“Mobikurs mit ALS? Pflicht!”

Mobikurs mit ALS

Vor 12 Jahren wurde bei Friedel Sebastian ALS diagnostiziert. Doch erst ein Mobikurs von REHABILITY zeigte ihm das ganze Potenzial seines Rollstuhls auf und machte ihn mobiler im Alltag.

“Erst habe ich die Sache gar nicht richtig ernst genommen”, erzählt Friedel. “Bis zur Diagnose war ich eigentlich immer gesund. Erst nachdem ich ein paar Mal über meine eigenen Beine gefallen bin, musste ich mich wohl oder übel an eine Gehhilfe gewöhnen. Erst ein Gehstock, dann ein Rollator und zuletzt der Rollstuhl. Doch es gab im Sanitätshaus weder eine ausreichende Beratung welcher Rollstuhl am besten ist, noch eine Einweisung wie ich mit dem Rollstuhl umgehen musste. Deshalb stand er auch immer im Keller und  wurde nur bei besonderen Anlässen benutzt, meistens wenn es größere Strecken waren und wo ich geschoben wurde.”

Mobikurs mit ALS

3. v.l.: Friedel Sebastian

Doch immer auf fremde Hilfe angewiesen zu sein missfiel Friedel schnell. Doch die alltäglichen Stolpersteine für Rollifahrer stellten auch ihn vor große Herausforderungen. “Schwellen, Kanten, Bürgersteige oder kleine Hügel konnte ich nicht ohne Hilfe überwinden, also stand ich vor der Frage: Warum schaffen es andere und ich nicht?!” Nach einigen Recherchen im Internet und einer Anfrage bei der DGM – Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. landete er bei unseren Angeboten für Mobilitätstrainings und buchte direkt eine Teilnahme für Mai 2016.

Sein Fazit…

“Ein schönes, wenn auch anstrengendes Wochenende ging viel zu schnell zu Ende. Ich habe viel gelernt! Wenn ich auch noch nicht perfekt Rollstuhlfahren kann, so habe ich doch sehr viel mitgenommen, das mir im Alltag helfen und mein Rollstuhlfahren durch Üben verbessern kann. Ich kann nur jedem, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, empfehlen sich zu erkundigen welchen Rollstuhl man sich anschafft, denn nicht jeder Rollstuhl passt. Leider haben viele Sanitätshäuser auch nicht immer eine ausreichende Auswahl oder bieten eine gute Beratung. Außerdem kann ich nur jedem empfehlen sich frühzeitig um ein Rollstuhltraining zu bemühen, um nicht auf die Einweisung durch die Sanitätshäuser alleine zu bauen. Denn Rollstuhlfahren muss man wie alles im Leben erst lernen, auch wenn es leicht aussieht. Für mich steht fest, dass ich mindestens noch einmal nach Schönau fahren und vielleicht auch noch einen Kurs für Fortgeschrittene belegen werde.”

Über den Autor

Marcus Merz

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