03.10.2008
Wo ist der Fisch???
Ok, Byron Beach ist ein Surferparadies. So wie nebenan Surfers Paradise. Und eben nicht oder nicht mehr das Reef. Das ist etwa 100 km noerdlich. Aber Riffe hat es da auch und eben Achmeds Appartementhochhaus. Und so suchen wir uns eine Tauchstation und machen einen Termin aus am nachsten Morgen. Aber Massoud darf nicht mit. Kein Schein, kein Tauchgang, auch kein Schnuppertauchen. Er ist betruebt, will aber wenigstens aufs Schaukelboot und uns beim Tauchen zuschauen.
Wir also dahin und obwohl leicht vorbereitet, dass da ein Rollstuhlfahrer kommt, zieht sich die Versicherungsfalte des Tauchstationisten ziemlich zusammen. Ob ich nicht vielleicht erst am Montag kommen wollte, da waer das Wasser etwas ruhiger, ausserdem ist die Sicht nicht so gut. Und ueberhaupt, mein Tauchschein ist in deutsch und das kann er nicht lesen. Und weil Jule die Eintraege immer nur bei sich hat machen lassen, steht bei mir im Logbuch auch nix drin. Also kein Aegypten, kein Kuba, kein Tuerkeitauchgang. Hawaii hab ich dann auch verschwiegen. Das war eh nur ein Schnuppertauchgang und ohne Schein damals. Er ziert sich.
Ich nicht. Ich will mit und das jetzt. Er gibt auf. Zum Schluss sitzen 2 Anfaenger, Solveigh und ich sowie 4 Tauchguards mit im Boot und so hat quasi jeder seinen Aufpasser dabei. Schlimmer wie in China vor 20 Jahren. Was solls. Immerhin ist das Equipment ok und das Boot im Wasser. Allerdings ein etwas groesseres Schlauchboot mit noch etwas groesseren Motoren. Die Wellen sind in der Tat heftig und dann auch noch Gegenwind. Wir stechen mit 35 Milen in See und die Gischt ist so stark, dass wir eigentlich zum Tauchen nicht mehr ins Wasser springen muessen.Massoud schaut etwas betroeppelt. Schliesslich hat er nur normale Klamotten an. Und als Rollstuhlfahrer mit fast keinen Beinfunktionen ist das Festhalten fuer ihn an Bord so eine Sache. Die Wellen haben gut und gerne 3-4 m Hoehe und der Bootsfuehrer hat alle Ruder voll zu tun, dass wir nicht kentern. Es geht raus zur Cook-Island. Einem winzigen Inselchen vor der Kueste, eher ein Felsen. Dort gehts ab ins recht kuehle Wasser, wir haben ja erst Anfang Fruehling fuer die Aussies und nach etwa 5 Jahren Pause zwischen meinem letzten Tauchgang bin ich doch noch etwas unbeholfen. Solveigh macht sich schon sehr gut. Keine Spur von Angst oder Nervositaet. Schliesslich hat es hier in der Gegend auch Haie. Vom grossen Weissen ueber den Bullenhai und den Tigerhai sind alle aggressiven Sorten vertreten und jedes Jahr faellt ihnen auch ein Surfer oder zwei zum Opfer. Auch aus Solveighs Clique hat es einen Freund letztes Jahr erwischt. Wir gehen auf 12 m runter und schauen uns das prachtvoll Nichts an. Was ist hier los. Keine Fische. Kaum Korallen und nur Seegurken, Seeigel und -sternchen. Ich bin reichlich enttaeuscht. Einen kleinen Clownsfisch, so was wie einen Steinbeisser und das wars. Ach ja, Schildkroeten waren auch da. Grosse sogar. Solveigh ist es in der Pause so uebel, dass Sie sich zum Fischfuettern entschliesst. Vielleicht kommen dann ja welche. Ich muss allerdings zugeben, das die Stroemung unter Wasser grade als Brandung auf den etwas groesseren Felsen nicht so ohne war. Ohne Flossen, die mir ja nichts bringen und nur mit Armpaddeln ist mit Vortrieb nicht viel und teilweise treib ich sogar ab. Dabei hau ich mir dauernd die Sauerstoffflasche an den Kopf und hab spaeter ne regelrechte Platzwunde. Mit meinen 8 Kilo Blei um die Huefte hab ich auch so meine Probleme. Die rutschen mir dauernd runter und ich hab meine liebe Mueh und Not, die nicht zu verlieren. Der Rueckweg war dann noch mal Australienabenteuer pur. Massoud hatte sich so verkrampft festhalten muessen, dass er noch tagelang Muskelkater hat. Aber manchmal hab ich echt gedacht, jetzt zerlegts das Boot. Wir sind in Wellentaeler reingekracht, dass es erstaunlich war, was so ein Boot aushaelt. Aber die Aussies hatten ihren Spass dabei.
