12.09.2009
Michael Heil bei der Mercedes-Benz Fashion-Week in New York Teil 1
Beine bis unter die Achseln, Gesichter wie aus dem Modekatalog und Blitzlichtgewitter, die an Kinohits von Hollywood wie “Der Teufel trägt Prada” erinnern. Ich halte meine Kamera auf eines der Mädchen und sie fängt wie an einer Schnur gezogen augenblicklich an zu posen. Schmollmund, Flirtblick, Theatergesten, so als wäre Newton in mir auferstanden und meine Fotos würden in den Glanzblättern der Modewelt der Vogues, Elles, Beauty usw. erscheinen.
Ich bin in New York auf der Fashion Week. Eingeladen vom Stardesigner Custo Barcelona und als Teammitglied der neuen Zeitschrift CASTING, das zusammen mit 3 Mädchen der Staffel Germany’s next Top Model die deutsche Präsenz des Modelabels verbessern soll. Die Mädchen auf dem Laufsteg und CASTING als Zeitschrift, dazu die neuesten Creationen der bekannten, farbenfrohen Augenschmeichler, die sich angeblich auch noch im Alltag tragen lassen.
Nun, mit mir sind Marcus, unser Fotograf, Sina, halbspanische Produzentin und Eva, unser Model, das in Custokleidern in 8 verschiedenen Locations in NY fotografiert werden soll.
Kaum in New York und im Hotel direkt gegenüber dem Waldorf Astoria eingecheckt, wo auch etwa 120 andere Gäste Custo´s eingebucht sind, komme ich mir vor wie auf einem riesigen Catwalk. Überall Models, Fotografen, Redakteure und im ohnehin nicht unbedingt nicht traumfrauentwöhnten New York wirkt die Szenerie schon fast unwirklich. Ich als Hilfsfotograf, Mitgesellschafter des neuen Blattes und Beobachter, muss mich in die neue ungewohnte Rolle erst mal einfügen und schauen, die ich ohnehin auffallend genug und damit im Blickfeld aller Akteure nicht allzu unprofessionell auffalle. Schließlich hab ich von Fotografie soviel Ahnung, wie ein Politiker von der Hilfsmittelversorgung.
Noch nicht einmal 3 Stunden in den USA steht schon das erste Interview mit Custo in SoHo an, wo er sein amerikanisches Domizil hat und seine Show am Sonntag vorbereitet. Ohne Ahnung, wie es da zugehen wird und was uns erwartet, werden wir erst mal in einem Bienenhaufen von Layoutern, Models, Schneidern, Fotografen und vielen Mitarbeitern Custos empfangen, die – uns erst mal gar nicht richtig wahrnehmen. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt, Leute kommen und gehen und an den Wänden hängen ganze Staffeln voll mit Bildern von Setcards der Models, Klamotten für die Show, Ablaufpläne und dazwischen Sessel, Tische, Computer und Visagisten.
Plötzlich kommt aus einem Hinterzimmer ein Model mit einem Kleid wie auf dem Catwalk durch den Raum stolziert, dreht sich unter dem kritischen Blick eines Designers um und verschwindet wie eine Erscheinung wieder im Off. Uff!!! Was war das? Ich bin beeindruckt.
Wir können in den 3. Stock mitkommen. Custo wartet bereits. Der Fahrstuhl ist zu klein. Ich soll das Interview mit der Videokamera aufnehmen. Blöderweise ist der Aufzug schon voll mit meinem Team. Ich muss also warten. Als ich endlich auch oben bin – das gleiche Bild wie unten. Leute, Gewusel. An den Wänden Setcards und die nehme ich erst mal auf, bis der große Meister kommt. Models aus allen Erdteilen sind da drauf, ohne Schminke und Haarstyling erst mal eher unscheinbar. Was macht die Mädchen zu Models? Eine Kunst ist es wohl, aus den vielen Bewerbern die Kandidaten herauszufiltern, die für so eine Topshow geeignet erscheinen…
2 Kommentare zu “Michael Heil bei der Mercedes-Benz Fashion-Week in New York Teil 1”
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Bin sehr gespannt was uns die nächsten tage alles erwarten wird. Ich bin ab Freitag in berlin und werde mir dort 2 Schauen ansehen, leider reicht die Zeit nicht für mehr. Mal sehen ob auch diesmal wieder ein bisschen Street-Fashion und Punk-Mode vertreten sind. Leider ist die gute Vivienne Westwood ja nicht dabei.