Archiv für das Tag 'Flughafen'

Michael Heil

Michael und das Biest…..

Massoud, mein Freund aus Persien, der nach Australien gezogen ist auch wegen der Kinder (alle erwachsen und in Australien studiert) holt mich am Flughafen ab und ich hab sofort das Gefuehl, wieder ein Stueck zuhause zu sein. Komisch. Weiter geht es ja wohl nicht und dann so was? Tatsaechlich aber ist alles, was man sieht, riecht, hoert usw. europaeisch. Man weiss, woran man ist, man kann jeden ansprechen und um Auskunft fragen und die Umgebung ist sauber. Vielleicht bin ich ja etwas hypochondrisch durch die letzten Tage. Egal. Massoud faehrt mich, wir sind in Brisbane, zu seinem Haus, einem etwas verfallenem Holzhaus in einer Waldgegend mit Veranda und Voegeln, und einem Ambiente, das schoener und romantischer nicht sein koennte. Schade nur, dass das Haus nur noch so lange steht, bis das Gelaende verkauft worden ist und 12 Haeuser drauf gestellt werden. Solange kann Massoud dort kostenlos bleiben. Was ein Dusel. Muesste man mal selber haben. Aber ich will ja Australien kennenlernen und fang gleich an zu nerven: > Wo sind die Kängurus?> Michael Heil in Australien

Natuerlich gibt es die nicht in der Stadt und selbst drumrum findet man keine. Da muss man schon ein wenig ins Outback gehen. Also ins Hinterland. Aber es gibt dort eine Art Zoo und dort sind die fuer Australien so typischen Tiere in einer Art Reservat. Wir also da hin und stellen fest, dass sogar der Papst und Madonna da waren. Alle mit einem Tierchen im Arm, das sich Koala nennt und auf den Baeumen nach Eukalyptusblaettern sucht. Wie in China ist der Koala eher ein Maskottchen und zur Gattung der Teddybaeren zu zaehlen. Aber nichtsdestoweniger raffe ich all meinen Mut zusammen und lasse mich auch mit der aeusserst aggressiven Schlafmuetze fotografieren. Michael Heil in Australien Aber kaum auf dem Arm quaengelt der Kerle und will wieder runter. Nur bei mir. Bei den anderen macht er keinen Mucken. Fast faellt er mir vom Schoss und mit aller Not gelingt es dem Fotographen noch, ein Foto zu schiessen. Puh!! Noch mal gut gegangen.  Aber wo sind die Kängurus? Nun, die haengen gleich herdenweise auf der  Weide rum und scheinen gerade Siesta zu machen. Michael Heil in Australien Ich schleich mich also wie ein Indianer von der windauflandigen Seite heran und leg mich ganz langsam und unauffaellig dazu. Hat keiner gemerkt und alle bleiben schoen brav liegen. Nachdem ich das also auch geschafft habe, gehts noch zu den Raubvoegeln, Dingos, Wombats und was sonst noch zu Australiens Biestern gehoert. Also gleich am ersten Tag Down Under pur. Wer haette das gedacht…

Michael Heil

Ich bin der Kaes…..

Is mal wieder so weit. Mein naechstes Ziel ist Shanghai. Ich wollte mal die Grossstadt von naeher betrachten, meine Einkaeufe fuer Zuhause erledigen und ein wenig Nightlife erleben. Schliesslich war davon die letzte Zeit eher wenig moeglich. Ich also wieder zum Flughafen und mittlerweile geht es auch ganz gut. Dass ich den Rollstuhl mit zur Flugzeugtuer nehmen und als erstes am Ziel wieder empfangen kann, ist mittlerweile kein Thema mehr. Aber auf dem Weg zum Flieger muss ich leider ein Stockwerk tiefer, und der Aufzug ist ausgefallen. Also haengen am Ende 5 Chinesen am Rollstuhl und schauckeln mich wie bei einem Erdbeben die Treppen runter. Michael Heil bei den Paralympics in Peking Wenn ich jetzt aufstehen wuerde, denken die womoeglich, ich mach die zum Narren, also bleib ich schoen sitzen. Unter angekommen stromern dauernd welche um mich rum und fragen mich nach meinem Pass, meinem Ticket und dem Visa. Alle 5 Minuten. Es geht langsam echt auf den Senkel. Ausserdem geht der Flieger ohne Finger. D.h. ich muss wieder die Treppen rauf (laufen). Geht ja, daher mach ich mir auch keine Sorgen. Aber eine Hostess schaut sich mein Visa etwas genauer an und laeuft dann etwas aufgeregt zu den anderen. Die kommen auch noch mal und schauen sich mein Visa an. Darauf ist meine Teilnahme an den Paralympics als Gast des IPC, also des intern. paralymp. Commitees zu sehen. Gast eben nur aber die haben das irgendwie nicht verstanden. Auf jeden Fall wird das Gate geschlossen und kurz vor dem Einchecken werden alle Passagiere gebeten, ein Stockwerk hoeher zu gehen. Mist – haben die zuwenig Passagiere fuer den Flug und legen den mit dem naechsten zusammen? Also die 5 Jungs muessen wieder ran und mit Richterscala 5-7 gehts wieder hoch. Jetzt kann ich noch weniger aus dem Rollstuhl und hochlaufen.  Und nach ner halben Stunde warten geht es endlich weiter und ich frag ne Hostess, was denn der Grund der Verzoegerung war:

>Na, wir haben den Flieger vom anderen Terminal geholt und extra zum Fingerterminal umgelegt.  Wir koennen doch Olympiateilnehmern nicht zumuten, ueber die Treppe in den Flieger zu steigen. !?!<

Aeh, dass ich dafuer aber erst mal das Stockwerk wieder raufgehievt worden bin, macht da keinen Unterschied und dass die dann auch noch mein Ticket abgegrated haben von Econmy auf First Class, ist eher Nebensache. Auch, wenn dafuer die Leute auf meinem Platz nach hinten beordert wurden. Mein Gott, wie peinlich…..

Michael Heil

Ich hab zuviel Gepaeck!!

Ein grosser Rucksack, ein kleiner Rucksack, ein Rollstuhl und ein Crosswheel fuer Offroud Touren. So steh ich am morgen wie schon am Flughafen in Frankfurt abfahrtbereit im Hotel. Das ist noch nicht das Problem. Aber als ich nach 3 Stunden in Xian am Flughafen stehe und keinen Transportservice, ja nicht mal ein Hotel hab, an dem ich absteigen kann, wird mir doch etwas mulmig. Ich dachte, ich kann mich am Flughafen an der Information fuer ein geeignetes Hotel entscheiden und dann mit dem Bus reinfahren. Denkste, die haben zwar einen Service, aber nur wenige Hotels, mit denen die einen Vertrag haben und das sind nur Geschaeftshotels. Aber da treff ich keine Touristen und da Kommunikation hier grundsaetzlich schwierig ist, waer das mein Grab. Keine Infos, keine Hilfe, keine Tipps, nix. So gehts nicht. Ich also auf gut Glueck mit dem naechsten Bus in die Stadt und hoffe, dass ich am Busterminal auf ein paar Rucksacktouris stosse. Da kann ich mich vielleicht anschliessen.

War ja klar. Keine Info und keine Touris. No english und jetzt bin ich ziemlich aufgeschmissen. 40 kg Gepaeck, keine Bleibe und kein Ziel. Keiner der mich versteht und wenn ich so in ein Taxi steig, glotzt der mich nur an. Also such ich ein Internet/Cafe. Ist in Asien eigentlich keine grosse Sache. Denkste. Nix. Gar nix. Und als ich nach 1 Stunde endlich an einer Spielhoelle mit internetaehnlichem Charakter ankomme, fluechtet der Besitzer ziemlich kopflos ins Off. Ich muss ihm vorkommen wie ein grosses Problem und da haut man halt ab. Also weiter schweissgebadet mittlerweile ins naechste Hotel. Dort kann ich endlich ins Internet und mir eine Bleibe suchen. Michael Heil bei den Paralympics in Peking 7 Sages heisst das Hostel und das war das Beste, was mir passieren konnte. Eine ansprechende internationale Herberge, bei der nach ca. 1/2 Stunde meiner Ankunft die gesamte Belegschaft zum Mittagessen und Begruessung ihrer Chefin zusammenkommt und mich zusammen mit anderen Gaesten zum Essen einlaedt. Eine Chinesin, die aeusserst selten mit Trekkingschuhen und professioneller Kamerausruestung alles aufnimmt, ist auch dabei. May Lin heisst sie. Und ab jetzt macht es wieder Spass!!