Monatsarchiv für März 2011

Michael Heil reiste bereits Weihnachten 1988 nach Südafrika, um sich ein eigenes Bild über die damals noch sehr reale Apartheit zu machen. Was sich seitdem veränderte und wie sich seine Eindrücke vor allem zur Zeit der Fußball-Weltmeisterschaften im südafrikanischen Winter 2010 möglicherweise veränderten, schildert er in seinen nachfolgenden Berichten. Mit dabei Thomas Winter, Rollstuhltennisspieler, bei der ersten Reise, und Fußballgroupie und langjähriger Freund Peter Wiedkamp.

 

Ankunft in Pretoria am 14. Dezember 1988. Es ist ganz schön warm. Aber ist ja auch Sommer. Mit gemischten Gefühlen kommen wir in ein Land, das geprägt ist von Nelson Mandela und Steven Biko, von Buren, Engländern, Townships und Tom Sharpe.

Mit mir hat sich Thomas, ein Tennisfreund aus Deutschland, für 4 Wochen vorgenommen, die Vorurteile oder eben das, was wir aus den Medien kennen über Südafrika, auf den Prüfstand zu stellen. Eingeladen sind wir von 2 Südafrikanerinnen, die als Betreuerinnen des südafrikanischen Tennisverbandes arbeiten, und die uns in ihre Privatwohnungen eingeladen haben. Zuvor wollen wir aber erst mal von Nord nach Süd mit dem Auto reisen. In Pretoria besuchen wir unseren Vertreter des afrikanischen Rollstuhlvertriebs Pieter de Buur. (Damals arbeitete ich bei einem deutschen Rollstuhlhersteller als Vertriebsleiter). Danach 10 Tage Kapstadt über Sylvester und dann wollen wir die Gardenroute nach Port Elisabeth hochfahren. Von dort nach Johannesburg und von da eine Safari im Krüger Nationalpark mitmachen. Im Gepäck neben unseren normalen Rollstühlen hat jeder seine Tennisausrüstung nebst speziellen Tennisrollstühlen, ohne die ein vernünftiges Spiel nicht möglich ist.

Das heißt, wir mieten ein großes Auto mit viel Platz mit einer umgebauten Handschaltung mit Automatik, so dass jeder auf der folgenden 3500 km Tour fahren kann. Ok, es ist Ferienzeit in Südafrika und die begehrten Vans sind leider schon ausgebucht…