Nachbericht: Mobikurs – das Erlebniswochenende in Schönau

Bericht Sabine Schall:

An einem langen Wochenende im Januar bei scheußlichem Wetter fanden sich vierzehn Unerschrockene zum „Rollstuhl Mobilitätstraining“ in der „Bildungs- und Freizeitstätte Heilsbach“ in Schönau (Pfalz) ein. Es waren sechs Rollstuhlfahrer, vier Begleitpersonen (Fußgänger) und vier Betreuer/Praktikanten (eigentlich eine Kursleiterin und drei Männer).
Schon in der Vorstellungsrunde wurde klar, dass die meisten Rollstuhlfahrer zwar mehr oder weniger Erfahrungen mit dem Rollstuhl haben, dass jedoch Training, Tipps und Tricks dringend gewünscht wurden. Besonders das „Wheely“ (das Fahren auf den Hinterrädern) wollten die Kursteilnehmer lernen, aber auch mehr Fahrsicherheit und Selbstständigkeit im Alltag mit dem Rollstuhl bekommen.
Um es vorweg zu nehmen: Egal wie unsicher, ängstlich oder ungeübt die Rollifahrer waren – alle haben alles geschafft!
Das Training begann ganz simpel mit geradeaus auf allen vier Rädern rollen, vorwärts und rückwärts und Slalom um Hütchen fahren. Dann wurde es allmählich schwieriger: Den Parcours auf den Hinterrädern fahren, große und kleine Wippbewegungen machen, um die eigene Achse drehen. Mit Turnmatten wurde ein Bürgersteig simuliert, den man befahren musste; zuerst vorsichtig, dann – mit wachsender Sicherheit – mit Anlauf. Die Steigerung davon war die hölzerne Treppe mit Stufen unterschiedlicher Höhe, die herauf und herunter gefahren wurden.
Wenn die Teilnehmer glaubten, dass eine Übung unmöglich sei und die Grenzen der Physik scheinbar gesprengt wurden, dann konnten uns die Kursleiter vom Gegenteil überzeugen, indem sie es selbst vorführten und die Teilnehmer dann mit Geduld angeleitet haben, bis es auch bei denen geklappt hat. Zwischendurch wurden die neuen Erfahrung bei Spielen wie Nach’lauf‘ und Basketball erprobt.
Für die Begleitpersonen war der Kurs ebenfalls sinnvoll und auch anstrengend. Eine gute Idee war es, die Fußgänger selbst in einen Rollstuhl zu setzen und die Übungen mitmachen zu lassen. So konnten sie einmal diese Perspektive kennen lernen und erfahren, wie kräftezehrend das Fahren sein kann. Die Begleiter hatten anfangs vor allem als ‚mobiler Kippschutz‘ zu fungieren, mussten später aber auch lernen, den Rollstuhlfahrer sicher eine Treppe hinauf und hinunter zu bugsieren. Nicht einfach, aber – wenn man weiß wie – machbar. Die ausgedehnte Mittagspause haben wir Anfänger nach diesen Anstrengungen wirklich gebraucht! Dazu waren auch die Rahmenbedingungen optimal: Schöne Unterkunft, gutes Essen und – für nachgetaner Arbeit – das schöne Kaminzimmer, gut geeignet für weitere Fachsimpeleien und mehr bei einem Gläschen Rotwein.
Wenn nur das Wetter nicht so garstig gewesen wäre … Aber es gibt ja schon im Sommer wieder einen Kurs, bei dem man seine Fähigkeiten dann auch „outdoor“ ausbauen kann.
Fazit: Das Mobitraining ist unbedingt zu empfehlen! Und großen Spaß gemacht hat es auch!

Bericht Horst Ritter, Ludwigshafen, den 26.01.2015
Auf geht`s zum Mobbitrainingkurs in die Südwestpfalz nach Schönau-Heilsbach in die Bildungs- und Freizeitstätte

Auf dem Weg dorthin, wo sich das Navi schon mal verirrt und das Smartphone (kein Netz) sich zur Erholung abmeldet. Tief im Wald gelegen, wo sich die Elwetritsche abends auf die Lichtung wagen. Schön gelegen im Pfälzer Wald. Was mich wohl erwartet? Die Skepsis war groß, ob man wohl auf 2 Rädern in einem Rolli einen Berg oder geschweige eine Treppe herunterkommt. Mal sehen, was daraus wird.
Die schön gelegene Begegnungsstätte Heilsbach, – rollstuhlgerecht mit gutem Essen, wie bei Mutter zu Hause, eine schöne Turnhalle, – war schon mal der erste gute Eindruck. Mit netten Menschen ein tolles Wochenende in schöner Umgebung zu verbringen, wurde auch bestätigt. Thomas, unser Übungsleiter,  führte uns gleich mal vor, was man mit einem Rollstuhl alles machen und bewältigen kann. Eine kleine Gruppe von Rollifahrern, mit und ohne ihre Begleiter, sah erstaunt zu und fragte sich, ob man das wohl auch schaffen kann, mit einem Rolli so umzugehen? Nachmittags kam die Anja dazu, um Thomas und sein Team zu unterstützen. Thomas und sein Team haben ihr Versprechen eingelöst, das befürchtete Unmögliche auch erreichen zu können. Vermeindlich schwache Rollstuhlfahrer gab es nicht. Jeder wurde mit einer bewundernswerten Art und Weise motiviert und geduldsam trainiert, kippeln zu lernen, Bordsteine und Hindernisse zu überwinden und dafür die verschiedenen Techniken zu erlernen; ja sogar die fruchtsame Treppe zu überwinden. Ja man lernte, wie der Rollstuhl ein Teil unseres Körpers werden kann. Die mitgekommenen Lebenspartner konnten am eigenen Körper erfahren, wie es ist, sich einem Rollstuhl bewegen zu müssen. Daneben haben wir auch kennengelernt, was es alles so um einen Rollstuhl zu beachten gibt. Also alles in allem eine tolle Erfahrung. Abends ergaben sich beim gemütlichen Beisammensein – bei prasselndem Kaminfeuer – die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und Anekdoten aus seinem Leben zu erzählen. Bei einem guten Glas Rotwein kamen so unglaubliche Geschichten zu Tage. Sonntags morgens nach einem guten Frühstück wurde weiter fleißig geübt und Techniken verfeinert. Großer Respekt für Menschen, die ihr Leben im Rollstuhl bewältigen müssen, verfestigte sich und mit Erstaunen stellte sich ein, was man mit einem Rolli alles bewältigen kann.
Das großartige Team von Anja, Thomas, Fabian, etc. haben unser Leben bereichert.
Zum nächsten Trainings-Event anmelden! Denn mich und meine Frau hat das ganze Wochenende begeistert ……..und darauf einen Jägermeister 
Horst Ritter

 

Über den Autor

Alexa Heinzmann

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