Beirut: Wolkenbrüche und Sturzbäche

„It’s all about running“ – unter diesem Motto stand der 10. Blom Beirut Marathon am 11. November. „Don’t start if you can’t swim“ wäre zutreffender gewesen… Christian Reeb vom Team Rehability war am Start und berichtet.

Wenn in Deutschland die Saison zu Ende geht und tristes Rollentraining angesagt ist, lockt der Beirut Marathon mit angenehmen 24° und Sonnenbaden am Hotelpool.

Eine Starterliste der gemeldeten Handbiker war zwar auf der Marathon-Webseite nicht zu finden, dafür aber perfekte Organisation vor Ort. Nach meiner Flugbuchung mailte ich lediglich meine Flugdaten dem spezial-needs-coordinater. Der Flughafentransfer incl. Bike war kostenlos und zuverlässig.

Organisatoren gaben sich viel Mühe

Das Hotelpersonal bemühte sich, sämtliche Barrieren aus dem Weg zu räumen. Es wurde sogar die Glasabtrennung der Dusche kurzfristig ausgebaut. Nach und nach erfuhr ich auch das internationale Teilnehmerfeld, welches aus alten Bekanten und einer Handvoll libanesischen Fahrern bestand.

Pünktlich zwei Tage vorm Marathon zogen dicke Wolken auf, die auf nichts Gutes hoffen ließen. Am Samstag vor dem Rennen kam es immer wieder zu starken Wolkenbrüchen. Am Renntag blieb es zunächst ruhig. Wir Handbiker fuhren im Bike gemeinsam zur Startlinie. Unsere Rollis wurden per Minibus zum Zielbereich gefahren und in ein eigenes Pavillon gestellt. In weiser Voraussicht schnallte ich einen Rucksack mit trockenen Klamotten und Handtuch dran.

Vorbildliche Sicherheitsmaßnahmen

Im Rennverlauf kam es, wie es kommen musste. Es begann zu schütten wie aus Kübeln. Sturzbäche schossen mir entgegen und duschten mich komplett. Die warmen Temperaturen ersparten mir aber Erkältung und Blaseninfekt, wie ich es aus Deutschland kenne. Die Sicherheitsmaßnahmen für die Fahrer sind vorbildlich. Gullideckel werden mit Gummimatten abgedeckt, und jeder Fahrer wird von einem Rennradfahrer begleitet. Meinem Begleiter hätte ich lieber Flickzeug mitgegeben.

Bei Km 20 ereilte mich mein erster Platten in dieser Saison. Die nach mir kommenden Fahrer konnten mir auch nicht helfen. Nach einem Kaffee vom Straßenkiosk fuhr ich mit meiner platten Corima-Scheibe noch zum nächstem Krankenwagen. Ich wurde komplett mit Bike reingestellt und zum Ziel gefahren, wo ich noch den Zielsprint der Führenden mitbekam.

33.000 Zuschauer

Erster wurde Edward Maalouf, gefolgt von Didier Coron und Stephan Massard. Bei den Frauen stand Svetlana Moshovich ganz oben, gefolgt von Renata Kaluza. An diesem Tag kamen 33.000 Zuschauer zum Marathon, von denen bestimmt keiner trocken blieb – was an ihrem Enthusiasmus aber nichts änderte. Fazit: Beirut ist allemal eine Reise Wert.

Impressionen

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