Archiv für das Tag 'Hotel'

Michael Heil

Oh, mir gehts ja so sch……

Kaum in Shanghai check ich erstmal im Hotel ein, um gleich auf Entdeckungstour zu gehen. Allerdings hab ich die ganze Zeit schon Kopfschmerzen und die kommen sicher vom staendigen Wechsel vom Fliegen.  Mein Hotel ist eben kein Youth Hostel und wie befuerchtet ist dort auch kein Kontakt zu anderen Touris moeglich.  Leider sprechen die Hostessen auch nur schlecht oder kein englisch und so bleibt nicht anderes uebrig, als schnellstmoeglich das Weite zu suchen und in der Stadt fuendig zu werden. Meine Kopfschmerzen werden immer staerker und ich befuerchte Schlimmes. Und so brech ich ab und geh wieder ins Hotel ohne zu ahnen, dass das fuer die naechsten 3 Tage mein letzter Kontakt zur Aussenwelt sein wird. Wie sich zeigt, hab ich einen schweren Blaseninfekt und dazu auch noch einen Reflux, also Nierenstau, der meinen Ruecken vor Schmerzen stocksteif werden laesst. Keine Zeitung, nichts zu essen und ausser Wasser auf dem Zimmer nichts, was mir helfen koennte. Aber Hunger hab ich sowieso keinen. Mein Kreislauf ist im Eimer und ich hoffe, dass es nichts schlimmeres ist. Morgen wird es schon wieder besser sein, denke ich. Denkste. Nun, ich will hier keine Krankengeschichte zum Besten geben aber erst nach 4 Tagen und dem Wechsel mit letzter Kraft zu einem Youth Hostel laesst meine Situation wieder etwas guenstiger erscheinen. Auf jeden Fall hab ich 5 Kilo abgenommen, nix eingekauft und mit Nightlife war auch nix zu machen. Shanghai ist also voellig in die Hose gegangen. Immerhin bin ich zum Flug nach Australien wieder fit. Schliesslich muss ich 10 Stunden im Flieger sitzen und da ich die letzten 2 Tage auch noch Durchfall hatte, kann ich nur hoffen, dass alles gut geht.

Michael Heil

Ich hab zuviel Gepaeck!!

Ein grosser Rucksack, ein kleiner Rucksack, ein Rollstuhl und ein Crosswheel fuer Offroud Touren. So steh ich am morgen wie schon am Flughafen in Frankfurt abfahrtbereit im Hotel. Das ist noch nicht das Problem. Aber als ich nach 3 Stunden in Xian am Flughafen stehe und keinen Transportservice, ja nicht mal ein Hotel hab, an dem ich absteigen kann, wird mir doch etwas mulmig. Ich dachte, ich kann mich am Flughafen an der Information fuer ein geeignetes Hotel entscheiden und dann mit dem Bus reinfahren. Denkste, die haben zwar einen Service, aber nur wenige Hotels, mit denen die einen Vertrag haben und das sind nur Geschaeftshotels. Aber da treff ich keine Touristen und da Kommunikation hier grundsaetzlich schwierig ist, waer das mein Grab. Keine Infos, keine Hilfe, keine Tipps, nix. So gehts nicht. Ich also auf gut Glueck mit dem naechsten Bus in die Stadt und hoffe, dass ich am Busterminal auf ein paar Rucksacktouris stosse. Da kann ich mich vielleicht anschliessen.

War ja klar. Keine Info und keine Touris. No english und jetzt bin ich ziemlich aufgeschmissen. 40 kg Gepaeck, keine Bleibe und kein Ziel. Keiner der mich versteht und wenn ich so in ein Taxi steig, glotzt der mich nur an. Also such ich ein Internet/Cafe. Ist in Asien eigentlich keine grosse Sache. Denkste. Nix. Gar nix. Und als ich nach 1 Stunde endlich an einer Spielhoelle mit internetaehnlichem Charakter ankomme, fluechtet der Besitzer ziemlich kopflos ins Off. Ich muss ihm vorkommen wie ein grosses Problem und da haut man halt ab. Also weiter schweissgebadet mittlerweile ins naechste Hotel. Dort kann ich endlich ins Internet und mir eine Bleibe suchen. Michael Heil bei den Paralympics in Peking 7 Sages heisst das Hostel und das war das Beste, was mir passieren konnte. Eine ansprechende internationale Herberge, bei der nach ca. 1/2 Stunde meiner Ankunft die gesamte Belegschaft zum Mittagessen und Begruessung ihrer Chefin zusammenkommt und mich zusammen mit anderen Gaesten zum Essen einlaedt. Eine Chinesin, die aeusserst selten mit Trekkingschuhen und professioneller Kamerausruestung alles aufnimmt, ist auch dabei. May Lin heisst sie. Und ab jetzt macht es wieder Spass!!

Michael Heil

Ankunft in Beijing (Peking)

Michael Heil bei den Paralympics in Peking Die Reise hat begonnen. Vielmehr schon vorher. Denn ohne Visa geht nix. Dabei wird einem mitgeteilt, wie sensibel China auf etwaige Stoerungen bei den Olympischen oder auch den paralympischen Spielen reagiert.  Fuer jeden Tag, jeden Flug, jedes Hotelzimmer wollen die einen vorher eingereichten Nachweis. Wenn man aber wie ich ja gar nicht weiss, wann man wo sein wird, da ich ja eine Rundreise plane, die nicht schon vorher wie bei Pauschaltouristen feststeht, kann man ja auch keine Buchung vorlegen. Klasse. Was tun? Gottlob sind die Kontakte zu den Organisatoren der Paralympics sehr gut und so hat sich Otto Bock als Hauptsponsor der Spiele in Beijing fuer mich eingesetzt, so dass ich zusammen mit meinen chinesischen Studenten zu allen Hallen und Plaetzen der Spiele akkreditiert bin. Und, das als Superservice dazu, gilt dann auch gleich als Pauschalvisa. Also keine Nachweise. Hinfahren und schauen was passiert.

Schon beim Flug faellt auf, wie sich die Chinesen bemuehen, einen aussergewoehnlichen Service zu bieten. Kein Problem beim Einchecken, extrem hoeflich und zuvorkommend, da kann sich so manch eine Fluglinie eine Scheibe abschneiden. Ich erinnere nur an meine Reise mit BA nach London von Hannover – nie wieder!!!

Interessant auch, wie die Gaeste auf die Paralympics schon im Flieger eingestimmt werden. Vor dem Kinofilm (uebrigens ein amerikanischer Antikriegsfilm mit Szenen, die niemals in einem deutschen Flieger gezeigt wuerden) viele Schnipsel aus den Spielen von vor 2 Wochen und eine Story, die wohl eher fuer die Chinesen gedacht ist aber deren Seelenleben beschreiben soll: ein junger etwa 7 jaehriger Junge  mit Orthesen im Rollstuhl und seine Mutter spazieren durch den Wald, als ihnen ein Laeufer entgegenkommt und an einem Ast haengenbleibt. Er faellt ziemlich unsanft und bleibt erst mal benommen liegen. Da wird klar, der hat ja ne Prothese. Grosse Betroffenheit und Ratlosigkeit. Da schuettelt und streckt sich der Gefallene etwas auffaellig und linkisch und schliesslich steht er wieder auf. Mutter und Sohn atmen durch und der Laeufer – na was wohl – laeuft wieder. Der gleiche Laeufer im Stadion, Mutter u. Sohn als Zuschauer in der ersten Reihe und nach dem Startschuss fliegt der Waldlaeufer an allen Konkurrenten vorbei als erster durchs Ziel. Alle stehen auf und applaudieren, so auch der Junge und oh Wunder, man muss nur fest an sich glauben und dann kannst Du wieder gehen. Nun ja, die Paralympics schreiben hoffentlich noch andere Geschichten.