Alles klar mit UK

Am 09.05.2014 fand im Aktiv Reha Center in Heidelberg das Seminar „Unterstützte Kommunikation mit therapeutischem Ansatz“ statt. Zum Seminar sind über 20 Besucher gekommen. Unter den Besuchern befanden sich unter anderem Logopädinnen und Logopäden, sowie Schüler der Logopäden Schule in Heidelberg. Das Seminar war besonders für die Schülerinnen und Schüler interessant, da sie während des Seminars durch die Referenten einen Einblick in die Praxiswelt von Logopäden und UK-Beratern bekamen.
Frau Ohler, die eine Logopäden Praxis in Ludwigshafen führt, schilderte in ihrem Vortrag wie sie Unterstützte Kommunikation in ihrer Behandlung einsetzt. Sie machte deutlich, dass der Einsatz von Unterstützter Kommunikation ein langwieriger Prozess ist bis der Patient adäquat mit den Hilfsmitteln kommunizieren kann. Selbst mit viel Übung ist eine Kommunikation mit Hilfsmitteln der UK eine Angelegenheit, die Geduld von dem Benutzer als auch von dem Kommunikationspartner erfordert. Schon im ersten Vortrag von Frau Ohler wurde deutlich, dass Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz von UK ist eine Zusammenarbeit mit den Patienten und dem näheren Umfeld des Patienten sowie mit Ergo- und Physiotherapeuten.
Diese Voraussetzung hat auch Frau Karus von der UK-Beratungsstelle der Martinsschule-Ladenburg unterstrichen. Sie stelle einen Fall eines jungen Mädchens vor, die sich nicht lautsprachlich äußern kann. Die kleine Pauline hat eine progressive Behinderung, die ihre Motorik und ihre Bewegungsmöglichkeiten immer mehr einschränkt. Zusammen mit Ergotherapeuten fand Frau Karus eine Möglichkeit für Pauline, sich mitteilen zu können. Sie befestigten einen Button an einem Brett, den die kleine Pauline mit ihrer Backe betätigen kann. Der Button ist verbunden mit einem Talker, der einen zuvor programmierten Satz wiedergibt. Eine andere Möglichkeit zu kommunizieren besteht für Pauline darin, dass Symbole und Wörter auf einer Tafel befestigt sind. Die Spalten haben jeweils eine andere Farbe. So kann der Kommunikationspartner von Pauline auf die jeweilige Spalte zeigen und Pauline per Augenzwinkern anzeigen, ob es die richtige Spalte ist in dem sich das Wort befindet. Der Vorteil von dieser Methode besteht darin, dass der Gesprächspartner nicht auf jedes einzelne Symbol zeigen muss, sondern nur auf die Spalten und dann entlang der Spalten zum richtigen Wort gelangt. Natürlich ist diese Methode auch zeitaufwendig, jedoch wesentlich einfacher als jedes Symbol einzeln zu erfragen.
Sehr interessant ist auch der Beitrag von Herrn Lindemann von der Bundesarbeitsgemeinschaft für UK Hilfsmittel gewesen. Unter Anderem berichtete er von seiner Beratungsfunktion bei Krankenkassen. Da der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) selbst nichts über das spezifische Fachwissen von UK verfügt, berät die BAG beziehungsweise Herrn Lindemann die Krankenkassen bei Fragen der geeigneten UK Hilfsmittel. Andererseits hilft die BAG benötigte UK Hilfsmittel für Patienten gegenüber der Krankenkasse durchzusetzen. Lindemann machte den Zusammenhang deutlich, dass einige Krankenkasse aufgrund der hohen Anschaffungskosten von UK Hilfsmitteln diese nicht gleich bewilligen wollen. Immer wieder gab es Fragen aus dem Publikum, was insgesamt die Vorträge zu einer interkommunikativen Veranstaltung machten.
Den Abschluss machte Herr Dißmann von Humanelektronik. Da seine Vorredner ihre Zeit überschritten, konnte er nicht wie geplant seine Präsentation zeigen. Stattdessen berichtete Dißmann wie der Alltag eines Händlers von Hilfsmitteln der Unterstützten Kommunikation aussieht. Ziemlich schnell wurde deutlich, dass eine ordentliche Beratung mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist. Zuerst muss das richtige Hilfsmittel gefunden werden. Dann muss dieses erprobt und auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. „Ein fünfmaliger Besuch bei einem Kunden kommt nicht selten vor“, meinte Herr Dißmann.
Neben den wirklich interessanten Vorträgen der Referenten war das Knüpfen von Kontakten der beteiligten Personen sehr wichtig. Herr Lindemann machte dies nach der Veranstaltung deutlich. „Trotz des langen Weges von Berlin nach Heidelberg hat sich die Reise in die Kurpfalz gelohnt. Ich konnte neue Kontakte knüpfen, “ so Lindemann.
Als Herr Bachmann, der das Seminar organisierte und leitete, einige Referenten fragte, ob sie bereit wären in Frankfurt an einem ähnlichen Seminar teilzunehmen, sagten einige Referenten spontan zu. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Beteiligten mit dem Seminar zufrieden waren.

Über den Autor

Alexa Heinzmann

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