche geboren wurden, jedenfalls nicht da, wo man sie ursprünglich gefangen hatte.

Ein Himmelfahrtskommando

Afrika besteht aus einer Vielzahl von Stämmen, manche groß, manche eben kleiner und viele in der Nachbarschaft sind nicht immer gut aufeinander zu sprechen. Dazu kommt, dass gerade der arabische Raum viele Sklavenjäger hervorgebracht hat, die im Auftrag der holländischen und später französischen, vor allem englischen Krone gerne im zentralafrikanischen Raum sozusagen auf Montage gingen. Nicht selten wurde Ihnen von verfeindeten regionalen Stämmen die Dörfer und Weiler ihrer Nachbarn gezeigt, damit diese leichteres Spiel hatten und im Gegenzug die Konspiranten die Frauen und/ oder Felder ihrer Gegner übernehmen konnten. Aus Rache etwas später wieder umgekehrt. Es gab aber auch mächtige Kriegerstämme wie die Ashanti, die stolz und kämpferisch wohl weniger als Sklaven, sondern vielmehr als Jäger benutzt wurden. Und weil die Ashanti den Küstenbereich bewohnten, mußten sie viele Kilometer ins Hinterland gehen, um Beute zu machen. Neben der nicht ganz zimperlichen Gefangennahme, die Vielen das Leben kosteten, wartete auf sie eine lange und oft elende Wanderung durch den Busch, den auch nicht alle überlebten. Bei der Verschiffung wurde widerum weniger Wert auf Komfort gelegt, was noch mal 10 – 15 % der Opfer mit dem Leben quittierten. Und so kamen von den geschätzt etwa 1 Mio gefangenen Sklaven nur etwa 500-800 Tsd. an ihrem Bestimmungsort an. Dass noch heute in der Bevölkerung das Thema Sklaverei eine Art Trauma darstellt, ist auch nach so langer Zeit nicht verwunderlich. Das wird wohl auch nach dem Holocaust bei den Juden in 200 Jahren nicht viel anders sein.

p1020714 Im Fort selbst wird die Effektivität der Maschinerie deutlich. Ganze Hundertschaften Sklavenjäger und deren Opfer mussten untergebracht, registriert und für die Arbeit für Übersee oder andere Verrichtungen eingeteilt werden. Schließlich wollten die Sklavenjäger wie die Händler anständig bezahlt werden. Und Schiffe, die anlandeten, mußten auch schnellstmöglich wieder beladen losgeschickt werden. Denn der nächste Sklaventreck kann jederzeit eintreffen und dann muß wieder Platz im Fort sein.

Wer nicht spurte oder abhauen wollte, wurde ins Loch gesteckt bis man ohne Nahrung verhungerte. Zur Abschreckung. Das Geschäft war so lukrativ, dass das Fort zur Verteidigung gegen spanische, französische, englische oder holländische Seefahrer über 50 Kanonen aufstellen mußte. Je nach dem, wer grade das Sagen hatte. Dafür waren die Soldaten und Gouverneure selten länger als 2 Jahre im Dienst, bevor sie regelmäßig an Gelbfieber verstarben. Ein Himmelfahrtskommando für Täter und Opfer.

Dass das Fort die dazugehörige Infrastruktur brauchte, war klar. Also wo viele Menschen sind, benötigten sie auch Märkte, Lazarette, Handwerker. Und am Strand eben einen riesigen Fischmarkt. Bis heute hat sich das nicht geändert, aber die Vielzahl der Fischer ist schon beeindruckend. Im Hafen wimmelt es von Booten, Marktfrauen auf dem Landungssteg und Männern auf den Booten. Noch mehr die Verschmutzung des Wassers. Überall stinkt es bei ca. 30 Grad furchtbar nach Abfällen, die allesamt ins Meerwasser gekippt werden. Und dann schwimmen mittendrin Kinder rum. Unglaublich. Wer das überlebt, den haut nichts mehr um.

Die alte Königsstadt Kutami

Nach einer Nacht in einem Strandhotel der gehobenen Klasse, leider bei Anbruch der Nacht hin und bei Sonnenaufgang wieder weg, wollen wir da hin, wo die Sklavenjäger verbrannte Erde hinterlassen haben, denn direkt an der Küste konnten sie ja dann schlecht auf die Unterstützung der Einwohner zählen, und so machen wir uns auf, die alte Königsstadt Kutami in Zentral-Ghana zu besuchen. Hier sollen die Märkte noch größer sein, mehr islamisch geprägt und damit lauter, bunter und aggressiver.
Die über 200 km von der Küste ins Herz des Landes, die wir wie die ganze Reise über in einem mittelgroßen Bus für ca. 20 Fahrgäste zurücklegen, ist geprägt von Buschlandschaften, manchmal üppig, manchmal einfach nur hohes Gras. Die Topographie ist eher flach und wenig abwechslungsreich. Aber je weiter wir kommen, desto trockener wird es. Kutami selbst ist eine ehemalige Königsstadt mit einem Palast, den die Engländer für die Ashanti-Herrscher gebaut haben. Neben der üblichen dominanten Diplomatie in ihrer Hegemonie machten damals die Europäer die Afrikaner wie heute die Chinesen und Amerikaner zu Domestiken, bauten ihnen für die Eitelkeit ein paar ansehnliche Gebäude, sogar ein paar Pfauen für den Garten und fertig war der Vogelkäfig. Dafür hatte der damalige Herrscher sogar Telefon, mit Kurbel dran. Freilich nur, um den englischen Gouverneur anrufen zu können. Aber wichtig, um die eigenen Untertanen zu beeindrucken.

p1020762 Der Markt ist riesig, lärmend, und schmutzig. Noch mehr als der in Accra, in dem ich leider nicht umhin kam, mit dem Rollstuhl und den Greifreifen manchmal regelrecht im Straßendreck zu waten. Also den Dreck an den Händen. Das muß schief gehen und die Quittung wird nicht auf sich warten lassen. Auf jeden Fall bei jeder Gelegenheit die Hände waschen. Fleisch und Fisch liegen offen und mit Fliegen bedeckt und warten darauf, gekauft zu werden. Ich will gar nicht wissen, wo unser Koch für das Mittagessen seine Waren bezieht.

p1020720 Wir machen Halt in einer Koranschule. Hm, ich hab eigentlich keine große Lust, den Schülern beim Auswendiglernen der Koransuren zuzuschauen, aber ich komm dann doch mit. In einem Gebäude mit 3 Stockwerken sind etwa 200 Kinder untergebracht. Im Erdgeschoss, das ca. 100 qm groß ist, sitzen in jeder Ecke Kinder auf Gebetsteppichen und dazu jeweils ein Koranlehrer. Die Kinder sind getrennt in Alter und Geschlecht. Also kleine Jungs in der einen Ecke und kleine Mädchen, alle mit Kopftuch selbst mit 5 Jahren in der anderen Ecke und größere genauso. Je älter die Kids, desto höhere Stockwerke besetzen sie. Und um die anderen Kids aufzusuchen, gehen meine Mitreisenden hoch, natürlich ohne Aufzug. Ich bleib unten. Mit den Kleinsten. Und die sind noch schön brav. Ich mach Fotos. Darf ich und das kriegen die Kinder mit und wollen auch auf das Foto. Das macht den Kindern Spaß und alle wollen sehen, ob sie drauf sind. Die anfangs neugierig scheuen Knirpse werden allerdings immer zudringlicher. Reißen mir fast die Kamera aus der Hand und prügeln sich mittlerweile um den Vorzug, auf das Vorschaudisplay meiner Canon schauen zu können. Das wird langsam zu arg und laut.

Ich reiße die Arme hoch und rufe: „Silenzio, sappalott. Ich photographiere nur noch, wer ein Lied singt.“ Die Kids schauen mich an und haben kapiert. Die Hände gehen hoch und ich bekomme Unterricht in afrikanischen oder islamischen Kinderliedern. Und dann gibt es wieder Fotos und Haue und das nächste Lied. Die Begeisterung der Kinder mit dieser Aktion kennt keine Grenzen und schreien zwischen den Beträgen laut herum. Jedes Kind will ein Lied singen und leider sind schon die Kleinsten gnadenlos, wenn so ein Knirps den Text nicht kann oder schräg singt. Sogleich wird es weggezogen und ein anderes stellt sich auf und trällert los. Ich hab mittlerweile an die 50 Kinder um mich und komm mir vor wie der Rattenfänger von Hameln…oder Dieter mit GSDS..

Heute ist Sylvester und wir hoffen, dass auf den Straßen einiges los ist. Es soll einige Bars geben, die allerdings erst ab 0.30 Uhr besetzt sein werden. Alle gehen wohl vorher in die Kirche. Puh, an Silvester in Tamale, mitten im Busch. Bei Hitze und staubtrockenen Straßen ist die Jahreswende eben etwas anderes als zuhause. Hier ist Weihnachten am 2. Januar und Neujahr eben ein Kirchentag. Aber mit Gospel und Partystimmung zwischen Holzbänken und Altar.

Trauerfeier

p1020832 Am nächsten Tag erwartet uns eine Trauerfeier, die hier in Ghana etwas anders ablaufen sollte, als wir das in Europa gewöhnt sind. Der Verstorbene ist allerdings auch kein Unbekannter, jedenfalls für die Leute hier, hat früher für die Regierung gearbeitet und so soll auch der zukünftige Premier anwesend sein. Roberto hat ne Stange Geld dafür bezahlt, dass wir da sein dürfen und sogar Fotos sind möglich. Schon auf dem Weg mit dem Bus dahin laufen etliche Leute mit schwarzen Umhängen in eine Richtung. Hier muss es sein und kaum da, stehen wir in eine Schlange von Leuten, die sich dran machen, den ca. 1000 Trauergästen ihre Ehre zu erweisen. Das geht so: die anwesenden sitzen alle bis zu 5 Reihen hintereinander auf Stühlen, das Ganze ist etwa 100 Meter lang und hat auch noch Verzweigungen in Hofeingänge. Wer ankommt, schüttelt jedem!, der in der ersten Reihe sitzt, die Hand. Uns mustert man natürlich ganz besonders. Die einen schauen einen gar nicht erst an, die anderen freut es besonders, dass hier Farbe in Spiel kommt. Halt nur andersrum. Ich muß wohl besonders auffallen und besonders viele Hände schütteln. Ich scheine ein alter Bekannter zu sein. Jetzt wollen sogar die Leute in der 2. Reihe. Nach ca. 500 Leuten mache ich mir keine Illusionen mehr, dass ich ohne Durchfall oder andere Krankheitsvarianten davonkomme. Haben wir alle Hände durch, setzt man uns selbst nach vorne und jetzt geht das Ganze von vorne los. Wer neu kommt, muss auch uns die Hände schütteln…. Grotesk! Dann kommen die Trommler und Tänzer, die wie Derwische in ebenso ähnlichen Kostümen ihre Kreise drehen. Jeder kann mitmachen und die Akteure bekommen als Dank einen Geldschein auf die Stirn geklebt. Der wird natürlich vorher abgeleckt, damit er besser klebt. Das Ganze dauert 3-4 Stunden, von Trauer keine Spur, der Tote ist auch schon 3 Monate tot.

Wir haben Hunger und machen uns auf die Suche nach einem Hotel oder Gaststätte. Das sind dann meistens die einzigen Orte, wo man auf die Toilette gehen, sich ein kühles Bier und die mitgebrachten Töpfe verwenden kann. Unser Koch hat ja vorgekocht und wir suchen dann nur noch einen Platz zum Relaxen und für Geschirr und Getränke. Das Schild des Sun View fällt uns auf und wir fahren dem nach. Allerdings wird die Gegend immer unwirtlicher, Ruinen stehen rum, die Straße wird immer schlechter und schließlich brauchen wir eher einen Allrad-Jeep statt unserem Bus, weil die Schlaglöcher Badewannengröße erreicht. Zurück geht nicht mehr, Hunger, mangelnde Wendemöglichkeiten und völlige Desorientierung finden keine Alternative. Da endlich das Sun View. Ein Hotel, das man hier als allerletztes vermuten würde. Eine Patio, Sofas, schöne, saubere Zimmer und natürlich dürfen wir unser Essen mitbringen, das im übrigen meistens aus Hühnchen, Reis und Karotten, oder Reis mit Hühnchen, oder Karotten mit Reis und Hühnchen bestand. Zum Nachtisch gibt’s dann Bananen oder Ananas. Oder Ananas und Bananen. Aber wir sind ja nicht auf Gourmettour. Jedenfalls ist das Hotel leer. Wie fast immer. Gebaut hat es ein Ghanaer wohl entweder um zu waschen…. oder mit Entwicklungsgeldern. (oder beides). Hier muss der Name auch Sun View heissen, denn der einzige attraktive Blick ist gen Himmel, besonders, wenn man die Wetterberichte aus Deutschland im Internet abruft.

Weiter geht es zu den heiligen Affen der Brong Afo Region. Es gibt abseits der Route ein Naturreservat, das nur 2 Arten von Affen beherbergt, die von den Menschen nicht gejagt oder sonst wie belästigt werden dürfen. Dort, nach 30 km staubiger Straßen mitten im Busch, treffen wir am Eingang auf einen 18 jährigen Deutschen, der als Lehrer in seiner Ferienzeit für ein paar Monate Kinder unterrichtet. Daneben macht er noch Führungen durch den Park. Bestes Englisch! Die Affen sind sich wohl ihres Status bewusst. Von Scheu keine Spur und weil heilig, da angeblich Hüter eines Voodoo Grals, hauen sie sich höchstens selber auf die Mütze. 70 % der Sterblichkeit geht auf Gewalt unter den Affen zurück. Und wenn´s mal wieder zu bunt wurde, bekommt der Verstorbene auch ein eigenes Grab mit Namen und exaktem Geburts- und Todestag auf dem Affenfriedhof.

Mittlerweile zu meinem Leidwesen haben sich mal wieder viele Kinder gefunden, die mich als Spielzeug ausgesucht haben. Jeder will schieben oder dem komischen Typ auf 4 Rädern nahe sein. Ich hasse das Schieben, gebe aber irgendwann auf, ständig no, no, no zu rufen. Aber am Ende des Tages hab ich kaum noch Haut auf den Fingern vom Bremsen, da immer 4 Kids gleichzeitig am Zerren sind und ich dauernd die Spur halten muss, also ein Rad blockiere, um nicht im Busch zu landen….

Auf nach Togo

Von hier aus geht es nach Togo, ehemals deutsches Protektorat. Unser Kaiser Wilhelm wollte ja bekanntlich auch ein Stück vom Kuchen der Welt außerhalb Europas haben und viel blieb ja nicht übrig. Also war Togo, das wohl keiner haben wollte, neben Namibia unser Deutschland in Afrika. Blöderweise spricht man hier französisch, was halt daher kam, dass nach der deutschen Organisationswut, die dem Land durchaus gut tat, aber den Afrikanern völlig fremd war, die Franzosen nach dem 1. Weltkrieg auch unsere Afrikaner „befreite“.

Nach dem 2. Weltkrieg war aber bald danach auch damit Schluß und Togo wurde selbständig. Allerdings nur so ein bisschen. Wenn das Land schon nicht viel hergab, dann wenigstens genügend Potential für die Eitelkeit einzelner Stammesfürsten, die sich dann Präsident nennen durften. Und damit das mit der Macht und deren Übertragbarkeit auf die eigenen Söhne auch klappt, holt man sich die Nordkoreaner ins Land und lässt sich zeigen, wie man große Parlamentsgebäude mitten in die Landschaft baut, noch größere Plätze davor zur Huldigung Ihrer Majestät und einen eigenen internationalen Flughafen, den nur 5 Flieger im Jahr benutzen, um eben die Herrschaften aus Pjöngjang zu empfangen. So kommt man dann auf 35 Jahre Machterhalt und das merkt man dam Land leider auch an. Allerdings ist das Essen in Togo weil eben französisch beeinflusst um Längen besser als in Ghana. Wenigstens auf dem Gebiet haben die Franzosen hier was sinnvolles hinterlassen.

p1030053 In einem Dorf nahe der Grenze machen wir Halt. Der Dorfälteste empfängt uns mit 2 seiner Frauen und 9 Kindern, die 3. Frau ist grade schwanger und sein Dorf macht einen aufgeräumten Eindruck. Die Bauweise erinnert an kleine mittelalterliche Burgen mit runden Minitürmen in einem Ensemble, das nach außen abgeschlossen ist.

Neben einer eigenen Brauerei (auf togolesisch, ein großer Topf Maische, die vergärt wird und über einen Lappen gefilterte Brühe produziert, das Ganze schmeckt ziemlich scheußlich) gibt es auch noch einen Erzofen, mit dem eisenhaltiges Gestein geschmolzen wird, um daraus Werkzeuge zu produzieren. Sieht putzig aus, der Steinofen, aber funktioniert offensichtlich. Vor dem Dorf dann auch der Schrein, ein Fetischaltar, der mit Hühnerblut, einen Ziegenkopf und vielen Federn „verziert“ ist -wohl der Mittelpunkt des Dorfes.

Im Gegensatz zu den ghanaischen Rundhütten und sehr einfachen Gerätschaften sieht das hier schon etwas organisierter aus und auch sauberer. In Ghana leben die Menschen in niedrigen Lehmhütten, in der Mitte eine Feuerstelle, an der gekocht wird für ca. 15-20 Dorfbewohner, fast überall wird Yam zum Trocknen ausgelegt, Ziegen und Hühner laufen umher und wirklich arbeiten, also was produktives hab ich nirgends auf dem Land feststellen können. Dafür leider überall abgebrannte Buschlandschaften vor allem um die Dörfer herum, aber auch weiter draußen. Landwirtschaft außer Yam und ein paar Baumwollfelder Fehlanzeige. Hier fehlt es vielleicht auch an Wasser, das man nur aus Brunnen holt. Das Niederbrennen hat Methode. Leider kann mir keiner sagen, welche. Während in Vietnam die Reste der Reisernte verbrannt werden, um für die nächste Pflanzung bereit zu sein, in Brasilien Urwald für neue Rinderweiden gerodet wird, brennt man hier ab um zu „cleanen“. Säubern von was?

Leben wie vor 100 Jahren

Im nächsten Dorf der Tambera, einem Unesco Kulturerbe, erleben wir, wie die Menschen wie vor vielen hundert (tausend?) Jahren leben. Von der Zubereitung der Mahlzeiten bis zum Herstellen einfacher Gebrauchsgüter des täglichen Lebens. Beeindruckt sind wir vom Eisenschmieden, das die Eisenzeit nicht besser darstellen könnte, wie in vielen Gegenden des afrikanischen Hinterlandes, wo man auch in die Zeitmaschine versetzt menschliche Ursprünglichkeit erleben kann. Wobei gerade ein Besuch im Museum mit der Wirklichkeit draußen kein Kontrast darstellt. Die Sklavenzeit einmal ausgenommen, hat sich vielerorts nicht viel verändert. Und das war vielleicht auch der Grund, warum gerade hier die meisten Opfer der Sklaverei zu finden waren.

p1030107 Die Hütte des Schmieds ist rund und niedrig. Drinnen glüht die Holzkohle und ein einfacher Blasebalg, betätigt von einem älteren Mann, lässt das Metallstück gelblich-rot strahlen. Dann wird es mit einer sehr einfachen Zange festgehalten und auf einen einfachen Stein gehalten. Der Schmied, ein ca. 30 Jahre alter stämmiger Typ, packt im Stehen mit beiden Händen einen ca. 6 Kilo schweren unbehauenen Granitstein und schwingt ihn zwischen seinen Beinen nach oben und lässt ihn auf das Schmiedeeisen herunter sausen. Und immer wieder muß er durchschwingen und von ca. 1 ½ m Höhe genau die Stelle treffen, die er zur Verformung des Schmiedestückes braucht. Ob dann eine Messerklinge oder eine Glocke, eine Pflugschaufel oder ein Armreif dabei herauskommen soll, stets trifft er genau die Stelle, die bearbeitet werden soll. Kein Hammer, kein Ambos, nichts an Hilfsmittel ist da, die Arbeit zu erleichtern oder die Genauigkeit zu erhöhen. Mit tut der Rücken vom Zusehen weh. Vermutlich steht draußen vor dem Dorf sein Auto, mit dem er die Waren und seine Frau zum Markt fährt. Denn der Verkauf der Ware ist Frauensache. Und ein Schmid verdient nicht schlecht. Wie kann das sein?

Hier ist auch das Trauma der Sklaverei noch am meisten spürbar. Der angeblich selig machenden Bekehrung der Missionare, auch der des Islam, setzt man zunehmend wieder Fetisch und Voodoo entgegen. Bei aller Gläubigkeit und den selbst sehr einfach gebildeten und geprägten Menschen in Afrika ist die fremde und nirgends verwurzelte Religion der Sklavenjäger so präsent, dass sie nicht durch eigene Naturreligion zumindest überlagert ist. Was ist schon von einer Religion zu halten, die Verhütung und Abtreibung verhindert, selbst wenn die Eltern bereits an AIDS erkrankt sind? Wo pro Familie 5 Kinder aufwachsen, die selten das 10.te Lebensjahr erreichen? Wo aber der Kinderreichtum den Verlust fest einplant, um wenigstens eine Chance zu haben, später versorgt zu werden?

Bereits am Fort habe ich mich gewundert, wie wenig die Menschen aus ihrem Kapital profitieren, das ihnen z.B. Touristen und damit eine wichtige Einnahmequelle frei Haus liefern. Schon oft haben Entwicklungshelfer Verkaufsstände, motorgetriebene Brunnen oder Maschinen zur Arbeitserleichterung, auch der Landwirtschaft besorgt. Die werden leider oft nur so lange benutzt, wie sie funktionieren. Sind sie beschädigt oder reparaturbedürftig, bleiben sie liegen oder ungenutzt, bis sie verrotten. Und dann geht wieder alles von vorne los. Hier funktioniert Entwicklungshilfe nicht nach dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe.

In Afrika ist der Mensch anders gestrickt, die Traditionen viel stärker verhaftet und selbst wenn diese längst nicht mehr in die Zeit passen wie die Verstümmelung der Mädchen, lassen sie sich einfach nicht ausrotten. Voodoo und Fetisch sind stärker als alles andere. Trance, Naturglaube und eine tiefe Furcht vor Veränderung lassen alles neue als Gefahr erscheinen, die alten Mächte außer Kraft zu setzen.

Abends, als es schon dunkel ist, werden wir in einem Dorf eingeladen, Zeuge eines Feuerspektakels zu sein. Ein Scheiterhaufen wird angezündet und die brennenden Holzscheite auf die nackte Haut gelegt. Fast 10 Sek. Ohne mit der Wimper zu zucken, halten einige aus. Blasen sind nicht erkennbar. Auch die Zunge scheint aus Steinwolle zu sein. Dann schmeißt sich einer auf den Scheiterhaufen und wälzt sich darin herum. Das sind die Kräfte, die das Dorfpublikum beeindrucken und sollen zeigen, dass der Mensch eins ist mit der Natur. Und dann kommt eben erst mal nichts anderes.

Benin brennt

Am nächsten Tag sind wir bereits in Benin. Togo ist ja nur ein schmaler Landstrich auf der westafrikanischen Landkarte und landschaftsmäßig Ghana und Benin wie auch der Elfenbeinküste oder Nigeria sehr verwandt. Flach, meistens jedenfalls und kaum Bäume, dafür viel Busch, also Gras und niedrige Pflanzen, wo sie sein dürften oder sollten. Aber wo wir auch hinfahren, überall ist alles niedergebrannt. Kaum ein Landstrich, der nicht schwarz ist oder vor einiger Zeit zerstört wurde. Selten ist landwirtschaftliche Aktivität vorhanden. Selbst Hügel, steinig und zu nichts verwendbar, sind verkohlt. Man kann vielerorts kilometerweit in die Landschaft schauen und häufig sieht man Rauchwolken. Ab und zu sehen wir auch die Urheber, obwohl das Abfackeln offiziell verboten wurde. Dann zünden meist Männer mit brennenden Büscheln die Grasnaben an und hoffen, dass das Feuer unter Kontrolle bleibt. Das ist nicht immer so. Einmal fahren wir an einem lichterloh brennenden Dorf in der Dunkelheit vorbei, das Opfer der Flammen wurde.

Auf Nachfrage bei einem Dorfältesten bestätigt dieser, dass Feuer nicht gut sei. Würde die Felder zerstören und die Dörfer gefährden. Vorteile gäbe es gar keine. Aber das machen immer die anderen. Roberto, unser Guide, der souverän und mit großem Sachverstand die afrikanische Kultur und Seele kennt, ermuntert mich, dem Thema mehr auf den Grund zu gehen. Er habe aufgegeben und keiner wisse genau, warum das Cleaning so weit verbreitet ist. Keiner gibt zu, selbst Feuer zu legen.

Mit der Zeit habe ich meine eigene Philosophie aufgestellt und bin der Meinung, dass ein Grund offensichtlich im Bedürfnis der Menschen liegt, nicht plötzlich von einem Löwenrudel, einer Herde Elefanten oder…. sich anschleichender Sklavenjäger überrascht zu werden. Löwen gibt es schon lange nicht mehr hier und Elefanten auch nicht. Sklavenjäger erst recht nicht. Aber im gespeicherten Unterbewusstsein ist die Furcht offenbar noch so präsent, dass durch das Niederbrennen der Pflanzen Gefahr viel früher erkannt werden kann. Und was ist mächtiger als Angst???
So werden auch heute noch die Dörfer klein gehalten und im Abstand von einigen hundert Metern kommt erst die nächste Ansiedlung. Zu große Gemeinschaften mussten früher mit ansehen, wie sie von Feinden umzingelt und vernichtet oder gefangen wurden, ohne sich wirklich wehren zu können. Dann hatte man die Dörfer auseinander gezogen, damit der Lärm der Angegriffenen den anderen Zeit gab zu fliehen oder die Abwehr zu organisieren. Das geschieht auch heute noch so. Auch ohne Feinde.

In Benin wie auch in Togo und Ghana müssen wir immer wieder Straßensperren passieren. Oft nur mit einem Fass oder aufgestellten Moped wird der Verkehr angehalten von missmutig drein blickenden Polizisten, manchmal auch alleine. Meist werden wir als Touristen durchgewunken. Aber ab und zu muß unser Fahrer aussteigen, ein paar Meter vom Bus dann die Geldbörse zücken und einen Schein übergeben. Manche nennen es Wegelagerei, vor allem, wenn der Polizist meint, er hätte noch nicht gefrühstückt. Aber bevor wir uns beschweren, gibt Roberto lieber nach. Kostet oft nur ein Euro. Aber sonst würden die den Bus auseinander nehmen.

Alle 20 km liegt ein LKW oder ein Anhänger auf der Straße oder im Straßengraben. Die Fahrzeuge sind so hoch überladen, dass sie einfach beim Ausweichen eines Schlagloches umkippen. Dann liegt die Ladung mitten auf der Straße und oft wird das Fahrzeug einfach aufgegeben. Wracks säumen unseren Weg durch halb Afrika.

Benin – Land des Voodoo

Benin ist das Land des Voodoo. Hier wird der Naturreligion am meisten nachgegangen. Allerdings ist das nur 110 Tsd qkm große und mit 9 Mio Einwohnern auch an Rohstoffen ärmste Land zwischen den Ölfeldern Nigerias und Ghanas, und mit 512 Euro pro Kopf Bruttosozialprodukt sogar noch etwas „reicher“ als Togo (225 Euro). Aber wie funktioniert Voodoo? Wie praktizieren und leben dies die Einwohner Benins, die doch angeblich mehrheitlich christlich oder islamisch orientiert sind?

Als erstes kommen wir an einem Rastplatz ähnlichen Ort an, das einen großen Holzhaufen in der Mitte hat, und drum herum liegenden Unrat. Auch der Holzhaufen ist eher unsortiert und scheint keinen wirklichen Sinn zu haben. Einige Leute leben offensichtlich hier oder in der Nähe, auch Kinder sind dabei. Wir sollen aussteigen und einem besonderen Ritual beiwohnen. Dann kommen 2 Männer, jeder hat eine kleine Ziege, die an den Läufen fest verschnürt ist, in den Händen. Alle sind in Straßenkleidung, also in verschlissenen Jeans und T-Shirt bekleidet. Ohne großes Tamtam oder Ansprache schneidet einer der Männer einer Ziege die Fußfesseln mit einem Machete-ähnlichen Messer auf und klemmt die Ziege zwischen die Beine. Vorher stellt er sich am Holzhaufen auf. Vor einem der Pfosten hält er der Ziege den Kopf hoch und säbelt mit dem Messer der Ziege die Halsschlagader durch. Die Ziege zappelt und blöckt, der Mann besudelt mit dem Blut der zappelnden Ziege den Holzhaufen und als die Ziege sich nicht mehr bewegt, wirft er das Tier achtlos zur Seite. Dann erleidet die andere Ziege das gleiche Schicksal.
Mich stößt diese Aktion, bei der ich keinen religiösen, schon gar keinen rituellen Charakter erkennen kann, ab. Was soll das? Keine Trommeln, kein Schamane, keine spezielle oder feierliche Kleidung. Einfach so und emotionslos. Auch der Ort hat nichts von Heiligkeit oder ist besonders geschmückt.
Wir steigen wieder ein und fahren weiter. Alle sind ziemlich ratlos bis geschockt.

Im nächsten Dorf hat sich eine Gruppe von Frauen mitten am Tag in ihre traditionellen Roben geworfen und pflegen einen ganz speziellen Tanz, der offensichtlich in Trance ausgeübt und bei speziellen Gelegenheiten spektakulär und spirituell wirken muss. Die Tracht, ein Ganzkörperkostüm, das sowohl den Kopf mit verschiedenen Masken bis zu den Füssen mit phantasievoller Ausgestaltung in unseren Breitengraden eher an ein Faschingskostüm erinnern würde, ist hier eine sehr ernste und hochangesehene Angelegenheit. Die Frauen haben einen besonderen Status in der Gesellschaft und ihre Mühe, die oft mehr als 10-15 kg schweren Roben in der Hitze so zu drehen, ist reiner Sport und erfordert beste Voraussetzungen an Kreislauf und Kondition.

Mittlerweile hat sich die Händeschüttelei bei einigen Mitreisenden, aber besonders bei mir sehr nachhaltig bemerkbar gemacht. Bus, überall Stufen, afrikanische Toiletten, wenn überhaupt davon die Rede sein kann und Rollstuhl. Keine gute Kombination und so kam was kommen musste und nicht näher beschrieben werden braucht. Die Zeit im Hotel war jedenfalls ausgefüllt mit diversen Ritualen, die weder Voodoo noch sonst irgendeinem rituellen Charakter hatten….

Bevor wir aber langsam zum Ende unseres Trips durch den westafrikanischen Busch kommen, geht die Fahrt an Benins Küste, um einen Ort zu besuchen, der für afrikanische Verhältnisse ungewöhnlicher aber auch romantischer nicht sein kann und Afrika von seiner schönsten Seite zeigt: Ganvie.
Die Stadt besteht fast ausschließlich aus Holzhütten die auf Stehlen über dem Wasser an einem See kurz vor der Küste Benins gebaut wurden. Alles wird hier mit dem Boot erledigt: Einkäufe Bauarbeiten und der Weg zur Schule. Motorboote gibt es kaum. Stattdessen ziehen Ruderboote an dem Reisenden vorbei und lassen den Ort ruhig und friedlich erscheinen. Aber schon beim Zücken der Fotokamera reagieren die für Fotos mehr als empfänglichen Menschen hier sehr allergisch. Zuerst schnippen die vor allem von Frauen und Mädchen geruderten Einbaum-Boote mit den Fingern und wenn das keine erwünschte Reaktion zeigt, wenden Sie demonstrativ den Kopf zur Seite oder halten sogar ein Kleidungsstück oder Tasche vor das Gesicht. Komisch. Überall hatten wir einen regelrechten Auflauf, wenn die Fotos in die Szenerie auftauchte. Kinder wollten gleich sehen, ob sie drauf sind und hier…..

Ohne Boote geht nichts in Ganvie

Schon wenige Minuten nachdem unser Boot abgelegt hat, begegnen uns die ersten Segeljollen und Ruderboote. Eine in bunte Kleider gehüllte Frau und ihr rudernder Mann gleiten in fast majestätischer Gelassenheit an uns vorbei. Meist rudern aber die Frauen und Mädchen. Bootfahren ist was für das schwache Geschlecht. Männer segeln lieber auf größeren Frachtkähnen. Das nächste Boot beherbergt Bauarbeiter und einen großen Sandberg. Ohne Boote geht nichts in Ganvie. Nach fast 2 km auf dem Wasser erscheinen nach unzähligen Mangrovenfeldern die ersten Häuser auf Holzstelzen. Neugierige Kinder winken von den Terrassen davor. Alle Häuser haben große Fässer mit Trinkwasser davor. Duschen hinter einer Holzwand findet auch öffentlich statt. Ein kleines Haus dient als Wasser-Tankstelle. Dicht gedrängt warten Boote voller Fässer auf ihren Anteil. Wer zu lange trödelt wird abgespritzt, Menschen lachen. Im Zentrum tummelt sich dann auch eine ganze Armada von Booten und Menschen, die handeln, waschen, quatschen, einkaufen. Ein Stau an der nächsten Kreuzung besteht statt aus Autos eben aus Booten. Und wehe, eins von den nervigen Motorbooten macht zu hohe Wellen. Blicke töten…

Ein wenig Afrika Tourismus hat es auch hierher geschafft, dabei ist die Gegend auf der Welt noch ziemlich unbekannt

Für die Verhältnisse in Benin, das mir als das Ärmste der drei Staaten vorkam, obwohl Togo ein noch kleineres Bruttosozialprodukt und wesentlich weniger Prokopfverdienst aufweist, ist dieser Ort schon fast luxuriös. Vielleicht auch weil alleine schon die Logistik dieser Stadt mit fast 20.000 Einwohnern einiges mehr erfordert, als eine Kommune auf dem Festland. Alles muss mit dem Boot hierher geschafft werden. Ob mit dem Paddel oder mit Segeln, manche sogar mit kleinen Spinackern, die zumindest so aussehen und die Leinen mit der Hand gehalten werden, nichts geht ohne Boot. Dabei hat es überraschender Weise kaum Motorboote. Dafür einen Fußballplatz auf der einzigen trockenen Erhebung. Selbst eine Moschee, die größte auf meinem Trip, steht auf Stelzen.

No pictures please

Aber diese ständige Ablehnung gegen die Touristen mit Kameras nervt schon ein wenig. Dabei winken vor allem Kinder, Frauen und Mädchen, was zunächst einladend aussieht, schaut man genauer hin, dann ist die Handbewegung keine Winkbewegung sondern führt vom Körper weg. In Indien ist das Kopfwackeln fälschlicherweise auch keine Anerkennung sondern Ablehnung. Winken heißt hier: Hau ab…… auf afrikanisch.
Des Rätsels Lösung liegt wohl in einem Kalender, der aus Aufnahmen aus Ganvie bestand und den Weg zurück von Europa hierher geschafft hat. Er enthielt unter anderem Bilder von Ganvies Fischern. Als die Dorfbewohner vom Preis des Kalenders erfuhren, waren selbst die gutmütigsten ziemlich sauer und wollten künftig nicht mehr als kostenlose Fotokulisse herhalten. Seit dem heißt es in Ganvie: Fotos nur gegen Cash. Eigentlich fair. Aber statt dies zu akzeptieren, dass die Leute nicht fotographiert werden wollten, halten auch einige unserer Reisegruppe demonstrativ drauf. Das kommt gar nicht gut und so wird immer wieder mal ein Paddel dazu benutzt, uns mit Wasser zu bespritzen. Spaß sieht aber anders aus.

….Nun, wie ja schon im Fort beschrieben, brauchen die hier echt nen PR Manager. Wenn sie schon Geld verdienen wollen, dann sollten sie sich statt feindlich gegenüber den Touristen eher andersrum verhalten und meinetwegen Eintrittsgeld für eines der ungewöhnlichsten Städte der Welt verlangen. Und die wäre jeden Cent Wert.

Abenteuer in Afrika…

p1030211 So langsam geht es auf den Rückweg über Togo, nicht ohne noch den Phyton Tempel in Ouidah zu besuchen. Dort wo auch hier ein Tor ohne Wiederkehr am Strand steht und das Zusammentreiben ihrer Landsleute damals der herrschenden Clique viel Geld der Sklavenhändler eingebracht hat. Damals haben die Einwohner bei Angriffen statt auf Waffen auf die Angst der Angreifer vor Schlangen gesetzt und diese zu Hunderten gezüchtet, um sie wie lebende Lassos auf die Reihen der Feinde zu schleudern. Phytons sind Würgeschlangen und satt absolut harmlos. Jedenfalls musste die Taktik erfolgreich gewesen sein, denn Afrikaner haben eine Heidenangst vor den Tieren und flohen panisch vom Schlachtfeld, um nicht einer vermeintlich giftigen Schlange zum Opfer zu fallen. Heute erfüllen die Tierchen den gleichen Zweck, um ängstliche Touistinnen auf die Palme zu bringen. Das Kreischen im Tempel ersetzt sozusagen den Priester und erfüllt den zermoniellen Teil. Die Wärter warten nämlich schon am Eingang auf Ihre Opfer und legen den arglosen Touis die Phytons von hinten um den Hals. Abenteuer in Afrika…

Auf dem Voodoo-Markt

p1030269 Etwas weiter im Ort der wohl abstossenste und widerlichste Teil der Reise, einer der bekanntesten Voodoo-Märkte Afrikas. Auf etwa 500 qm aufgtischt und schön sortiert nach Tierart und Voodoo-Zeremonie glotzen uns ausgestopfte Antilopen-, Löwen-, Wasserbüffel-, Krokodilköfe an wie hunderte von Affenschädel. Tausende Chamäleons getrocknet und lebendig, weil deren Blut geopfert wird, sind überall verstreut wie leider auch aphatische Adler, die an den Beinen festgebunden unter den Tischen hocken und sichtlich mit dem Leben abgeschlossen haben. Unter der Hand werden uns von nervigen Typen dann auch abgeschnittene Gorillahände und Füsse angeboten und ich bin sicher, dass wir die abgefahrensten und verbotensten Teile erst gar nicht zu sehen bekommen haben. Ich möchte hier keine langen Traktate über einen der ältesten Kulte der Menschheit zum Besten geben, dafür fehlt mir zuviel Hintergrundwissen. Tatsache ist aber, dass es immer mehr Menschen in der Region gibt, die trotz ihrer Zugehörigkeit zum Christentum oder Islam parallel  Voodoo praktizieren und der Blutzoll vor allem unter den Wildtieren ungeheuer ist. Da braucht keiner über die Chinesen schimpfen.

Ein Freizeitvergnügen für fotoschwingende Durchreisende

p1030247 Den Abschluss bildet denn auch ein Voodoozeremoniel, bei dem auf einem Dorfplatz wieder mit über 100 Zuschauern von 2 Voodoo Tänzern ein besonderes Spektakel beboten weden soll. In einem Geviert von ca. 20 m Kantenlânge wurde in der Mitte ein Haufen verschiedener Zubehörteile zusammengetragen, die keiner erkennbaren Ordnung gehorchten. Hühnerbeine, Federn, Talg und Kreidegefässe, Äste und verschiedene Messer liegen da und sind wohl Bestandteil eines zeremoniellen Ablaufes. Der Voodoomeister und sein Partner fangen denn auch an, um diesen “Schrein” zu tanzen und stechen sich dabei unentwegt auf ihre umgeschnallten Bastrock ein. Auch demonstrieren sie, dass sie unverwundbar sind, in dem sie immer wieder mit dem Messer über ihre Haut streichen. Und tatsächlich ist der Körper des Meister übersät von unzähligen früheren Schnittverletzungen. Die unvermeidlichen Trommler geben eine Art Rhytmus vor, der aber immer wieder unterbrochen wird von gestenreicher Kritik der Tänzer, sich mehr anzustrengen. Auch soll die Dorfgemeinde gefälligst mitmachen und klatschen, damit die beiden Akteure leichter in Trance fallen. Aber die denken nicht dran und so wird die Aktion eher zur Farce. Offensichtlich soll uns Touris was Besonderes geboten werden, aber wenn das jeden Tag der Fall sein soll, sehen die Leute gar nicht ein, mitzumachen. Roberto gibt zwar bei jeder uns gebotenen Aktion dem Dorfältesten “Eintrittsgelder”, aber eine heilige Zeremonie zum Freizeitvergnügen fotoschwingender Durchreisender beliebig zu wiederholen, würde wohl in keiner Kultur funktionieren. Aber für einen Eindruck hat es gereicht.

Und die Erkenntnis?

Es fällt mir schwer, diesem Kontinent eine glorreiche und hoffnungsvolle Zukunft zu prognostizieren. Jedenfalls, wenn wir das aus der westlichen Brille sehen wollen. Die moderne Sklaverei hat schon längst begonnen. Der Papst hat Afrika schon fest im Visier und sorgt mit dem Verbot der Kondombenutzung und Abtreibung für hunderttausendfache Aids-Tote, die Weltmächte haben den Kontinent als willkommenen Abnehmer für Waffen aller Art ausgemacht und lassen sich mit Rohstoffen bezahlen. Und immer, wenn ein Warlord zu mächtig wird, bekommt die Gegenseite bevorzugt Lieferungen, die auch unter Einbeziehung von Kindersoldaten den chaotischen Zustand aufrecht erhalten sollen. (Deutschland ist übrigens drittgrösster Waffenlieferant der Wel)t. Was nützen  dem Kongo Diamanten, Nigeria eines der grössten Ölfelder der Welt, wenn die Ausbeutung nur den reichsten Familien gestattet ist und die Ölmultis das begünstigen, um möglichst wenige Verhandlungspartner “schmieren” zu müssen? Wenn es nicht gelingt, auf breiter Front Ausbildung und Schule zu gewährleisten, bleibt trotz vieler positiver Einzelerfolge alles beim Alten. Moderne Sklaverei braucht keine Forts.

 

INFOBOX

Die westafrikanischen Staaten Benin, Ghana und Togo sind heute Schwerpunkte wenn es um die Ausübung von Voodoo (Übers.: Geist oder Gottheit) geht. Eine weitere Anhäufung ist sonst lediglich in Haiti der Dominikanischen Republik und Louisiana zu finden.
Der 10. Januar ist in Benin (seit 1996) ein offizielle Voodoo-Feiertag der von Präsident Nicéphore Dieudonné eingeführt wurde, da Voodoo in Benin (wie auch in Haiti seit 2004) eine anerkannte Religion ist .
Priester und Priesterinnen haben seitdem in Haiti dieselben Rechte wie ihre katholischen Kollegen. Sie dürfen offiziell Ehen schließen, Taufen durchführen und Begräbnisse leiten.

Bei Voodooritualen stehen Tieropfer oder die Opferung von Genussmitteln im Vordergrund. Auch der  Priester, die in die Gemeinschaft Eingeweihten, das Fest und der Tanz mit seinen verschiedenen Gottheiten zugeordneten Trommel-Rhythmen und Gesängen haben eine besondere Bedeutung. Die Loa (Geist bzw. Gott mit großer Macht) ergreifen vereinzelt Besitz von den Tänzern, die sich dabei in tiefer Trance befinden.

Ghana

Amtssprache: Englisch
Hauptstadt: Accra
Staatsform: Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident John Evans Atta Mills
Fläche: 238 537 km ^2
Einwohnerzahl: (stand 2012) 24 339 838
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner/ km^2
Unabhängigkeit: seit 6. März 1957
Ghana (früher auch Goldküste genannt) liegt in Westafrika und grenzt neben Togo, Burkina Faso auch an die Elfenbeinküste und den Atlantischen Ozean. Die Größe ist vergleichbar mit Großbritannien..
Der größte (künstlich angelegte) Binnensee des Landes ist der Volta-See. Der eine üppige Flora/Fauna erst ermöglicht und den Export von Edelhölzern fördert.  Aufgrund seiner reichlich vorhandenen Rohstoffe (wie z.B. Gold, daher auch der Beiname Goldküste) ist Ghana auch für die Weltwirtschaft bedeutend.

Togo liegt wie Ghana in Westafrika und grenzt sowohl an Ghana als auch an Benin und Burkina Faso.
Togo war eine der wenigen deutschen Kolonien, bis Frankreich und die Vereinten Nationen, nachdem 1. Weltkrieg, die Kolonie übernahmen.
Als autokratisch regierender Präsident war Gnassingbé Eyadéma 40 Jahre an der Macht, nachdem sein Sohn ,verfassungswidrig, das Amt seines verstorbenen Vaters (2005) übernahm geriet Togo unter internationales Druck.. Die folgenden Wahlen konnte Gnassingbé für sich entscheiden, wobei ihm die Opposition und auch die Europäische Union massiven Wahlbetrug vorwarfen. Nach wie vor befinden sich mehrere tausend Flüchtlinge im Ausland.

Togolesische Republik

Amtssprache Französisch
Nationalsprachen: Ewe und Kabiye
Hauptstadt Lomé
Staatsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt Präsident Faure Gnassingbé
Regierungschef Premierminister Gilbert Houngbo
Fläche 56.785 km²
Einwohnerzahl 6.587.239
Bevölkerungsdichte 97 Einwohner/ km²
Unabhängigkeit von Frankreich am 27. April 1960
Benin (früher Dahomey genannt) grenzt an Nigeria, Togo, Burkina Faso, Niger und den Golf von Guinea, besser gesagt die Bucht von Benin.
Die frühere Bezeichnung steht in Tradition zum historischen Königreich Dahomey, das bis zur Eroberung durch die Franzosen Ende des 19. Jahrhunderts den südlichen Teil des modernen Staates und des Nachbarstaates Togo umfasste.

Republik Benin

Amtssprache Französisch
Hauptstadt Porto Novo
Regierungssitz Cotonou
Staatsform Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt und Regierungschef Präsident Boni Yayi
Fläche 112.622 km²
Einwohnerzahl 8.971.944
Bevölkerungsdichte 79,7 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit von Frankreich am 1. August 1960

 

Quellen: Wikipedia.de

Auf seiner letzten Reise hat Michael Heil den afrikanischen Kontinent besucht und eben nicht die Bequemlichkeit einer Hängematte am Beach.

Was dabei raus kam und wo man mit dem Rollstuhl am besten nicht hin sollte, erfahrt ihr demnächst auf dieser Seite.

p1020844

Nächste Einträge »